Am 7. Februar 2012 durfte ich auf der Next Communications Konferenz in St. Gallen zum Thema Social Media im B2B Vertrieb und Marketing bei der IBM sprechen. Unten befindet sich meine Präsentation. Am Abschluss habe ich 10 Thesen oder Aussagen aufgestellt, die mir besonders am Herzen liegen.
- An sozialen Kanälen führt kein Weg mehr vorbei – gerade auch im B2B Umfeld. Soziale Kanäle sind unverzichtbar für Kundenbindung, Lead-Generierung und Brand Awareness.
- Die sozialen Kanäle müssen und sollten heutzutage vom Marketing bespielt werden. Sie sind ein weiterer Kanal, seine Kunden und Interessenten zu erreichen.
- Alle Wege führen zur eigenen Webseite. Meine Kernbotschaften (und Kunden) gehören mir. Die eigene Webpräsenz ist unverzichtbar und muss soziale Kanäle und Kommunikationsformen integrieren.
- „Immer horche, immer gucke“ - Social Media Monitoring und ein definierter Reaktionsplan sind ein Muss für Unternehmen. Ein Grund dafür ist Risk Management.
- Durch die sozialen Kanäle hat der Kunde und Interessent eine nie gekannte Macht.
- Die sozialen Kanäle haben einen ROI, im Rahmen des Vertriebs und Marketing Mix und
einen ganz persönlicher ROI (neue Leads, neue Kontakte, Kundenpflege etc.).
- 2012 werden wir mehr und mehr Social Dashboards sehen, die den Einfluss sozialer Kanäle bewerten.
- Wer Social Media alleine als Marketing-Aufgabe sieht, denkt zu kurz. Die sozialen Kanäle sind eine Aufgabe für das gesamte Unternehmen, für Vertrieb, HR, Produktentwicklung, PR und Marketing.
- Social Media Business sollte nicht Einweg-Beschallung, nur ein weiterer Marketingkanal sein, sondern Dialog und Kommunikation.
- Soziale Kanäle sind ein neuer Kommunikationskanal, genau wie ehemals Telefon und E-Mail. Mitarbeitern diese verbieten, ist kein gangbarer Weg.
Vor allem am Herzen lag mir beim Vortrag vor allem, Social Media aus der Ecke der einseitzig beschallenden Marketingmaschinerie herauszuholen. Deshalb halte ich auch unterdessen den Begriff Social Business für besser. Natürlich sollen, müssen und dürfen Marketiers die sozialen Kanäle benutzen, um ihre Nachrichten, ihre Veranstaltungshinweise und Produktpromotions zu verteilen. Jedoch sollten sie dies in angemessener Weise tun. Unterdessen sehen wir mehr und mehr "Social Spam". Wie einstweilen mit E-Mails und E-Mail Newslettern werden wir nun mit Spam-Tweets und Facebook-Promos verpestet. Ein Idealist der denkt, das abstellen zu können, aber vielleicht bin ich ja ein wenig Idealist ...
Neben diesem Appell, soziale Kanäle mit Augenmaß zu bespielen, noch wichtiger für mich ist das grundlegende Verständnis der sozialen Kanäle. Über die neuen sozialen Öffentlichkeiten, über Communities und Fan Pages, gruppieren sich Interessenten zu einem Thema und tauschen sich aus, sie "sharen" Informationen, kommentieren Aussagen, kritsieren oder loben. Diese sozialen Öffentlichkeiten bieten die Chancen zum Dialog und zur Interaktion mit Kunden und Interessenten. Sie stellen natürlich auch durchaus ein Risiko dar (im schlimmsten falle Stichwort Shitstorm), weshalb ein Social Media Monitoring und ein definierter Reaktionsplan unverzichtbar ist.
