Obwohl Home Worker weniger Zeit in der Gesellschaft von Kollegen verbringen, ist es entscheidend, dass sie immer noch das Gefühl der Zugehörigkeit zu ihrer Arbeits-Community haben. Daher muss die soziale Interaktion gefördert werden, damit sich dies nicht auf das Engagement, die Loyalität oder Belastbarkeit der Mitarbeiter auswirkt. Home Working stützt sich zudem stark auf Schrift- und Sprachkommunikation, da persönliche Meetings seltener werden. Dies hat erhebliche Auswirkungen auf unsere Kommunikation: 50-60% unserer Kommunikation hängen von visuellen Reizen wie Körperhaltung, Gestik, Mimik und Augenbewegungen ab. Es ist also unerlässlich, dass neue Kompetenzen, Instrumente und Techniken erlernt werden sowie eine moderne Infrastruktur errichtet wird, um einen verständlichen und effektiven Austausch sicherzustellen.
Nicht wirklich erstaunlich Resultate in der Zusammenfassung einer europäischen Studie zu den Herausforderungen beim Arbeiten im Home Office. Aber vielleicht bich ich auch durch die eigene Praxis und die langjährige Erfahrung der IBM in diesem Bereich geprägt.
Bei Miele hat man erst gar keine eigene Fernbedienung entwickelt, sondern gleich das iPad (oder iPhone) per kostenloser App in eine Steuerzentrale umfunktioniert. Hier greift man nicht auf die Musik, sondern auf die Wäsche, den Kuchen oder die Teller zu. InfoControl Plus ist die Möglichkeit, seine Miele-Geräte vom iPad aus an- und abzuschalten und Daten wie die Restlaufzeit von Waschmaschine, Backofen oder Geschirrspüler abzulesen. Das iPad wird über einen Gateway und den Router ins heimische Netz integriert.
Der Zugriff auf die Miele-Waschmaschine mit dem iPhone
Im letzten Jahr war diese Konsole noch fest in der Küche eingebaut. Offenbar ging man bei Miele davon aus, dass sich Hausfrau oder -mann dort am häufigsten aufhält. Zudem musste das Unternehmen auf die Technik eines Spezialisten zurückgreifen. Mit dem Einsatz des iPad wird InfoControl jetzt mobil, da man nicht erst in die Küche gehen muss, um sich zu informieren, wie lange die Waschmaschine noch laufen wird.
Dieser Tage habe ich noch über mein Leiden und die Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit von Vernetzung und Integration im eigenen Heim geschrieben. Und natürlich legen die Anbieter azf der IFA nach. Teilweise sind es wohl noch Fakes, teilweise sind aber wohl auch konkrete Apps geplant, mit denen Waschmaschine oder Geschirrspülmaschine kontrolliert und gesteuert werden sollen.
Bleibt denn gar nichts mehr, was wir nur zu Hause tun und nicht bei der Arbeit? Nach einigem Kopfzerbrechen komme ich auf ein knappes halbes Dutzend Dinge, die bislang noch auf die eigenen vier Wände beschränkt bleiben. So ist Nacktheit im Büro noch immer tabu, und auch im Flanellpyjama habe ich noch niemanden am Schreibtisch gesehen. ... Nur eines tun wir immer weniger und weniger im Büro - arbeiten. Aber das ist ja klar: Warum im Büro arbeiten, wenn wir es so bequem zu Hause erledigen können?
Nette Glosse ... oder ist es gar keine Glosse?
Der Branchenverband erwartet, dass die Heimvernetzung in Deutschland in den nächsten Jahren zu einem Milliardenmarkt wird. „Die technische Basis für die Vernetzung der Geräte ist schon heute in vielen Haushalten vorhanden“, so Schidlack. Funknetze wie WLan oder Powerlinetechnik, mit der Daten über die Stromleitung übertragen werden können, verknüpfen PCs in den Wohnungen mit dem Internet.
