[DE] Digital Naiv oder Digital Native. Eher Digital Resident. Meine privaten Gedanken rund um Arbeitswelt, Technologie, Netz, Essen, Fußball und mehr ................................... [EN] Digital Naive or a Digital Native. More likely a Digital Resident. My privateThoughts around work, technology, the web, food, football ...
Mobile is the future and the iPad is the symbol of that transformation. In the olden days, the IT worker controlled the environment. Today, the IT worker must adapt to a consumer driven world.
In einem Report, der auf der Befragung von 1.100 mobilen Mitarbeitern beruht, hat iPass herausgefunden, dass die Verbreitung mobiler Endgeräte im Unternehmen keine Frage des Alters ist. Es sei vielmehr altersunabhängig zu beobachten, dass die Mitarbeiter immer häufiger ihre privaten Endgeräte mitbrächten, um auch mit ihnen zu arbeiten. Dieses Konsumerisierung genannte Phänomen gebe es quer durch alle Schichten mobiler Arbeitskräfte, unabhängig von Alter und geografischer Herkunft, so iPass.
Die Befragung der mobilen Belegschaft ergab, dass mehr als 90 Prozent der Mitarbeiter ihr Smartphone sowohl für die Arbeit als auch für persönliche Aktivitäten nutzen. Selbst privat angeschaffte Mobilgeräte wie iPad und andere Tablet-PCs werden derzeit oder demnächst von 91 Prozent der Anwender auch zu beruflichen Zwecken eingesetzt.
Auch die Grenze zwischen Privat- und Geschäftsapplikationen verschwimmt. Die Mehrzahl der Befragten nutzt auf ihrem Smartphone Anwendungen wie E-Mail, Kalender, Messaging und Internet sowohl für die Arbeit als auch für persönliche Zwecke. Die einzige Ausnahme bilden soziale Plattformen, die kaum aus beruflichen Gründen aufgesucht werden.
Zum letzten Satz sage ich nur, vielleicht noch nicht. Auch soziale Plattformen werden immer geschäftsrelevanter. Wichtiger ist für mich die Konvergenz von mobilen Endgeräten, Cloud-Computing (oder SaaS) und dem Verschwimmen der Grenze von beruflicher und privater Nutzung. Die Mauern des traditionellen Unternehmens fallen und damit ändert sich auch die Rolle und die Aufgaben der Unternehmens-IT. Unaufhaltsam. Interessant (nicht wirklich erstaunlich, aber bestätigend) auch die folgenden Ergebnisse:
Obwohl der Blackberry das dominierende Gerät im Business ist, würden die befragten Mobilarbeiter zu 54 Prozent lieber ein iPhone besitzen, wenn ihr Unternehmen das erlaubt. Ein Viertel der Befragten sprach sich zudem für die Nutzung des iPad aus. Insgesamt stehen bei den Umfrageteilnehmern Smartphones höher im Kurs als Netbooks: 63 Prozent würden solche Geräte vorziehen.
iPhone und Android sind im Begriff, den Smartphone-Markt bei mobilen Belegschaften bis zum Jahr 2012 zu dominieren.
Schon bald werde es mehr Smartphone-Besitzer geben, die ihr Gerät beruflich nutzen, als private Verbraucher.
Bemerkenswert ist daneben, daß nicht nur IT-Publikationen das Thema aufgreifen. Auch Wirtschaftspublikationen wie die Wirtschaftswoche oder das Handelsblatt (Das Ende der PC-Ära?) greifen es auf:
Eins ist sicher: Um gute junge Leute anzuziehen und das bestehende Personal nicht zu frustrieren, müssen die Betriebe handeln und neue Techniken und Geräte einführen.
...
Bislang haben die IT-Leiter hauptsächlich auf Windows gesetzt. Das ist jetzt vorbei, Apple zieht ein, auch an Android von Google kommen die Verantwortlichen nicht vorbei.
Lesenswert auch der Artikel auf cio.de iPad, Android, Bring your Own - Die 7 Mobil-Trends für Unternehmen, in dem die Ergebnisse der Umfrage „EMEA Enterprise Mobility Survey 2010“ des Beratungsunternehmens IDC zusammengefasst werden.
