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Facebook ist das neue Google: Über Abhängigkeiten und Nebenwirkungen » netzwertig.com

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass Facebook genau wie Google auf eine erhebliche Abhängigkeit vieler Netzteilnehmer hinarbeitet. Diese ist zwar theoretisch nicht alternativlos, für viele aus den genannten Gründen praktisch aber doch. Während Nutzer, Unternehmen und Seitenbetreiber, die sich in diese Abhängigkeit begeben, sowohl bei Google als auch bei Facebook eine Reihe von Vorteilen erhalten, wirkt die von Facebook eingeforderte Gegenleistung deutlich größer und einschneidender.

Was bei Google noch wie ein fairer Tausch wirkt, macht im Bezug auf Facebook schon heute in manchen Fällen den Eindruck der Aufgabe der eigenen Autonomie. Und das Tragische ist: Viele Websites sind momentan trotzdem gezwungen, genau über diesen Schritt nachzudenken. So unangenehm und risikobehaftet er auch erscheinen mag.

Eine sehr detaillierte und kluge Analyse der Marktmacht von Facebook. Daß ich Google ebenfalls sehr kritisch gegenüber stehe, ist ja in meinem Blog öfters adressiert worden. Das entscheidende Problem bei beiden Anbietern ist, daß Unternehmen und Anwender kaum wirkliche Alternativen haben.

Amazon-Facebook-Deal: Schöner Shoppen mit deinen Profildaten | Basic Thinking

Weil Facebooks Umgang mit den Daten seiner Mitglieder immer wieder in die Kritik gerät, ist es kein Wunder, dass Amazon bei der Vorstellung des neuen Features den Datenschutz besonders betont. Der Onlinehändler verspricht ausdrücklich, keine Kundendaten an Facebook weiterzugeben, mit niemandem aus der Freundesliste ungefragt Kontakt aufzunehmen und die getätigten Einkäufe nicht im sozialen Netzwerk anzuzeigen (siehe Screenshot)

Ein Blick in die Gegenwart (nicht Zukunft). Zwar wird der Datenschutz betont, aber mein Mißtrauen bleibt.

Smartphones: Der Spion, den wir lieben - oder die schöne neue mobile Werbewelt - Handelsblatt.com

Noch ist diese zwischen Big Brother und treffsicherem Marketing angesiedelte Szene eine Vision. Doch schon in ein paar Monaten werden immer mehr Handynutzer von solchen Erlebnissen berichten. Denn was lange ein Traum der Werbewirtschaft und ein Albtraum der Datenschützer war, wird Realität: die höchstpersönliche, auf individuelle Interessen- und Bewegungsprofile sowie den Standort angepasste Werbebotschaft auf dem Handy. Die Weichen dafür werden jetzt gestellt.
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Parallel dazu bietet die anhaltende Flut neuer Handyprogramme, der sogenannten Apps, ganz neue Wege, Werbebotschaften aufs Telefon zu spielen.
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Schützen kann sich der Nutzer gegen die Datensammelwut nur durch Totalverweigerung. Wer aber die Vorteile der Smartphones und ihrer - oft kostenlosen - Apps nutzen will, muss bestimmte persönliche Daten freigeben. Dies gilt besonders für Programme.

Eine exzellente Vorschau auf die schöne neue mobile Werbewelt. Lesenswert!

How Social Media Has Radically Altered Advertising (Mashable) - Or: Power to the People

Marketing has traditionally focused on the four “Ps”: Product, Price, Place and Promotion. Social media has morphed into the fifth, and possibly most important “P”: People. A people strategy is at the center of today’s dynamic and fluid social marketing mix. John Janitsch of Duct Tape Marketing has another take on the four Ps, and has turned them into four Cs for the social age: Content, Context, Connection and Community.

A people strategy is much broader, deeper and more profound than consumer targeting. It involves listening to and engaging with everyone who can touch or influence current and potential customers at all stages of brand interaction. ...

Social media has changed the way people interact amongst themselves and with their media. People play multiple — sometimes simultaneous — roles as receivers, creators, critics, advocates, transformers and transmitters of messages.

Nice quotable statements on how social media changes traditional marketing and advertising.

Wenn Unternehmen im Web manipulieren - Handelsblatt.com

Soziale Medien im Internet basieren auf gegenseitigem Vertrauen. Empfehlungen in Foren und sozialen Netzwerken sind daher deutlich mehr wert als klassische Werbung. Die Verlockung zur Undercover-PR ist groß aber gefährlich: Immer wieder fliegt die Werbung unter falscher Flagge auf.

Lesesnwerter Artikel. Und welche Überraschung: Auch in Social Media wird versucht, zu manipulieren. Warum soll es dort anders? Aber wenn Manipulationen auffliegen, ist der Schaden ungleich größer. Trotzdem: Vorsichtig sein.