Auch das hört sich alles noch maschinell an. Wichtig ist mir, die indviduelle Qualität der Kanäle herauszustellen. Wer selbst "social" lebt, die Kanäle benutzt, Informationen und Meinungen teilt, die Andere als wertvoll ansehen, entwickelt ein persönliches soziales Netzwerk, dass bei der Arbeit und auch bei persönlichen Interessen helfen kann - und Spass macht. Uwe Hauck habe ich vor Jahren mit wenigen Tweets als Speaker für eine Konferenz gewonnen. Bayer MaterialScience CIO Kurt De Ruwe sagte mir mit einer Nachricht über ein soziales Netzwerk eine Keynote zu. Sybille Gassner von silicon.de kam auf mich, weil sie mein Blog wahrnahm. Unterdessen blogge ich regelmässig auf silicon.de. Die Liste dieser persönlichen Nutzenerlebnisse könnte ich schier endlos fortsetzen.Ein Grund, warum ich die Diskussion um den angeblich nicht existierenden ROI der sozialen Kanäle für deplatziert halte.
Soziale Kanäle, nein, "social" aktiv leben nutzt in der persönlichen Arbeit. Das persönliche Netzwerk und das Netzwerk der Freunde, die neue "Share"-Mentalität, das "Always On"-Sein mit mobilen Endgeräten ändern das Geschäftsmodell in ein Social Business. In der persönlichen Arbeit dominieren bald nicht mehr nur die traditionellen Kommunikationskanäle wie Telefon, E-Mail oder die persönlichen Treffen. Chatten, SMS, Facetime und Hangouts, Videokonferenzen, Nachrichten per Twitter, Diskussionen auf Google+ oder Facebook, oft zuerst privat genutzt, dann aber an die Unternehmenstür klopfend, sind als Kommunikationskanäle nicht mehr weg zu diskutieren. Wer glaubt, soziale Kanäle verbieten zu können, gehört zu denen, die auch glaubten, Telefon, E-Mail oder Internetzugang untersagen zu können.
Unternehmen müssen auf die sozialen Kanäle reagieren und dafür eine Strategie in Marketing und Vertrieb, aber auch in anderen Bereichen haben. Sie müssen verstehen, dass diese Kanäle eine andere Dialogqualität als traditionelle Werbespots, Banneranzeigen oder E-Mail Newsletter haben und sich darauf einstellen. Daneben gibt es die ganz persönliche Seite des "social" lebens. Die Kanäle bieten dem Einzelnen eine Vielzahl neuer Möglichkeiten zu kommunizieren, sich zu vernetzen, dem Netz Mehrwert zuzuführen und aus dem sozialen Netz auch Nutzen zu ziehen. Vielleicht nutzt derzeit nur eine selbst ernannte Avantgarde das breitere Spektrum dieser Möglichkeiten. Doch auch E-Mail oder Telefon hat erst einmal nicht jeder gehabt und heute ist es Standard. Genau so wird es auch mit den sozialen Kanälen sein.

Interesting numbers: 64 % of Business Executives believe in Social Media for Awareness-building. And it is with 44 % #1 (in comparison to Email and Mobile) to reach new audiences.
They’re trying to integrate social media into their old ‘marketing mix’ rather than understanding the whole purpose of social media.
They’re missing the point by throwing out one-way marketing messages like before, screaming things like ‘Buy This’ and ‘Get your 20 per cent discount today! ...
This traditional, one-way marketing doesn’t work anymore. Consumers are already bombarded with thousands of marketing messages on a daily basis but the majority of them are ignored. ...
Today, we are all connected. Today, smart brands make business personal. And they do that by becoming a social business rather than applying the same old marketing techniques to the new medium of social media. They realize that ‘social’ isn’t a new way of marketing, It’s a new way of doing business.
A social business doesn’t just do social, it uses strategic and creative excellence, and extraordinarily well thought through content to create brand lust, engagement heat and ultimately passionate advocates for the business and it’s products and services.
...You see - it’s not just about ‘going social’. It’s about becoming a social business. It’s realizing that marketing doesn’t work like it used to. Today, successful brands become social ones.