Poste einen Beitrag hier quer, der auf Silicon.de erschienen ist. Das Posting basiert auf Artikeln, die ich zum Thema Apple und iPad geschrieben habe, ist aber gerade am Ende nochmals komplett überarbeitet worden und bietet dort neue Gedanken. Die ursprünglich von mir vorgeschlagene Überschrift war Mac'ern im Unternehmen und wie das iPad Android hilft, in die Unternehmen zu kommen.
"Es genügt auch nicht mehr, dem Management Blackberries zur Verfügung zu stellen", sagt IBM-Manager Stefan Pfeiffer. Für silicon.de beschreibt er, welche Erfahrungen er mit der Apple-Welt gemacht hat und welche Folgen iPad & Co für die IT-Landschaft haben.
Es gibt genug Gründe, Apple und seiner Produktpolitik kritisch gegenüber zu stehen, etwa den Zwang in den geschlossenen App-Store mit nur schwer durchschaubaren Regeln, das rigorose Verhalten gegenüber anderen Unternehmen bei der Verwendung ähnlicher Namen oder die teils brüske Art, mit Kritik von Kundenseite umzugehen (Stichwort "You're holding it the wrong way").
Ich gebe aber zu, dass mich die Technologie trotzdem weiterhin begeistert und ich in einer nahezu homogenen Apple-Welt sehr zufrieden lebe. Seit Juni 2009 nutze ich ein privat erworbenes weißes 13 Zoll MacBook als Arbeitsplatzrechner im Job. Es handelt sich um eine ältere Baureihe, aufgerüstet auf 3 GB Hauptspeicher und eine 500 MB Festplatte. Und noch immer bin ich von der Geschwindigkeit im Vergleich zu Windows absolut begeistert. Während Kollegen noch ihren Rechner hochfahren, ist mein Rechner schon lange einsatzbereit. Auch die Programme, die ich für meine tägliche Arbeit brauche, laden deutlich schneller. Kaum noch Zeit, um wie früher in Ruhe meinen Kaffee zu holen, während die Maschine startete...
Auf dem Mac nutze ich Lotus Notes als Collaboration Client inklusive Instant Messaging, Lotus Symphony als Office-Paket und daneben einige Tools wie Skitch für Grafiken, Skim als PDF Reader, Norton als Sicherheitspaket, Evernote als elektronischen Spickzettel, Gruml als Google-kompatiblen RSS Feedreader, Hootsuite als Social Media-Client sowie neben Sametime Skype und Adium zur Kommunikation. Viele andere Geschäftsanwendungen laufen – Stichwort Arbeitsplatz in der Cloud –, sowieso im Browser, wodurch die Hardware-Platttform kein Problem darstellt. Die Zeiten, wo IE6 für Webanwendungen gebraucht wurde, sind vorbei und ich bin mit Firefox als Browser unter OS X hoch zufrieden. Also nix zu meckern auf dem Mac im Unternehmenseinsatz.
Neben dem MacBook haben sich über die Jahre eine Reihe weiterer Apple-Produkte angesammelt, vom "uralten" 60 GB iPod über das iPhone 3G und iPad mit 32 GB bis hin zur TimeCapsule Backup-Lösung. Auf iPhone und iPad synchronisiere ich meine E-Mails und weitere Geschäftsanwendungen und -dateien, so dass ich mobil die wichtigsten Aufgaben meiner täglichen Arbeit erledigen kann.
Gerade das iPad hat eine Flut an Artikeln und Kommentaren hervorgerufen, die sich mit dem Thema Apple generell und der Tauglichkeit für den Geschäftseinsatz insbesondere auseinandersetzen. Auf silicon.de finden sich verschiedene Umfragen, die die Vorteile von Apple-Geräten in Unternehmen zeigen. Die genannten Ergebnisse in Sachen Produktivitätsgewinn decken sich mit meinen persönlichen Erfahrungen. Neben dem Mac wird jedoch vor allem das Tablet von Apple einen großen Einfluss auf Unternehmen haben.
Gartner zum Beispiel empfiehlt den Unternehmenschef, sich persönlich in die Diskussion um das iPad einzuschalten und einen Dialog mit ihren IT-Abteilungen rund um den Sinn des iPad für ihre Unternehmen zu beginnen. Ein Grund dafür ist laut dem Analystenhaus, dass sich die Mitarbeiter im Privaten verstärkt diesen Produkten zuwenden und dementsprechend erwarten, dass diese auch von ihren Unternehmen unterstützt werden. Dieses Phänomen bezeichnet Gartner als Consumerization. Unternehmen müssen und sollten sich darauf einstellen, dass neue Geräte, die die Anwender aus der privaten Nutzung kennen, an die Türen der Unternehmens-IT pochen.