Privacy Concerns Fail to Slow Social Activity - eMarketer

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Eine interessante Studie zu Sicherheitsbedenken von Internetnutzern in den USA: Sie fürchten die zunehmende Werbeflut aufgrund von Aktivitäten in Social Media mehr als private Daten und Geheimnisse in Social Media preiszugeben. Geht man davon aus, daß die USA uns in Social Media Marketing voraus sind, so ist das eine Mahnung an die deutschen Marketiers es nicht mit ungewünschter Werbung in Social Media zu übertreiben. Auf der anderen Seite stellt sich die Frage, wie ernst es die (amerikanischer) Nutzer mit Datenschutz und Datensicherheit meinen. Tut die Datenschutzdiskussion rund um Facebook dem Konzern wirklich weh? Offensichtlich wird auch nicht der Zusammenhang zwischen zunehmender Internet-Werbung und Datenschutz von den Internet-Nutzern gesehen.

Social Media kann dabei helfen, Vertrauen in eine Marke (zurück) zu gewinnen (via SmartBrief)

Social media could help brands recapture trust
About 95% of consumers view advertising as inherently untrustworthy, and fewer than one in 10 consumers take corporate announcements seriously, according to a survey. Yet social-media users are twice as trusting as average consumers, so brands with a high degree of social engagement stand a chance of recapturing their customers' trust, researchers say. eConsultancy.com (5/20)

Ich glaube nicht, daß alleine das Social Media Engagement dazu führt, daß Kundem einem vertrauen und kaufen. Dazu tendieren zuviele sogenannte Marketiers dazu, dieselben platten Nachrichten über Social Media zu verbreiten, wie sie es vorher über die "alten" Kanäle getan haben.

Marketing via Social Media sollte aber meiner Ansicht nach anders sein, authentisch, von identifizierbaren Menschen getrieben, Kritik konstruktiv entgegen nehmend und dialogorientiert. Das erfordert ein ganz anderes Engagement. Fragen beantworten, diskutieren ist komplexer und zeitaufwändiger als eine Anzeige schalten oder eine offizielle Unternehmensmeldung herausgeben. Ich bin jedoch der festen Überzeugung, dialog- und inhaltsorientiertes Social Media Marketing Vertrauen bildet und - man sollte auch das frei aussprechen (dürfen) - dabei hilft, zu verkaufen.

Sind alle Facebook-Mitglieder Dummköpfe? - Aufruf zur Versachlichung der Diskussion

So erfährt Facebook weit mehr über seine Nutzer, als die Datenkrake Google je wusste: was wir mögen und für was sich unsere Freunde interessieren und wo wir sind.
via wiwo.de
So steht es im Artikel Soziale Netzwerke: Gefangen im Facebook-Netz online auf WirtschaftsWoche.de. Angerissen wird der Text sogar damit, daß wir uns nach der Datenkrake Google zurücksehen würden. Na ja, ... Der Artikel wäre für mich an und für sich nicht unbedingt kommentierungswürdig, wenn ich nicht über den folgenden Kommentar gestoßen wäre:
500,000,000 Dummköpfe - wer auf Facebook aktiv vertreten ist, dem darf man keine verantwortungsvolle Aufgabe übertragen. Diese Menschen haben Leichtsinn mit der Muttermilch gefuttert. Unfassbar.
via wiwo.de

Au weia, welch ein Kommentar. Sind wir nun alle Dummköpfe, weil wir uns auf Facebook rumtreiben, Twitter nutzen oder mit Google nicht nur suchen? In den vergangenen Wochen sehe ich eine Emotionalisierung und Polarisierung der Diskussion zu Ungunsten einer sachlichen Auseinandersetzung. Weder Google noch Facebook (noch Apple) sind per se schlecht. Wir müssen sie nur kritisch betrachten, insbesondere im Bereich Datenschutz oder bei Versuchen, geschlossene Systeme zu schaffen und so von Angeboten abhängig zu machen. Auch Personalisierung ist nicht per se schlecht und bedeutet nicht automatisch Werbung. Personalisierung kann auch sehr nützlich sein, auf Amazon und bei der täglichen Arbeit helfen, wie ich in meinem Posting Social Analytics und Instant Personalization - Guter Service oder unerwünschte Spionage? geschrieben habe.

Gefährlich wird es aus meiner Sicht, wenn manipuliert wird. Nervig ist es, wenn zuviel Werbung auf mich einströmt. Und diese Tendenzen gibt es in der Tat. Unterdessen bekommt man immer mehr SPAM per Twitter und da scheint auch noch mehr auf uns zuzukommen, da Twitter mit Werbung Geld verdienen will. Die aktuellen Facebook-Modifikationen deuten auch in diese Richtung. Auch auf XING - seien wir ehrlich - werden wir immer mehr mit Werbung bombardiert. Genau hier heißt es aufgepasst. Aber Hysterie nutzt niemanden. Vor allem Aufklärung ist gefragt - und eine sachliche, kritische Diskussion. Und wenn nötig Einflußnahme, um die notwendigen Datenschutzmaßnahmen einzufordern, auch gegen weltweit agierende Kraken und Netze.

