[DE] Digital Naiv oder Digital Native. Eher Digital Resident. Meine privaten Gedanken rund um Arbeitswelt, Technologie, Netz, Essen, Fußball und mehr ................................... [EN] Digital Naive or a Digital Native. More likely a Digital Resident. My privateThoughts around work, technology, the web, food, football ...
This is already a mixed language blog. Some entries are in German, some are in English. Due to a change in my job role I most propably will be publishing more English language blog entries in the future - although I do of course feel more comfortable in my native language. Nevertheless: From now on the headline of my English language entries will start with [EN], the German language ones with [DE].
Gestern abend lief der Meat Loaf Film auf 3Sat. Und das ist nun endlich der Kick, dass ich Tim Krischaks Aufruf folge und auch meine Blogroll hier mal dokumentiere. Was ist nun eine Blogroll? Für mich eine Liste der Webseiten, deren Artikel ich am meisten schätze. Die entsprechenden Blogs habe ich in meinem RSS Reader abonniert und thematisch gruppiert. Beiträge dieser Autoren werden von mir häufig "wiederverwertet", per Twitter verteilt oder kommentiert. Zu vielen Autoren besteht auch eine persönliche, feundschaftliche Beziehung. In dem Beitrag stelle ich "nur" deutsche, sogar österreichische, aber keine internationalen Autoren vor, die natürlich auch wertvolle Beiträge bloggen.
Also dann mal los, wie es mir in die Feder beziehungsweise Tastatur fliesst. Zwei meiner langejährigen Freunde, die mich auch in Social "eingeführt" haben, sind Frogpond Martin Koser (frogpond) und Cyberjunkie Thorsten Zoerner. Martin schreibt rund um Enterprise 2.0 und Collaboration, ein Thema, das mich ja auch seit einiger Zeit umtreibt. Unser beliebtester Disput geht um die Rolle des Gutkonzerns Google und die Bedeutung von Google Buzz. Dafür kritisiert er mich (zu Recht) wegen meiner intensiven Benutzung von Apple-Hardware. Und Steve Jobs dankt es nicht mal. Thorsten, ehemals Kollege, nun bei einer anderen Firma tätig, ist derjenige Blogger, der mich immer wieder gezielt verwirrt, weil ich ihm intellektuell nicht folgen kann. Unterdessen hat er gestanden, dass das bewusste Taktik ist. Aber im Ernst. Wenn es neue Trends und Toys gibt, ist Thorsten immer dabei und deshalb für mich ein Quell der Erleuchtung.
Über Twitter gefunden habe ich einen Bruder im Geiste, den Bicyclist Uwe Hauck, der auf Living the future seine Posts publiziert. Uwe habe ich mal mit 4-5 Tweets als Sprecher für ein Event engagiert. Seitdem sind wir befreundet und kommentieren uns gegenseitig. Meistens läuft es darauf raus, dass wir die Beiträge des Anderen jeweils empfehlen, da die Wellenlänge und Meinung oft sehr ähnlich ist. Uwe befasst sich vor allem mit der modernen Arbeitswelt und wie Technologien darauf Einfluss nehmen.
Für meine Beschäftigung mit Social Business, Enterprise 2.0 und Knowledge Management immer wieder wertvolle Quellen sind die Blogs von Prof. Joachim Niemeier. Auf verschiedenen Plattformen publiziert er in englischer oder deutscher Sprache immer wieder Bruchstücke zum Thema. Und heute springe ich mal über meinen Schatten und empfehle explizit auch ein österreichisches Blog: Alexander Stocker schreibt immer wieder wertvolle und anregende Beiträge. Erwähnen muss ich an der Stelle auch noch unbedingt Bianca Gade (die weibliche Seite des Web 2.0) und - ein neuer Favorit von mir - Kai Fitzner, die zu Enterprise 2.0 publizieren. Beide arbeiten bei netmedia und ich springe mal über meinen Schatten und empfehle ausnahmsweise mal das Firmenblog zu E2.0.
Eine Anmerkung muss noch sein. Leider sind aus meiner Sicht auch einige schwarze oder graue Schafe unterwegs, die zum Thema Enterprise 2.0 publizieren und sich dabei das Deckmäntelchen der Neutralität überstreifen. Sie überraschen dann dadurch, dass die Produkte und Lösungen, die sie implementieren und zu deren Lieferanten eine enge Beziehung bestehen, immer bestens bewertet werden. Nicht falsch verstehen. Ich habe damit kein Problem. Auch ich bin parteiisch und meine Beiträge sind sicher IBM angehaucht. Nur oute ich mich als IBM'er und tue nicht so, als ob ich der neutrale, unabhängige Experte bin. Solche Blogs sind mir persönlich ein echter Dorn im Auge, weil hier bewusst manipuliert und Propaganda betrieben wird.