Auch mein Arbeitgeber IBM sah sich mit dem Thema konfrontiert und geht konstruktiv damit um. Mitarbeiter wie ich dürfen Mac's als Arbeitsgerät benutzen. Eine entsprechende Infrastruktur für VPN-Zugang wird ebenso wie Security-Werkzeuge zur Verfügung gestellt. Daneben gibt es aber keinen Support durch eine offizielle Hotline. Stattdessen hat sich eine weltweite Community von Apple-Anwendern auf dem Intranet organisiert, die Social Software nutzen, um sich gegenseitig zu unterstützen. Wenn ich ein Problem habe, gehe ich in diese Community und finde dort meistens die Lösung oder hinterlasse eine Frage, die in der Regel sehr schnell gelöst wird. Wenn das nicht auch ein gutes Beispiel für Enterprise 2.0, für offenen Wissensaustausch, unbürokratisches Teilen von Informationen, Engagement der einzelnen Mitarbeiter und die Weisheit der Massen ist?
Natürlich bin ich nicht so naiv, diese Lösung für alle Unternehmen als gangbar zu erachten. Zwar sollte man seinen Mitarbeitern manches im positiven Sinne zutrauen, aber nicht jeder ist ein Hightech-Konzern, dessen Mitarbeiter sich logischerweise wesentlich enger mit IT-Themen auseinandersetzen. Und natürlich gibt es Hürden und Stolperfallen. silicon.de hat diese in einem Artikel rund um den Einsatz von Apple in Unternehmen sehr gut zusammengefasst.
Für mich steht jedoch fest, dass sich die Zeit von Windows als monopolistischem Standardbetriebssystem unaufhaltsam dem Ende zuneigt. Und es genügt auch nicht mehr, dem Management Blackberries zur Verfügung zu stellen. Das iPhone hat deutlich an die Tür des Unternehmens geklopft, das iPad stößt diese Tür weit auf (und die Macs schlüpfen vielleicht durch die Hintertür hinein). Die Unternehmens-IT sieht sich einer Allianz von Führungskräften, die das neueste Spielzeug haben wollen, und Anwendern, die die Geräte privat nutzen, gegenüber. Ich bin mir sicher, dass diese Zangenbewegung zu einer breiteren Verwendung von iPads, iPhones und Macs in Unternehmen führen wird.
Doch damit nicht genug. Ironischerweise öffnet Apple insbesondere mit dem iPad auch die Tür für Android-Geräte. Android-Tablets und Smart Phones werden ebenfalls erfolgreich sein, wie schon jetzt die Verkaufszahlen zeigen. IT-Abteilungen haben es also künftig mit multiplen Gerätetypen zu tun, mit Tablets, Notebooks, Computern, Netbooks und Smart Phones unter verschiedenen Betriebssystemen. Sie werden diese Vielfalt beherrschen und managen müssen. Ich wünsche und hoffe, dass sie proaktiv die Verwendbarkeit prüfen, Sicherheitsregeln und -werkzeuge vorgeben und die Nutzung für ihre Mitarbeiter freigeben, statt einfach überrollt zu werden. Doch auch die Software-Anbieter haben zu tun. Sie werden ihre Programme auf den wichtigsten Plattformen mit dem notwendigen Funktionsumfang und einer für die jeweiligen Geräte optimierten Benutzerführung zur Verfügung stellen müssen. Viele Lösungen werden in den Browser und in die Cloud wandern, um sie so von allen denkbaren Endgeräten aus bedienen zu können. Megatrends wie Cloud, Web 2.0/Enterprise 2.0, neue Arbeitsweltkonzepte und Mobility – getrieben durch iPad, iPhone und Android – kommen derzeit zeitgleich zusammen und verändern auch die bisher gekannte Unternehmens-IT dramatisch.
Für das iPad - aber nicht unbedingt gegen Notebooks - spricht auch die Tatsache, dass die Benutzer ein Fünftel ihrer Zeit mit dem Gerät im Bett verbringen.
