[DE] Digital Naiv oder Digital Native. Eher Digital Resident. Meine privaten Gedanken rund um Arbeitswelt, Technologie, Netz, Essen, Fußball und mehr ................................... [EN] Digital Naive or a Digital Native. More likely a Digital Resident. My privateThoughts around work, technology, the web, food, football ...
Der derzeitige Hype um Google+ ist schon bemerkenswert. Die Kommentare und Bewertungen mehr oder weniger kompetenter Autoren ist nicht mehr zu überschauen. Und manche durchaus ernst zunehmenden Grössen der Social Media-Szene überschlagen sich in ihrer Bewertung.
Brian Solis beispielsweise spricht von einem "Social Operating System", einem integrierten Dashboard, in dem alle für einen Benutzer relevante Informationen zusammenlaufen: Ein Platz, um zu kommunizieren, zusammenzuarbeiten, zu teilen, Neues zu entdecken und zu arbeiten. Ein Platz, um Dokumente zu teilen und an ihnen zu arbeiten, zur Koordination von Aufgaben, in dem relevante Dinge in Activity Streams zusammengeführt, E-Mail, Telefonie, Video und Audio Chat integriert werden.
Eine solche Vision ist nicht neu, zumindest nicht für das Social Dashboard für den Unternehmenseinsatz. IBM hat schon vor Monaten - zur Lotusphere 2010 - mit dem Project Vulcan skizziert und in ersten Demos gezeigt, wie so etwas aussehen wird. Neben der Zusammenführung von unternehmensinternen und externen Informationsströmen in Activity Streams und InPlace Editing von Aktivitäten sind dort zukunftsweisende Funktionen wie beispielsweise die automatisierze Zurverfügungstellung kontextrelevanter Informationen und Social Analytics für den künftigen (Enterprise) Social Workplace zu sehen, und das unter Berücksichtigung der Sicherheitsanforderungen von Unternehmen. Ein nicht zu vernachlässigemder Aspekt, gerade wenn einige bereits über Google+ für den Unternehmenseinsatz sprechen, denn hier muss berücksichtigt werden, wie Unternehmen mit ihren betriebsrelevantem Daten umgehen wollen und müssen, wo und unter welchen Kontrolle sie diese speichern und verwalten.
Doch zurück zum "privaten" Google+. Jeff Bullas glaubt, dass Google+ Facebook ähnlichen Schaden zufügen kann wie Apple das Nokia angetan hat. Facebook sei ein soziales Netzwerk der ersten Generation und angesichts von Google+ dringend renovierungsbedürftig. Edd Dumbill schreibt im O'Reilly Radar vom "Social Backbone" des Webs, einem neuen soziale Layer, der Kollaboration überall ermöglichen wird. Dieser neue Layer reisse die Mauern derzeit isolierter sozialer Netzwerke (z.B. LinkedIn für berufliche Kontakte, Facebook für Privates etc.) ein und sei ähnlich richtungsweisend wie einstmals die Interoperabilität von E-Mail. Dumbill spricht Facebook ab, dieser neue Layer sein zu können, da man die Anwender auf und an Facebook als Plattform fesseln wolle. Google dagegen sei dem offenen Web verpflichtet.
Bei aller Innovation in Google+ erschrecken mich solche Bewertungen. Richard Stallman hat auf Spiegel Online einen Gastbeitrag unter dem Titel "Kämpft gegen die Netz-Moloche!" veröffentlicht. Unter anderem steht dort: "Facebook-Nutzer sind nicht Kunden, sie sind Ware." Diejenigen, die Google+ derart in den Himmel heben, sollten sehr ernsthaft darüber nachdenken, ob dies nicht auch oder gerade für Google gilt. Bei aller Verpflichtung zu offenen Standards gibt mir ein Konzern zu denken, der Suche, Browser, (mobiles) Betriebssystem und nun auch das soziale Netzwerk beherrschen will. Mich bestürzt, dass gerade die vermeintliche Elite des Netzes, die Apple und Facebook (meist zu Recht) kritisch gegenüber steht, so blauäugig und überschwenglich gegenüber Google ist. Nicht nur ein bisschen mehr differenzierte Bewertung tut gut ...