Im Themenkomplex Social Media und Marketing, das sicher starke Überlappungen zu Social Business und Enterprise 2.0 hat, sind mir die Beiträge von Martin Meyer-Gossner sehr lieb geworden. Hier kommen immer neue Infos und Kommentare zum Thema. Klaus Eck und sein Team u.a. mit meiner ehemaligen Kollegin Anika Geisel gehören auf jeden Fall auch erwähnt. Viele schimpfen sich unterdessen Social Media-Experten, das Eck-Team hat Expertise. Auch die Herren Becker und Joerges seien hier explizit hervorgehoben. Hier scheint mir auch Kompetenz vorhanden zu sein und nicht wie so oft nur heisse Luft verbreitet zu werden. Und es ist mir ein Bedürfnis an dieser Stelle auch Lars Basche von Text100 zu empfehlen, der mit mir PR und Kommunikation für IBM Collaboration Solutions macht und hier bloggt. Ein bisschen neben meiner beruflichen Interessenspur, aber deshalb gerade interessant und erwähnenswert: Christian Henner-Fehr und sein Kulturmanagement Blog!
Sodele und sorry, falls ich den ein oder anderen vergessen habe. Aber man kann ja auch eine Fortsetzung schreiben.
I really like the theme and slogan of Elizabeth Lupfer's blog: The Social Workplace - where community and collaboratioon mean productivity. Added her to my reader.
(And what a surprise - I even like most of the postings :-) )
Einfach ein durchweg lesenswerter Beitrag von Gunnar Sohn! Die sogenannte feuilletonistische Kulturkritik am Netz, die derzeit geäußert wird, erinnert mich in hohem Maße an die Kritik an jedem neuen Massenmedium: an der Zeitung, am Radio, am Fernsehen.
Wann wird man endlich akzeptieren, daß nicht die Medien an sich das Problem sind, sondern vielmehr der Umgang mit ihnen? Die Flut der Informationen ist über die vergangenen Jahrhunderte gestiegen, jetzt durch das Netz nochmals dramatisch. Es geht nicht darum, das Netz zu verteufeln. Stattdessen sollte der Umgang mit Information, die Selektion und Validierng der Information gelernt und vor allem auch gelehrt werden.
Sommerloch: Das Wehklagen über die Informationsüberflutung und die Sehnsucht nach Zeiten im Offline-Modus haben mich am Wochenende demütig werden lassen. Ich kramte völlig unsystematisch in meiner Bibliothek und las ausschließlich analoge Medien. Wirtschaftswoche und Spiegel fordern uns auf, mal abzuschalten und über die Kunst des digitalen Müßiggangs zu sinnieren. Das werde ich in meiner neuen Kolumne „Digitaler Zettelkasten“ nun redlich tun. Au … Read More
Mehr Personal und mehr Qualität: Das fordern amerikanische Wissenschaftler von Bloggern. Durch Einsparungen in den klassischen Medienunternehmen ist eine ausreichende Nachrichtenversorgung in Gefahr - die Bürgerjournalisten im Internet seien bislang aber keine Alternative.
Ich denke, die Situation in den USA ist sicher dramatischer, da dort offensichtlich mehr klassische Medien verschwinden. Aber es ist sicher auch ein Mißverständnis, daß Blogger Journalismus und klassische Medien ersetzen sollen oder werden. Blogs sollen und können eine wichtige Ergänzung sein. Daneben brauchen es die vor allem die zuverlässigen, unabhängigen Nachrichtenkanäle. In Fernsehen und Radio seien mir dort trotz allen Parteienstreits die öffentlich-rechtlichen Sender gelobt. Und noch haben wir auch noch genug Tageszeitungen.
Was jedoch auf jeden Fall einsetzen muß, ist ein Umdenken, wie klassische Medien künftig funktionieren und finanziert werden. Hier wird viel zu konservativ gedacht. Auch klassische Medien sollten über neue Bezahlmodelle wie Kachingle oder Flattr bzw. ähnliche Konzepte nachdenken, mit denen Vorwärts beispielswese herumexperimentiert..
Auf der anderen Seite ist im Bereich Lokaljournalismus und lokale Nachrichten noch vile zu wenig Phantasie vorhanden, wie sich Blogger und klassische Medien ergänzen können. Die Versuche von Robert Basic mit Buzzriders sind sicher ein beachtenswertes Experiment.
Soziale Medien im Internet basieren auf gegenseitigem Vertrauen. Empfehlungen in Foren und sozialen Netzwerken sind daher deutlich mehr wert als klassische Werbung. Die Verlockung zur Undercover-PR ist groß aber gefährlich: Immer wieder fliegt die Werbung unter falscher Flagge auf.
Lesesnwerter Artikel. Und welche Überraschung: Auch in Social Media wird versucht, zu manipulieren. Warum soll es dort anders? Aber wenn Manipulationen auffliegen, ist der Schaden ungleich größer. Trotzdem: Vorsichtig sein.