Bei dieser Überschrift muß man den Artikel zitieren. Es besteht ja die Hoffnung, daß das iPad auf den/die Besitzer/in abfärbt. Auch habe ich natürlich Mirko Lange (@talkabout) gefragt, ob sein Samsung Galaxy auch so gut im Bett sei. Mal schaun, was da kommt. Angesichts der Überschrift denke ich natürlich auch an Ibrahim Evsan und die Vorträge, die ich zuletzt von ihm gehört habe: Benutzer streicheln das iPad und iPhone. Hoffen wir also, daß sie es nicht nur mit dem geliebten Gerät tun, sondern auch ihre Lebenspartner noch so richtig durchkuscheln.
Ich persönlich gehöre derzeit zum Typus Sofa- und Reise-iPad-Nutzer und vermisse vor allem ein Feature: das wasserdichte iPad, denn vor der Benutzung in der Badewanne, in der ich gerne Zeit mit Lesen verbringe, schrecke ich doch noch zurück. Doch noch zwei einige Fakten aus der Studie:
In einer weiteren Umfrage haben dieselben Marktforscher nämlich herausgefunden, dass sich lediglich 13 Prozent der iPad-Käufer den Tablet-PC statt eines anderen mobilen Computers zugelegt hätten.
Aus der persönlichen Nutzung kann ich das nur bestätigen. Das iPad ist mein mobiles Lese-, Surf-, sozial Netzwerken- und Schnell-mal-E-Mail-checken-Gerät geworden. Intensiv arbeiten tue ich noch immer auf meinem Macbook, da mir doch noch die Powerfunktionen für Textverarbeitung, Tabellenkalkulation oder Erstellen von Präsentationen fehlt. Dies mag teilweise an mangelhafter Kenntnis liegen. Ein Tastatur- und Mausmensch muß erst die Touch-Bedienung lernen. Teilweise liegt es aber wohl auch an noch mangelhafter Funktionalität der entsprechenden iPad Apps. Selbst bei der Fülle von Apps, fehlt es mir doch hier und da an Funktionalität. Das gilt beispielsweise auch für einen guten iPad-Client für soziale Medien, der mehrere Twitter-Konten, Facebook, eventuell Buzz und LinkedIn (von Xing wage ich nicht zu träumen) "befeuern" kann. Ich möchte über ein App und nicht über diverse Tools gezielt Nachrichten verteilen und dabei wählen können, auf welchen Plattformen die entsprechende Nachricht erscheint. Die entsprechenden Clients (Tweetdeck, Hootsuite etc.) sind entweder noch nicht für das iPad verfügbar oder ihnen mangelt es aus meiner Sicht an Funktionalität. Übrigens zeigt sich auch hier, daß eine gute iPhone-App nicht gleichzeitig eine gute iPad-App ist. Die entsprechenden Apps sollten zumindest an den größeren Bildschirm des iPads angepasst werden. Im Bereich Apps könnten Android/Linux-Geräte wahrscheinlich derzeit noch einige Vorteile besitzen. Ich bin aber auch überzeugt, daß mehr und mehr Poweranwendungen für das iPad und die Android-Geräte auf den Markt kommen werden. Wie sich Windows auf Tablets schlagen wird, wage ich derzeit noch nicht zu beurteilen.
Im Falle iPad ist das derzeit richtig, denn da fehlen doch viele Funktionen zum vollwertigen Computer, wie ja auch beispielsweise Schockwellenreiter Jörg Kantel festgestellt hat. Ich denke aber, daß Tablet und Computer dann nicht mehr komplementär gesehen werden, wenn das Tablet ein multitaskingfähiges Betriebssystem hat und die Funktionalität eines vollfertigen Computers bieten wird. Und daran wird auch Apple mittelfristig nicht vorbeikommen, wenn die Android'en auf den Markt kommen.
Mir wird bei der Nutzung des iPad immer klarer, dass ein Nutzungskonzept, so wie ich es vom Laptop gewohnt bin, sich nicht umsetzen lassen wird – zumindest nicht auf dem Apple-Gerät. Auf eine alternative Arbeitsweise umzuschwenken, nur um dem geschlossenen Ökosystem von Apple gerecht zu werden, kann ich mir zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorstellen.
Bernd Hilgenberg, CIO der Fachmarktkette Fressnapf, hat da iPad ausprobiert und darüber auf silicon.de berichtet. Hier meine Anmerkungen nach einigen wenigen Tagen iPad-Erfahrung:
iPad: Mehr eine Lesegerät denn ein Arbeitsgerät?