Wenn ich sehe, wie weit wir heute noch davon entfernt sind, beschleicht sich eine gewisse Skepsis. Noch immer laufen die "Basisdienste" Telefon, Internet und TV weitgehend nebeneinander her - oder aber sind nur von denjenigen miteinander zu integrieren, die tief im Thema sind tüfteln wollen und können.
Kurz vor der WM habe ich einen Philipps Flachbildfernseher gekauft. Aber von wegen Plug and Play. Die Bilder vom Mac sind nicht so einfach mal auf dem Fernseher abzuspielen. Oder mein schon beschriebenes Beispiel Time Capsule und T-Home. Wenn sich Apple's Datensicherung und die Datenübertragung beißen, geht halt nix. Wenn hier ein Massenmarkt adressiert werden soll, muß noch viel getan werden.
Und natürlich brauchen wir auch vernünftige Anwendungsszenarien, die Sinn machen. Am Beginn des Artikels sind einige geannt. Aber noch immer überlege ich, ob ich den Toaster wirklich per Computer bedienen muß. Nur wenn der Toast dann nicht anbrennt und um Klassen besser schmeckt ...
P.S. Und bitte kein Steuerungssoftware von Microsoft, wie am Ende des Artikels beschrieben.
Das Problem sind denn auch weniger die technischen Rahmenbedingungen als die Chefs: 22,8 Prozent der Befragten geben zu Protokoll, dass in ihrem Unternehmen mobiles oder "Remote-basiertes Arbeiten" gar nicht erlaubt sei. Weitere 16,8 Prozent erklärten, das sei nur "in Ausnahmefällen" möglich, 28 Prozent wissen nicht, was geht. Nur eine kleine Minderheit von gerade einmal 9,4 Prozent "ermutigt alle Mitarbeiter darin, von unterwegs, zu Hause oder Remote-basiert zu arbeiten".
Die Technik ist heute nicht mehr das Problem, trotz aller Security-Aspekete, die zu berücksichtigen sind. Es ist vor allem ein kulturelles Problem, daß zuhause arbeiten akzeptiert wird. Ich habe ja an anderer Stelle schon darüber, wie ein Chef seiner Mitarbeiterin indirekt unterstellt hat, sie würde zuhause eben nicht arbeiten. Das Thema werde ich auch am 5. Oktober auf einer Tagung des Fraunhofer Instituts behandeln.
 Am heutigen 8. Juni geht in Berlin die DNUG Frühjahrskonferenz, das Treffen der deutschen Lotus-Anwender, los. Im Vorfeld hatte ich einige Gespräche mit Kevin Cavanaugh und Ed Brill, die heute die Keynote halten. Kevin brachte den Satz „Breaking down the walls of the Enterprise“ in die Diskussion und seine Präsentation wird unter diesem Motto stehen. Und ich glaube, daß dieser Satz aus vielerlei Gründen die jetzige Situation beschreibt. Ganz banal passt er natürlich zum Veranstaltungsort Berlin.
Deshalb habe ich ihn in „Die Mauern werden fallen“ umformuliert. Ich schreibe auch bewusst werden statt müssen, denn ich bin der festen Überzeugung, daß diese Entwicklung nicht mehr aufzuhalten ist. Es gibt einige Megatrends, die dazu beitragen, daß die Unternehmensmauern fallen. Einige sind technologischer Art, einige kultureller. In der Kombination von Kultur und Technologie entsteht aus meiner Sicht die besondere Sprengkraft.
Trend 1: Cloud Computing wird die bisherige IT umkrempeln. Immer mehr Lösungen wandern in die Cloud. Vielleicht derzeit noch relevanter: Immer mehr Daten wandern in die Cloud. Das erleben wir ganz massiv schon im privaten Umfeld. Canonical bietet Ubuntu-Anwendern Speicherplatz in der Cloud. Stratos macht ein entsprechendes Angebot. Wer einen Asus Eee PC Tablet kauft, bekommt Speicher in der Asus-Wolke. Zwar herrscht noch eine gewisse Skepsis, seine Daten nur der Wolke anzuvertrauen, aber die Tendenz ist eindeutig. Und Lösungen wie Dropbox bieten ja durchaus eine elegante Mischung von lokaler und wolkiger Speicherung.