"Ein Platz, sie zu knechten, um alles zu finden, in Kreise zu treiben und ewig zu binden." Brave new Google?
Habe ich nur den Eindruck oder ist der Hype um Google+ deutlich größer als der um Buzz oder damals Wave? Ich kann meinen Reader kaum aufmachen, ohne ständig über Beiträge über Google+ zu stoßen. Kaum ist das Tool noch nicht einmal für alle draußen, fragt ReadWrite Enterprise schon, ob man Google+ im und für das Unternehmen einsetzen solle oder könne. Google habe ja mit Apps schon den Anspruch, auch Unternehmen zu bedienen. Meine Meinung hierzu ist klar: Das interne soziale Netzwerk gehört hinter den Firewall und vor allem gehören die Daten eindeutig in den Besitz des jeweiligen Unternehmens und es muss klar sein, wo, in welchem Land und Rechenzentrum diese liegen.
Ich persönlich bin sehr zwiegespalten. Dies liegt nicht an den Funktionen von Google+, die ich auch noch nicht im Detail erforscht habe. Dies liegt eher an einem gesunden oder ungesunden Misstrauen gegen den "Gutkonzern" und an meinem tief verwurzelten Glauben daran, dass die Macht in sozialen Medien verteilt sein sollte. Die derzeitige Machtverteilung mit 3 Hauptgrössen Google als quasi De-facto-Standard bei der Suchmaschine und mehr, Facebook als De-facto-Standard für soziale Netzwerke und Twitter als Microblogging-Standard sowie Playern wie LinkedIn und einigen anderen erschien und erscheint mir durchaus sinnvoll. Mit viel Sympathie - aber zugegebenermaßen nicht mit viel eigenem Engagement - habe ich Versuche wie Diaspora im sozialen Netzwerkbereich verfolgt, aber eben nur verfolgt.
Nun also Google+. Google bläst zur lang erwarteten Attacke auf Facebook. In der "Szene" hat Google auf jeden Fall einen deutlich bessern Ruf als Facebook. Web 2.0 Freak und Experte wie @frogpond Martin Koser ist seit eh ein Verfechter für Google und befürwortet natürlich auch Google+, den neuen Facebook-Killer. Und mit Interesse habe ich heute gelesen, dass der wertgeschätzte @teezeh Thomas Cloer von Facebook zu Google+ gewechselt hat:
Jan Tißler vom Szeneblatt t3n hat 10 Gründe gesammelt, warum Google+ gegen Facebook gewonnen kann - oder wird. Andere halten entgegen, dass Facebook so gut im Kopieren ist, dass Feature-Vorteile schnell verschwinden werden. Und siehe da. Kurz nach Google+ mit Hangouts kommt Facebook wohl auch mit auf Skype basierenden Videochat-Funktionen heraus.
Mein erster Eindruck in der Nutzung von Google+ ist positiv. Das Desgin gefällt mir, Drag-and-drop bei Circles ebenso. Viele meiner Freunde und Kontakte gerade aus der "Szene" und den sozialen Medien sind bereits dort. Also werde ich Google+ auch mit mehr als einem Auge beobachten und warte persönlich darauf, dass mein Social Media-Client Hootsuite Google+ integriert. Dies wird auch einer der Haupterfolgsfaktoren sein. Wie offen wird Google+ sein und wieviele AddOns wie Tweetdeck, Seesmic usw. wird man wie schnell unterstützen. Wird es ein Ökosystem mit Killeranwendungen wie Farmville geben, das die Leute in Scharen auf Google+ treibt?
Wir Social Media-Freaks sind natürlich schon da, auf Google+, so wir denn eine Einladung bekommen haben. Was ist aber mit mit Andrea und Otto Normalnutzer? Ich höre schon meinen geschätzten Freund Jörg Allmann stöhnen: "Jetzt befeuert der Pfeiffer auch noch Google+ und ich sag ihm schon seit Monaten, er soll nicht immer alle Nachrichten über alle Kanäle gleichzeitig posten. Das nervt doch nur." Jeff Gibbard bringt es in seinem Beitrag auf den Punkt: "I haven’t replaced an inbox, I’ve added one."