Digitale Gesellschaft: Sechs Onlinetypen im Vergleich| FTD.de

Die Typologie zeigt, dass nur drei Nutzertypen - Trendnutzer, digitale Profis, digitale Avantgarde - mit dem Internet souverän und kompetent umgehen. Nur jeder Vierte (26 Prozent) zählt somit zu den "Digital Souveränen". Dabei zeigen sich deutliche geschlechtsspezifische Unterschiede: Bei den Männern gibt es 38 Prozent "Digital Souveräne"; bei den Frauen nur 15 Prozent. Dies ist bei der geschlechtsspezifischen Online-Marketingaktivitäten entsprechend zu berücksichtigen.

Festgehalten werden kann, dass der Internetnutzer eine attraktive Zielgruppe für das Marketing ist und bei erfolgreicher Entwicklung der digitalen Gesellschaft noch weiter an Attraktivität gewinnt. ... Fast jeder dieser Onliner nutzt Suchmaschinen und ist dadurch mittels Suchmaschinenmarketing adressierbar. Um die breite Masse der Onliner im Marketing zu erreichen, sollten die Kampagnen auf Information im Internet ausgerichtet sein - der Kauf von Produkten und Dienstleistungen findet für die nicht "Digital Souveränen" noch immer mehrheitlich offline statt.

via ftd.de

Finde diese Studie und den Versuch der Klassifizierung in 6 Nutzertypen sehr interessant. Für mich als jemanden, der nicht direkt über das Netz verkauft, sondern im Business-to-Business-Marketing tätig ist, sind sicher einige Schlußfolgerungen zu platt und kurz gegriffen. Im B2B-Umfeld gilt sowieso, daß man primär informieren und Meinung bilden muß. Der Verkauf erfolgt eh danach - und (noch) nicht online, zumindest in der Regel nicht. Auch ist reines Suchmaschinen-Marketing im B2B sicherlich zu wenig. Hier spielen soziale Netzen, Foren, Dialog mit dem Interessenten und Kunden eine mindest ebenso wichtige, vielleicht sogar noch eine wichtigere Rolle.

Und im Gegensatz zu den Autoren des Artikels würde ich schreiben, jeder Vierte ist schon digital souverän. Und die Zahl nimmt laufend zu. Und auch im B2B-Umfeld werden Kaufentscheidungen maßgeblich durch das Netz mit beeinflußt.

Von Werbeblockern und warum Online-Werbung wichtig fürs Web ist - SPIEGEL ONLINE

Notwendig ist ein Bewusstseinswandel. Wer Werbung als Belästigung wahrnimmt, sollte sich eines klarmachen: Der Deal, der auch dieses Angebot hier möglich macht, funktioniert nur, solange nicht zu viele Nutzer die Werbung verweigern. Werbeverweigerer haben die Freiheit kostenlosen Web-Medienkonsums nur, solange sich ihnen nicht zu viele Nutzer anschließen. Steigt der Prozentsatz der Verweigerer zu stark, wird ein Angebot entweder kostenpflichtig oder geht unter.

Gute Zusammenfassung zur Problematik Online-Werbung und der sich herumrankenden Fragen: Wird (im schlimmsten Fall) Paid Content akzepiert? Von uns in Deutschland - so der Artikel - am wenigsten.

Wie bekommt man also weiter kostenlos qualitativ hochwertige Inhalte, die von unabhängigen Redaktionen und qualifizierten Journalisten erstellt werden? Man muß wohl - so der Artikel - Online-Werbung zumindest in gewissem Maße akzeptieren - oder auf private Blogs und Quellen Nachrichtenquellen ausweichen. Die Problematik der immer ausgedünnteren Redaktionen (und der entlassenen Journalisten) wird im Artikel nur indirekt beleuchtet.

Tja, und den Werbeblocker im in Deutschland (gottseidank) so beliebten Firefox sollte man demzufolge auch ausschalten. Da bin ich nicht ganz dabei, denn einige Seiten sind doch mittlerweile mit Popup-Werbung und Videos überfrachtet. Und einige Seiten liefern heute auch nicht mehr die Qualität - stattdessen Advertorials, von Anbietern bezahlte Inhalte.

Mein Resumé: Auch ich bin (als typisch Deutscher) kein Freund von Paid Content für allgemein relevante Informationen. IDas ist nur in speziellen Bereichen zu akzeptieren. Sonst gilt für mich der freie, unbeschrälkte Informationsfluß im Netz. Deshalb muß ich wohl Online Werbung in gewissem Maße tolerieren und akzeptieren, nehme mir aber die Freiheit, zu blocken und wegzuklicken, wenn es zu viel Werbung wird.

P.S. Sinnigerweise erschien bei mir beim Aufrufen des Artikels Werbung zum ach so sicheren Internet Explorer 8 ... Ich bleibe weiter bei Firefox.