Machen sich viele Anwender noch Gedanken, ihre Dateien in der Wolke zu speichern, so haben doch heute fast jeder (mindestens) ein privates Webmail-Konto. Und auch dort werden in der Regel Daten gespeichert. E-Mails und E-Mail-Anhänge. Dienste wie Flickr sind für Fotos akzeptiert. Und es gibt eine Unzahl von Lösungen, die privat aus der Cloud genutzt werden. Solche Services sind unterdessen oft eine Selbstverständlichkeit, über die gar nicht mehr nachgedacht wird.
Die Privatanwender sind gewohnt, die Cloud zu nutzen. Und dieser Trend wird sich auch in die professionelle IT übertragen. In den vergangenen Jahren gab es keinen wirklichen wirtschaftlichen Grund, ein E-Mail-System zu wechseln. Entsprechende Migrationen von System A auf System B waren immer entweder politisch motiviert oder kamen durch Firmenzusammenschlüsse und sich daran anschließende Standardisierungsbemühungen zustande. Jetzt, wo Webmail-Lösungen gehostet in der Cloud verfügbar sind, gibt es zumindest mal den Anlaß über die Kosten einer Inhouse-Lösung im Vergleich zu einer Cloud-basierten Lösung nachzudenken. Natürlich gehen solche Überlegungen auch an das Selbstverständnis der IT Abteilung und lösen dort Existenzängste aus. Verlassen Server und damit auch Arbeitsplätze das Unternehmen? Und solche Bedenken sind auch menschlich natürlich nur zu verständlich.
Unternehmensübergreifende Zusammenarbeit – neudeutsch Kollaboration – ist ein weiteres Thema, das durch die Cloud (auch durch IBM) ideal adressiert werden kann. Ich kann mit meinen Kunden, Lieferanten, Geschäftspartnern Dokumente, Daten, Termine, Projekte gemeinsam in der Cloud bearbeiten, in einer sicheren Umgebung, jenseits der für solche Aufgaben ungeeigneten E-Mail-Inbox. Die Liste möglicher interessanter Lösungen lässt sich beliebig fortsetzen. Dies sind Themen, die in meinem persönlichen Arbeitsumfeld gerade aktuell sind und wozu wir ja auch mit Pierre Audoin Consulting aktuell eine White Paper erstellt haben.
Trend 2: Das Thema Zusammenarbeit in der Cloud führt mich zum zweiten Megatrend: Soziale Netzwerke knabbern an den Mauern des herkömmlichen Unternehmens. Wir haben in den vergangenen Jahren in Deutschland beobachten können, wie sich XING zu einem Geschäftsnetzwerk entwickelt hat, auf dem Kontakte gehegt und gepflegt werden. Neben der Funktion von XING als Marktplatz für neue Jobs werden dort auch Geschäftskontakte und neue „Opportunities“ identifiziert. Das geschieht in den Diskussionsforen und -gruppen, wo man desöfteren identifizieren kann, wer gerade welches Projekt startet und wen man deshalb einmal anrufen könnte. LinkedIn spielt international diese Rolle, konnte sich aber bis dato noch nicht in Deutschland durchsetzen. Facebook ist dann doch eher noch das private soziale Netzwerk.
Ich glaube, daß sich solche sozialen Netzwerke frei nach dem Cluetrain Manifest immer mehr auch zu geschäftlichen Marktplätzen entwickeln werden, auf denen diskutiert, gefeilscht und gehandelt werden wird. Im Rahmen der sozialen Netze werden auch vermehrt professionelle Services zur Verfügung stehen, die in der Regel nicht vom Betreiber des Netzwerkes stammen, sondern von – der Kreis schließt sich – Anbietern aus der Cloud zur Verfügung gestellt werden. Dies reicht dann von der Lösung für Online Meetings über Instant Messaging und File Sharing bis hin zu professionellen Projektmanagement-Angeboten. Das Interessante daran ist, daß quasi private oder semiprofessionelle Netze und professionelle Cloud Offerings zu Lösungen kombiniert werden. Dabei handelt es sich dann um eine Lösungsarchitektur, die Services verschiedener Anbieter kombiniert, eventuell auch mit konventionellen On Premise-Lösungen aus der Unternehmens-IT.