Ich erkenne viele meiner Erfahrungen auf dem iPad wieder. Für komplexere Arbeit (Tabellen erstellen, Präsentationen bauen, längere Texte schreiben) greife ich noch immer lieber zu meinem konventionellen Computer (in meinem Fall ein Macbook). Selbst das Schreiben längerer Blogbeiträge fällt mir auf dem iPad noch schwer. Bookmarklets wie Share on Posterous oder Clip to Evernote, die zu meinem Standardwerkzeug zum Bloggen oder als "elektronischcer Zttelkasten" dienen, tun es nur mnachmal auf dem iPad.
Doch ich ziehe einen anderen Vergleich: Ich vergleiche für mich das iPad eher mit dem iPhone. Endlich ein Device mit vernünftig großem Bildschirm und einer Soft Tastatur, die man auch trotz mangelnder Feinmotorik bedienen kann. Auf Reisen, auf Balkon oder Sofa ist das iPad unterdessen mein Standardwerkzeug, um E-Mails zu checken und kurz und knapp zu beantworten, Webseiten zu surfen, meinen RSS Reader zu checken oder auch als PDF-Dokumente zu lesen. Dieser Tage habe ich das iPad zur Moderation auf einer Konferenz benutzt, hatte also meinen Moderationstext vor mir auf dem Tablet.
Dies ist erst der Anfang der iPad-Erfahrung. Ich denke, an viele Dinge werde ich mich erst noch gewöhnen, manche Bedienung sich erst noch erschließen.
Eine sehr interessante und gute Präsentation zum Thema Apps - und vor allem professionelle Einsatzszenarien in Unternehmen - auf dem Tablet. Ein interessanter und anregender Vortrag von Thomas P. Walter vom Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität St. Gallen.
Losgelöst von der Diskussion, wer sich auf dem Markt für Mobiltelefone denn nun durchsetzen wird, bin ich mir nicht sicher, ob diese griffige Formulierung so stehen bleiben kann. Eine Woche Praxis mit dem iPad bringen mich dazu, in eine andere Richtung zu denken. Ich glaube, die Bedienung per Touchscreen wird ähnlichen Einfluss haben, wie es vor Jahren die Computermaus hatte. Wir erleben und erfahren ein ganz neues, sinnliches Bedienerlebnis, das wohl vielen Anwendern einfach entgegen kommt und natürlich erscheint. Ich habe es dieser Tage gesehen, als meine Mutter intuitiv das iPad bediente. Andere Beispiele aus dem Bekanntenkreis bestätigen es. Ibrahim Evsan (@ibo) hat es am Donnerstag auf dem IBM Web Take-off auch beschrieben. Apple ist das Unternehmen, das den Streicheleinheiten zum Durchbruch verhilft, obwohl Bill Gates dies schon vor rund 10 Jahren erfolglos versucht hat.
Sinnigerweise empfinde ich diese Bedienung erst jetzt auf dem iPad als nützlich. Seit Jahren benutze ich ja ein iPhone, aber offensichtlich war und ist mir dort das Display zu klein. Erst das größere Display des iPad hat mich überzeugt. Welche Werkzeuge und Tools benutze ich bis dato am meisten?
Ich lese mal schnell meine Lotus Notes-Mails via Lotus Notes Traveler und koordiniere meine Termine auf iPhone und iPad. FileApp Pro ist die App, mit der ich Dateien aus Open Office/Symphony, Microsoft Office und so weiter lese. Dropbox ist das Werkzeug, mit dem ich über Geräte hinweg auf wichtige Dateien zugreife.
Ich schaue meinen RSS Reader (basierend auf Google Reader mal schnell durch), nutze InstaPaper oder Evernote, um Inhalte aus dem Reader oder aus Safari für die spätere Verwendung zu markieren.
Natürlich - das ergibt sich das dem Vorherigen - surfe ich mit dem iPad. Das Surferlebnis ist dabei sehr intuitiv, auch wenn mir auf einigen Seiten die Flash-Unterstützung fehlt. Auch habe ich den Safari-Browser mit Bookmarklets aufgepeppt, die ich vom Macbook her kenne und schätze: Share in Posterous, speichere in Evernote und auf Instapaper oder Hootlet zum Posten auf verschiedenen Social-Diensten. Die Bedienung des ein oder anderen Bookmarklets lässt dabei durchaus zu wünschen übrig. Im Share in Posterous-Bookmarklet kann zum Beispiel nicht vernünftig im geschriebenen Text gescrollt werden. Nur ein Beispiel, daß sich für den Computer geschriebene Bookmarklets nicht immer eins zu eins im Bedienungskomfort auf ein Tablet übertragen lassen, und der Grund, warum ich das Posting jetzt auf dem Macbook zu Ende schreibe.