Wieviele soziale Netzwerke und Kanäle kann und will der normale Anwender nutzen und verdauen? Der oder sie wird sich vielleicht eher auf nur einen Kanal, ein Netzwerk konzentrieren (können). Und machen wir uns nichts vor. Facebook hat natürlich einen riesigen Vorsprung durch die Anzahl der Anwender. Noch am 29. Juni bin auch dieses Posting gestossen: An Facebook führt kein Weg vorbei. Die dort vorgestellte Studie zeigt nicht nur, wieviele Nutzer unterdessen in Deutschland auf Facebook sind, Sie belegt auch, dass diese Nutzer die Aktivsten und Kauffreudigsten sind. Hier die Grafik, wo sich die deutschen Anwender wie aktiv bewegen:
Es wird also interessant werden, welchen Stellenwert sich Google+ erarbeiten wird. Am Ende wird über den Erfolg entscheiden, für welches Netzwerk sich der Nutzer entscheidet, denn es geht um Werbeeinnahmen, bei Facebook, bei Google - und bei Twitter weiß man wohl noch nicht, wie man sein Geld verdienen kann.
Und zum Abschluß noch diese Grafik, die ich über Martin Meyer-Gossner gefunden habe:
Hier einige aus meiner Sicht wertvolle Links zum Thema Google+:
Für mich ist das eine der besten viralen Kampagnen seit langer Zeit. Sie löst ein Problem und macht sogar die Fotokopiererei von bloßen Hinterteilen überflüssig - siehe im Video oben ;-)
Entscheidend wird die Frage sein, wer in Zukunft das soziale Profil der Nutzer im Internet kontrolliert; die Informationen, für was sich die Nutzer interessieren, wen sie kennen und worüber sie sich mit ihren Freunden austauschen. Denn längst melden sich Millionen Menschen mit ihren Google- oder Facebook-Accounts bei Abertausenden Seiten im Netz an.
Die Mitgliedschaften bei Facebook und Google werden zu sozialen Profilen, und die entwickeln sich zu einer Art elektronischem Personalausweis. Wer ihn kontrolliert und damit das Reiseprofil der Internet-Nutzer kennt, kennt zugleich die wichtigsten Seiten, Themen und Trends im Netz. Dieses Wissen ist wertvoll. Und angesichts des Facebook-Erfolgs wird man bei Google nervös.
Für Google dürfte es inzwischen eine Frage von Stolz und Eitelkeit sein, endlich auf dem Markt der sozialen Netzwerke Fuß zu fassen. Nachdem Buzz und Wave faktisch gescheitert sind, verdichten sich Hinweise auf das neue Projekt “Google +1″.
Warum hoffe ich noch immer auf eine Alternative, die unabhängig von den Google's und Facebook's dieser Welt sind? Weder dem vermeindlichen "Gut-Konzern" noch Mr. Zuckerberg traue ich so wirklich. Muß wohl doch ein Romantiker des unabhängigen Web 2.0 sein. Mal schauen, wie sich Diaspora entwickelt.
Sameer Patel of The Sovos Group notes that one of the primary benefits of social networking is helping employees within an enterprise find each other based on skills and areas of expertise. "Conversely, Facebook's identify profile today doesn't offer this and HR wouldn't want us sharing this competitive data openly anyway," says Patel.
Patel also notes the lack of context specific functionality in Facebook Groups. "As I've written about before, collaborative functionality needs to show up at the source of the event or problem - inside CRM, BI, and ERP applications where process output needs to be either corrected or enriched by people coming together," he says.
I see the lack of enterprise features such as LDAP integration and sub-groups/granular access control as a bigger inhibitor.
Eine sehr provokative Frage. Ich denke, daß hier viele gute Gründe dagegen sprechen, vor allem Sicherheits- und Data Privacy-Bedenken. Auch scheint es mir, als ob Facebook doch noch mehr im privaten Umfeld gefragt ist und die Leute sich noch beruflich eher auf Netzwerken wie XING oder LinkedIn herumtreiben.
Wobei ich zugebe, daß hier meine Meinung sich unterdessen wandelt und ich in meiner Rolle als Market Segment Manager für die Lotus-Marke der IBM sehr ernsthaft überlege und kommende Woche auch mit Kollegen diskutieren werde, ob wir unsere Aktivitäten und unsere Fan Page auf Facebook nicht ausbauen sollten. Aber das ist ein anderes Thema.