Aber dies führt vom Thema Soziale Netzwerke und deren Sprengkraft weg. Ich denke, man kann und muß den Blick auch über die sozialen Netzwerke hinaus generell in das Web 2.0 richten. Das, was man gemeinhin eben Web 2.0 nennt, hat den Umgang vieler Menschen mit IT Services wie Chatten, E-Mail, aber auch in der Vernetzung und Kommunikation mit anderen dramatisch verändert. Und diese Erfahrung aus dem privaten Umfeld wird Einfluß auf Unternehmen, deren Kultur und Organisation haben. Nicht nur, aber gerade die jungen Digital Natives tragen eine neue Kultur der Kommunikation in die Unternehmen hinein und rütteln an den Mauern der herkömmlichen Unternehmensorganisation.
Trend 3: Eng verbunden mit dem Web 2.0 sind auch Trends zur Neu- und Umorganisation des Arbeitslebens. Mir wurde während des Lotus JamCamps eigentlich erst richtig klar, wie fortschrittlich ich in der IBM arbeiten darf. So ich keine Termine und Verpflichtungen habe, sitze ich zuhause in meinem Home Office und erledige von dort aus meine Arbeit. Dafür ich hab alle technischen Möglichkeiten, um effizient mit Kollegen, Kunden, Partnern oder Presse zu kommunizieren und mit ihnen zusammenzuarbeiten, Informationen zu teilen und gemeinsam zu bearbeiten. Übrigens hier auch wieder durchaus unternehmensübergreifend. Das Projekt Lotus JamCamp haben wir – IBM'er, externe Dienstleister und Kooperationspartner - über die Cloud abgewickelt.
Aber mindestens genau so wichtig wie die Technologie ist die Akzeptanz im Unternehmen, daß zuhause arbeiten nicht faulenzen bedeutet. Ich habe ja schon an anderer Stelle darüber berichtet, wie manche Führungskraft Heimarbeit durchaus kritisch beäugt. Und Heimarbeit bedeutet sicher auch Eigenverantwortung und Selbstdisziplin. Den Rasen kann man tagsüber nur dann mähen, wenn keine parallelen Aufgaben, Termine oder Telefonkonferenzen anliegen. Viele Freunde und Bekannte haben schon mit einem gewissen Unterton bemerkt „Wie kannst Du nur zuhause arbeiten und die Disziplin dazu aufbringen. Ich könnte das nicht.“ Ja, als derjenige, der zuhause arbeitet, muß man sich schon auch darüber klar sein, daß man auch dann seine Ergebnisse liefern muß. Uwe Hauck hat einmal schön einen meiner Blogposts dazu auf Facebook kommentiert: "Auch wir müssen endlich weg vom Arbeiten um beschäftigt und körperlich präsent zu sein hin zum ergebnisorientierten Arbeiten." Trends und Konzepte wie Crowdsourcing und Coworking tragen weiterhin dazu bei, daß an den Mauern des konventionellen Unternehmens genagt wird. Zwar dürfte deren Einfluß noch nicht dramatisch sein, jedoch dienen sie durchaus als Katalysator neuer Ideen und Arbeitsformen. Und vergessen wir auch nicht die zunehmende Globalisierung der Arbeit. Shared Service Center in Indien, auf den Philippinen und in Osteuropa sind in vielen Unternehmen Realität.

Trend 4: Und last but not least sehe ich die Mobilisierung der Informationen durch Smart Phones und künftig Tablets als einen weiteren wichtigen Trend an. Auch dies hat wiederum die technologische und kulturelle Komponente. Vor einigen Jahren haben wir noch über die Blackberry-Junkies gelästert, die ihre Finger nicht vom Gerät lassen konnten und ständig am E-Mails checken waren. Schauen wir uns heute um, so sehen wir im privaten wie im beruflichen Umfeld immer mehr Personen, die am Smart Phone kleben. 4 von 10 iPhones werden von Anwendern aus Unternehmen gekauft. Das Bild von der DNUG Herbstkonferenz spricht für sich.