Ich zwitschere darüber, wenn ich unterwegs bin, obwohl mir noch der wirklich leistungsfähige, nativ an das iPad angepasste Social Client fehlt, der sowohl mehrere Twitter-Accounts wie auch Facebook und künftig andere Plattformen wie Diaspora unterstützen wird
Ich nutze Keynote, um Präsentationen durchzuführen oder - wie am Donnerstag - meine Moderation ablesen zu können. Und ich bin überzeugt, daß das iPad (bzw. generell Tablets) künftig das gängige Geräte für Präsentationen und Meetings werden wird.
Momentan habe ich noch das Gefühl, daß das Tablet eher ein Werkzeug zum Lesen denn zum Bearbeiten und Editieren ist. Das Markieren von Textstellen gestaltet sich manchmal schwierig. Im Editor fehlen mir manchmal die Cursor-Tasten, um schnell und effizient zu navigieren (Ich weiß, das sollte man per Streicheln erledigen können). Dies mag aber auch an meiner mangelnden Feinmotorik liegen.
Beim Schreiben des Postings ist mir auch der Interactive Table eingefallen, den das IBM Forum Zurich Research ISL wohl entwickelt hat. Dieses Konzept führt das Konzept des Touchscreens in eine andere Dimension: komplette Bedienung des Arbeitsplatzes per Touch und der komplette Schreibtisch als Arbeitsgerät. Das Video einfach mal anschauen. Da sind viele Bedienelemente zu sehen, die wir jetzt vom iPad kennen. Und jetzt überlege ich gerade, ob beim Raumschiff Orion neben den Bügeleisen auch schon Touchbedienung zu sehen war. Und auch eine andere Pionierin in punkto Touch kommt mir in den Sinn: Samantha Fox ... Touch me ...
Und zum Abschluß dieses Postings eine sehr schöne Grafik, die ich beim schon zitierten @ibo Ibrahim Evsan gefunden habe:
Das iPad funktioniert gestenbasiert, darum müssen Entwickler eine iPad-App konsequent darauf ausrichten. Dazu kommt Apples Anti-Flash-Politik, die wohl die Einführung von HTML5 noch beschleunigen wird.
Apple hat sozusagen die Usability für Tablet-PCs und Touch-Only-Geräte neu erfunden und de-facto zum Standard erklärt. Einmal mehr – ist man geneigt zu sagen – wenn man sich an die Revolution bei den MP3-Playern mit dem iPod erinnert. Aber es gilt auch, die Apple Usability richtig zu interpretieren. Zum einen wird auf dem iPad mittels Gesten navigiert, Maus und Keyboard entfallen. Das verspricht eine komplett neue Haptik und die Bedienung wird vom Menschen als natürlicher empfunden.
Interessantes Posting auf t3n, das sich mit meinen Erfahrungen als iPad-Neueinsteiger deckt. Doch es nicht nur eine Formatfrage. Ja, Webportale und Apps werden im Format des iPad (und kommender weiterer Tablets) angepasst werden müssen, vor allem aber muß die Webseite, das Portal oder Anwendung für die "Fingerbedienung" optimiert werden.
Das ist mir dieser Tage beim Testen von Twitter-Clients bewußt geworden. Die iPhone-Twitter-Clients sind einfach nicht optimal auf dem iPad zu benutzen. Das iPad gibt durch den größeren Bildschirm ganz andere Möglichkeiten und diese müssen von der App oder dem Portal unterstützt werden. Nur so kommt es zur "Exceptional iPad Experience" beziehungsweise "Exceptional Web Experience".
Was mich dieser Tage darüber hinaus beeindruckt hat, ist das Video mit 1,5 Jährigen und dem iPad und meine Mutter: Sie besuchte mich am Samstag, sah mein neues Spielzeug. Ich demonstrierte ihr ein bisschen, wie ich es benutze, Stellen vergrößere und verkleinere. Sie war begeistert und fing sofort an, selbst zu navigieren. Beide Beispiele zeigen mir das Veränderungspotential des iPads und von Tablets und das meiner Meinung nach nicht nur im Consumer-Markt sondern auch in Unternehmen. Auch dort werden Tablets Einzug halten.