Ich denke, in Facebook fehlen auch viele Funktionen, Integrationen und Sicherheitsmechanismen, die eine Social Software für den Unternehmenseinsatz braucht: Blogs, Wikis, Lesezeichen, Aktivitäten, übergreifende Suche und vieles andere mehr. Nichtsdestotrotz kann man als Anbieter von Enterprise Social Software von Facebook lernen und sollten deren Funktionalität und Erweiterungen als Anregung rege beobachten.
Das Posting hat mich auch dazu angeregt, darüber nachzudenken, welche Rolle Social Software "on premise" hinter dem Firewall (im IBM Fall Lotus Connections) und in der Cloud (im IBM Fall LotusLive) spielen kann und wird. In LotusLive kann ich geschlossene Gruppen und Communities bilden. Ich kann auch Communities unternehmensübergreifend definieren, beispielsweise um gemeinsam an Projekte zu arbeiten. John Hagel III und John Seely Brown schreiben über The Power of the Social Cloud: Die Konvergenz von Cloud Computing und Social Software sei ein Katalyst, um Probleme zu diskutieren und zu lösen.
Wieviele soziale Netzwerke wird es künftig geben? Beruflich und privat, öffentlich und geschäftlich, in der Cloud und "on premise"? Welche Rollen spielen künftig Business-Netzwerke wie und eher private Netzwerke? Ich glaube, eine Matrix, welches Netzwerk nutze ich für was und welches unterstützt welche Tätigkeit, welche unterschiedlichen Funktionenbieten die verschiedenen Netzwerke würde durchaus einmal Sinn machen, um den Wahnsinn sozialer Netzwerke zu bezwingen.
P.S. Und "Wahnsinn" nicht mißverstehen. Ich bin ein absoluter Fan von Social Software und Netzwerken, sowohl im Unternehmen, zwischen Unternehmen, im Web 2.0 wie auch im privaten Umfeld. Ist Euch bestimmt noch gar nicht aufgefallen ;-)
A while back I came across a great quote: “Facebook is where you find the people you know, Twitter is where you find the people you should know.”
...
So what’s the conclusion then? Well, to put it in a very simple way … Facebook is more like a playground where you relax and have fun with your friends, while Twitter is where you connect with others in a more professional manner. This doesn’t mean that Facebook is useless for business.
Interessante Analyse. Und für mich trifft sie weitgehend zu. Meine Kontakte auf Facebook kenne ich meist persönlich, die auf Twitter nicht. wie ist das bei Euch?
Though Facebook is the reigning social network, it is simply a ripple in the ocean of IBM's vision for the new social organization. Businesses of all sizes need to think social across their intranets, extranets, the internet itself and the emerging mobile marketplace. Whether it's about sharing information internally, with clients in a walled garden, or with prospects on their cellphones, "social is an important dimension and critical to what we're doing," explained Schick.
Great article on our vision on social everywhere and the social organization. Alhough I am a bit careful with the headline (typical German) and do prefer the paragraph header "Social software for business that is as easy as Facebook". I strongly believe that this is the message, we do need to bring this message much louder into the market. Our (IBM's) social software is top of the edge miles ahead of what Microsoft currently calls social in their offering. And we within IBM are our best reference.
Should we use the word social in a business environment? There are discussions on that saying that business leaders will never accept the term social. As long as you call it social, they are not going to buy it. There is some truth in it, but I d believe it is to late. It is Social Software and Social Media and it is on us to translate it to the business.
P.S. A German version of this posting has been published on IBM Blue Blog. The posting reflects my personal opinion and not the one of my employer.
For many marketers, their Facebook fan bases have become their largest web presence, outstripping brand sites or e-mail programs either because a brand's traditional web-based "owned media" is atrophying or because more consumers are migrating to social media.
In my opinion wrong question: Facebook OR corporate web site. Companies need a supplemental strategy integrating and combining the Facebook Fan Page and the Corporate web site. And they need to go away from the corporate web site as colorful shop-window and proceed to a web site offering dialog and communication with integration of social media for their customers. Companies need to provide an exceptional web experience and value on their site. This is the way to go.
P.S. And their is obviously a difference between B2C and B2B.