Jedoch geht es heute nicht mehr nur um E-Mails checken oder SMS schreiben. [Nebenbei bemerkt: Kann man eigentlich mit dem Smart Phone auch noch telefonieren? Oft habe ich den Eindruck, daß dieses Einsatzgebiet komplett in den Hintergrund getreten ist.] Aber zurück zur Nutzung des Smart Phones. Immer mehr Lösungen und Anwendungen laufen auf den Smart Phones. Ob es nun der Twitter- oder Facebook-Client im Web 2.0-Umfeld ist oder ob es um Unternehmensanwendungen geht. Unsere aktuellen Ankündigungen auf der DNUG zeigen nur zu deutlich, daß ein Tablet wie das iPad durchaus auch für „seriöse“ Arbeit benutzt werden kann – und benutzt werden wird. Tablets werden sich getrieben durch den Erfolg des iPads dramatisch ausbreiten. Die mobilen Geräte tragen ebenfalls dazu bei, herkömmliche Strukturen aufzubrechen und stellen die Unternehmens-IT vor neue Aufgaben. Drum herum kommen wird man nicht. Smart Phones (und bald Tablets) sind Realität. Man kann versuchen sie aus dem Unternehmen zu blocken. Dann werden sie halt privat genutzt. Dann liegt das Smart Phone oder das Tablet eben neben dem sorgfältig gesicherten und abgeschirmten Unternehmens-PC und die Anwender verbinden sich per privater UMTS-Karte ins weltweite Netz.
All diese 4 Trends – und es mag noch eine Vielzahl weiterer geben und über entsprechenden Input hier würde ich mich sehr freuen – sind neuartige Herausforderungen. Vor allem sind sie eng miteinander verwoben, beschleunigen, ja potenzieren sich oft gegenseitig. Darin liegt ihre spezielle Mauern erodierende Kraft.Sie stellen auch und gerade neue Herausforderungen an die Unternehmens-IT, die ihre Sicherheits- und Datenschutzkonzepte überdenken und überarbeiten müssen. Auch wenn mancher Service und Server vielleicht aus dem Rechenzentrum und Serverraum in die Cloud wandern wird, könnte gerade im Bereich Sicherheti und Architektur genug und vor allem auch anspruchsvolle Arbeit bleiben.

Aber natürlich ist es nicht nur eine Herausforderung an die IT. Management und Mitarbeiter müssen diesen Trends auch gerecht werden und mit ihnen konstruktiv umgehen können. Und das ist auch die Aufgabe der nächsten Zeit, denn alle diese Entwicklungen sind aus meiner Sicht unaufhaltbar auf dem Weg zum Enterprise 2.0. Auch in der DDR hat sich das Regime lange gegen den Fall der Mauer gewehrt. Aufhalten konnten sie ihn nicht. Die Mauerspechte picken und brechen schon jetzt laufend Stückchen aus den Unternehmensmauern heraus. Hört Ihr sie schon an Euer Unternehmen klopfen?
Kreativitätsort Nummer 1 der deutschen Arbeitnehmer ist die Dusche oder das Bad. 13,5% der Befragten gaben an, hier ihre besten Einfälle zu haben. Dahinter folgen das Bett oder Sofa (12,1%) und das WC (9,9%). Für die Auftraggeber der Befragung steht damit klar fest: Kreativ sind die Befragten vor allem daheim.
Ein Plädoyer für das "Home Office". In die Dusche oder auf das WC gehören also die notwendige IT-Ausstattung, um die dort geborenen kreativen Ideen festzuhalten. Wasserdicht und intuitiv zu bedienen. Damit auch ja nichts verloren geht.
Zuhause ist demzufolge der Brutplatz der Kreativität. Ich erlaube mir jedoch zu bemerken, daß Kreativität nicht nur alleine "passiert". Kreativität entsteht auch in der Diskussion, in der Zusammenarbeit und im Zusammentreffen mit anderen. Dieser Aspekt kommt mir etwas kurz in dem Artikel.