Wir erleben wieder eine Kommunikationsrevolution wie 1848/49. Mich erinnern die Blogger von heute an die politisierten Bürger von 1848/49 - Blogs sind mehr Demokratie. Soll da wirklich der professionelle Journalismus die Nase hochzíehen, so wie es vor 160 Jahren die etablierten fürstlichen Herrschaften und die monarchischen Potentaten getan haben? Aber: die neue Kommunikationsrevolution braucht professionelle Begleitung, sie braucht einen publizistisch-gelehrten Kern. Es gibt ein neues, ganz anderes Professoren-Parlament: Es heißt Internet. Dieses digitale Parlament braucht, wie das damals in der Frankfurter Paulskirche, Führung und Sachverstand.
Der von Heribert Prantl gezogene Vergleich gefällt mir. Bei diesem Zitat - und einigen Stellen vorher - mußte ich unwillkürlich Jürgen Habermas aus dem Bücherregal holen: Strukturwandel der Öffentlichkeit. Über das Entstehen der bürgerlichen Öffentlichkeit, die durch die damals entstehende moderne, freie Presse erst möglich wurde, wollte ich eigentlich mal dissertieren. Nun könnten wir vor einer ähnlichen Kulturrevolution stehen.
Moderne gedruckte Zeitungen, die ersten Massenmedien, informierten im 19. Jahrhundert erstmals in der Breite die Bürger. Sie initiierten Diskussionen, in der Wirtschaft, im Café, auf dem Hambacher Schloss oder in Leserbriefen und trieben das demokratische Bewußtsein in Deutschland voran. Nun könnte man philosophieren, ob diese modernen Medien dann auch nach und mit der deutschen Einigung den (überzogenen) Nationalismus mit allen für Deutschland so fatalen und tragischen Folgen transportiert haben. Es spricht vieles dafür.
Es ist ein Beispiel dafür, wie moderne Medien - und mit dem Internet, mit Blogs und sozialen Medien erleben wir eine neue Dimension in Verfügbarkeit, Geschwindigkeit und Reichweite - sowohl sehr positiv wirken können (z.B. als Bürgerplattform). Gleichzeitig mahnt der Vergleich auch zur Vorsicht, denn Medien können auch manipuliert werden.
Ob nun die Journalisten die Sittenwächter und Moderatoren sein können, die gerade auch vor Mißbrauch warnen, sei dahingestellt. Es wäre zu wünschen, daß sie im Zusammenspiel mit aufgeklärten Bürgern ein wachsames Auge bezüglich Manipulationsversuchen und demagogischen Tendenzen haben.
Danke an CARTA, worüber ich auf diese Rede von Heribert Prantl aufmerksam geworden bin.
Vermehrt stoße ich über Artikel, die sich mit Bezahldiensten im Internet beschäftigen. Über Werkzeige wie Flattr und Kachingle kann ich mich für einen gelungenen Beitrag "bedanken", und das nicht nur ideell, sondern auch monetär. Ich spende dem Autor einen kleinen Betrag für seine Mühe und den Informationswert. In der Regel wird hier nicht von großen Summen gesprochen, sondern von einem überschaubaren monatlichen Betrag (10€ oder 20€), den man über die beiden Tools verteilt. Ich halte das für einen äußerst interessanten Ansatz. Die feuilletonistisch-philiosophische Begründung liefert Michael Seemann auf FAZ.NET. Und ich finde nicht nur den letzten Satz bemerkenswert:
Flattr berücksichtigt sowohl die Asynchronität der Gabe und die Unmöglichkeit ihrer Rückerstattung, als auch die Freiwilligkeit und Freizügigkeit des Schenkens. Flattrn ist anonym, der Geflattrte weiß nicht, von wem er beschenkt wird, was das Flattern widerum zum echten Geschenk macht. Es versucht eben keinen "Preis" für den Artikel zu "bestimmen" oder irgendwie ausfindig zu machen. Flattrn ist kein Zurückgeben, aber auch keine Spende. Es ist wie Bloggen ein freies Schenken. Es bietet eine Gabeninfrastruktur die einer Spiegelung der Gabeninfrastruktur von Blogs nahe kommt.
Flattr gibt den Lesern von Blogs ein einfach zu bedienendes, schnell einsetzbares Tool in die Hand, mit der sie das Geschenk eines Blogartikels erwidern können, ohne das Geschenk als Geschenk zu neutralisieren. Damit erkennt es die Emanzipation des Lesers, wie den Kontrollverlust des Senders vollkommen an. Flattr ist das vielleicht erste Beispiel eines Startups, das die neuen Bedingungen des Publizierens verstanden und sie mit der monetären Sphäre so verbunden hat.
Ich werde die Tage mal prüfen, ob und wie ich die Dienste in mein Posterous einbauen kann. Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert und ich bin auch gerne bereit, für für mich wertvolle und nützliche Beiträge einen Obulus zu entrichten.