Dirk Brauckhoff ist Kundenberater für IT–Lösungen bei IBM Berlin und arbeitet mobil. Sein Arbeitgeber setzt ihm Ziele, die er erreichen muss. Wie er sich seine Arbeit einteilt, bleibt ihm überlassen.
Er besucht seine Kunden, arbeitet zu Hause, im sogenannten homeoffice und an manchen Tagen geht er ins Unternehmen. Dort allerdings hat er keinen eigenen Schreibtisch mehr. Er kann sich an so genannte e-places, elektronische Arbeitsplätze, setzen. Schlichte, leere Schreibtische in einem Großraumbüro. Seine Kollegen trifft er dort nicht zufällig, er muss sich bewusst mit ihnen verabreden. Er selbst sieht darin eine Gefahr des mobilen Arbeitens und achtet darauf, dass er seine Kollegen regelmäßig sieht.
Mobil arbeiten, heißt für beide auch, technische Möglichkeiten, die ihre Arbeit effizienter machen, zu nutzen.
Über http://www.smartworkers.net bin ich gerade auf diesen Beitrag gestoßen: Mir wird immer deutlicher, wieviele Möglichkeiten mir die IBM in punkto Arbeitszeitgestaltung und Home Office gibt. Ich kann von zuhause arbeiten, nutze modernste Web 2.0-/Enterprise 2.0-Tools von Instant Messaging (Lotus Sametime) bis zu Social Software (Lotus Connections), share Informationen und Aktivitäten in der Cloud mit Partner und Kunden (LotusLive) und nutze Online- und Telefonkonferenzen für Meetings. Und ich habe sicher noch das ein oder andere vergessen.
Neben all diesen technischen Möglichkeiten mindest genauso wichtig ist aber, daß es akzeptiert und ganz normal ist, daß wir so arbeiten. Ja, auch bei uns gibt es einige Kritikpunkte, aber diese Kombination von technischen Möglichkeiten in Kombination mit Unternehmenskultur ist schon was Tolles. Und ich glaube, vieles können wir hier Smarter Work nennen.
Übrigens gibt es auf der oben genannten Webseite auch ein Video zu dem Bericht von RBB.
Yesterday, the President forcefully proclaimed how evidence shows that workplace flexibility is not just a special perk for women, but that it's a critical part of a workplace that can help all of us: that increased flexibility doesn't hurt your bottom line, it increases it; that work is what you do, not who you are; and that fathers need and want to be as much a part of their children's lives as do mothers.
Interessant. Bin gerade über Berichte gestolpert, die über ein Treffen im Weissen Haus zum Thema Arbeitsplatz und Arbeitszeitgestaltung in der Zukunft berichten. (Ich nehme das Wort Work-life Balance nicht in den Mund. Das ist mittlerweile schon zu ausgelutscht.) Zudem hat das Weisse Haus einen Bericht unter dem Titel “WORK-LIFE BALANCE AND THE ECONOMICS OF WORKPLACE FLEXIBILITY” herausgegeben. Ich denke einmal, die Herausforderungen in den USA sind nicht so viel anders als die in Deutschland.
Ich hoffe, daß wir auch dieses Thema auf dem Lotus JamCamp behandeln werden. Verhandele gerade mit unserer HR-Abteilung von IBM, daß die über unser Arbeitszeit- und Arbeitsplatzmodell (inkl. Möglichkeit zum Home Office) berichten wird. Sieht gut aus.
Der Arbeitsplatz frisst sich inzwischen bei den meisten Berufstätigen in Deutschland über Handy und PC immer weiter in das Privatleben. Zwei Drittel der Berufstätigen sind inzwischen außerhalb ihrer regulären Arbeitszeiten für Kunden, Kollegen oder Vorgesetzte per Internet oder Handy erreichbar.
So weit das Zitat aus dem Spiegel, der in seinem Artikel Bezug auf eine Studie der Bitkom nimmt. Erreichbarkeit kann sicher ein Fluch werden. Die Verbreitung des Mobiltelefons hat zu der Erwartungshaltung geführt, daß man immer erreichbar ist beziehungsweise sich zeitnah und sofort zurückzumelden hat. Und wer hat schon einmal den Anruf bekommen, wenn man eine E-Mail nicht innerhalb von 15 Minuten beantwortet hat: Hast Du meine E-Mail schon gelesen? Wer wurde nicht schon angechattet, obwohl die Präsenzanzeige auf In Besprechung oder Abwesend steht.
E-Mail, Instant Messaging, Twitter und Mobiltelefon erleichtern auf der einen Seite die Kommunikation ungemein. Ich möchte die Werkzeuge nicht missen. Auf der anderen Seite erzeugen sie die oben beschriebene Erwartung und auch Druck, den man sich selber macht. Man schaut latent aufs Telefon, ob eine SMS gekommen ist. Abends um 10 Uhr wird nochmals der Rechner angeschaltet. Es könnte ja eine wichtige E-Mail da sein.
Inzwischen entpuppt sich die totale Erreichbarkeit für immer mehr Menschen als Bürde, weil die Trennung zwischen Arbeits- und Privatleben nicht mehr gelingt.
via spiegel.de
Auf der Next Corporate Communications Konferenz in St. Gallen vergangene Woche habe ich geschildert, daß ich viele meiner Blogbeiträge am Wochenende außerhalb der regulären Arbeitszeiten schreibe, weil meist unterhalb der Woche der Terminkalender zu voll ist, um sich einmal in Ruhe die Zeit für ein vernünftiges, inhaltlich qualitatives Posting zu nehmen. Auch da frisst sich der Job ins Privatleben. Nun ist das Bloggen bei mir persönlich sicher eine Mischung aus beruflichem Engagement und persönlichem Schreibtrieb. Nicht umsonst habe ich mal als Journalist gestartet. Aber welche Artikel sind "nur" privat, welche beruflich? Die Grenzen verschwimmen. Ich habe im Job mit Social Media zu tun und ich interessiere mich privat dafür. Mein Job ist es die Collaboration-Tools der IBM in Deutschland zu vermarkten. Collaboration und den modernen Arbeitsplatz fand ich immer auch privat sehr interessant.
Auch unter anderen Perspektiven vermischen sich Privat- und Berufsleben. Ich arbeite meistens im Home Office, habe dort alle technischen Voraussetzungen und es wird von meinem Arbeitgeber ermöglicht. Wie ist es nun, wenn ich während der "normalen" Arbeitszeit mir eine Stunde Auszeit nehme und den Rasen mähe? Positiv gesprochen - und ich meine es absolut positiv: Es ist doch super, wenn ich meine Arbeitszeit so flexibel gestalten kann, wie ich es möchte, in den Kernzeiten natürlich erreichbar bin, aber auch Sachen abends oder am Wochenende erledigen kann. Solange der Job gut oder sehr gut erledigt wird ...
All diese verschiedenen Aspekten des Zusammenspiels oder der Trennung von Privat- und Berufsleben machen für mich deutlich, daß wir neu oder verstärkt über die Regeln nachdenken müssen, wie man die persönliche und berufliche Arbeitswelt organisiert. Dazu gehören klare Vereinbarungen, die man mit dem Arbeitgeber bezüglich Erreichbarkeit oder Heimarbeit trifft, ebenso wie die eigenen persönlichen Regeln, die man für sich und mit seiner Familie vereinbart. Neue Kommunikationstechnologien, Home Office, Social Media und andere Aspekte, die ich hier nicht beleuchte, haben unsere Arbeitswelt bereits dramatisch geändert und werden sie noch weiter ändern. Ich habe nicht den Eindruck, daß diese Fragen bereits tiefgehend und in der Breite diskutiert wurden. Wir haben noch nicht das Bewußtsein, die Regeln und den Rahmen geschaffen. Ich hoffe, daß wir auch solche Aspekte auf dem Lotus JamCamp - im Online Jam und vor Ort am 23. und 24. April in Ehningen - diskutieren werden.
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