This is an outstanding summary how a company - and in particular its Marketing department - needs to understand Social Media and Social Business. How often do I get approached with people asking me to tweet about this event and that promo. I usually simply refuse to do so in my personal social channels and I try to limit it in my brand channels (although the pressure is often to high to completely avoid it). Social Business is about personal relations, quality content, two way communication and interaction, trust and transparency.
1. “In your organization, what business functions are getting the most value from social media tools?”
2. “Do you think social media tools will replace email at work?”
3. “What do managers fear most about social media use in your organization?”
Interesting - not very surprising results. Marketing has most benefit out of Social Media, scepticism on social replacing E-Mail and the fear of loosimg control ...
Wer gibt sich auch schon gerne mit dem niederen Fußvolk ab, um ungefilterte Meinungen über das eigene Schaffen zur Kenntnis zu nehmen und zu diskutieren – ohne die Weiße Riese-Funktion von Pressestellen, Assistenten oder Redenschreibern. In einer Welt der Sprachregelungen und Freigaben ist für einen offenen Schlagabtausch im Netz kein Platz. ...
Deutschland verliert den Anschluss
Social Media sollte man allerdings nicht als reines Marketing-Instrument definieren, wie es die meisten Entscheider in Unternehmen tun. Hier kann man keine Vertriebsstrategien nach Plan realisieren. Kontrollfreaks passen nicht zum unberechenbaren Chaos des Netzes.
Gunnar Sohn beleuchtet hier zwei Aspekte der deutschen Netz-Antipathie: Die Führungskräfte haben wohl nicht die Zeit für den direkten ungefilterten Kontakt (oder nehmen sich diese Zeit nicht). Und die Marketingabteilungen verstehen in der Regel noch immer nicht den grundlegenden qualitativen Unterschied von Social Media (oder Social Business) und wollen weiter eine Einwegbeschallung nach alter Marketingdenke durchziehen.
Hinzu kommt eine typisch deutsche Antihaltung, erst einmal abzulehnen. Das Glas ist nicht halb voll, stattdessen immer halb leer. Statt zu gestalten, verweigern die meisten Manager (und nicht nur die). Ich habe das leider dieser Tage einmal wieder im Urlaub erleben müssen: Ein Tisch intelligenter, studierter Menschen, viele in Managementpositionen, und wieder wurde nur über die Gefahren und halbdurchsichtigen Partybilder auf Facebook gelästert. Immerhin kamen Alle drauf, dass man doch diie Jugend in der Benutzung sozialer Medien ausbilden solle.
Nun habe ich mir endlich einmal die Zeit genommen, die IBM CMO Studie durchzulesen. Weltweit wurden über 1.700 CMO's und Marketingdirektoren befragt. Die Studie kann hier heruntergeladen werden. Ich habe natürlich als Marketingmitarbeiter meine ganz eigene Perspektive und Meinung zu den Ergebnissen.
In short, customers can see—and say—more about the organizations they deal with than at any time in history. If an organization stumbles, there’s nowhere left to hide.
Diese Erkenntnis scheint sich unterdessen allgemein durchgesetzt zu haben, doch die Implikationen sind vielfältig. Ein Unternehmen muss den Markt - und darin insbesondere die sozialen Medien - regelmässig monitoren und die rieisge Flut an Daten analysieren. Das Spektrum reicht dabei von der individuellen Betreuung eines Interessenten und Kunden über den vordefinierten Reaktionsplan bei einem potentiell aufkommenden Shitstorm bis zur Marktanalyse und dem Einfliessen von Erkenntnissen in die Produktentwicklung.
The most proactive CMOs are trying to understand individuals as well as markets.
Und Unternehmen müssen schnell agieren, denn die Geschwindigkeit hat sich rasant beschleunigt. Ein Interessent und Kunde erwartet eine umgehende Antwort und Reaktion. Trends sollten frühzeitig erkannt werden, um rechtzeitig darauf reagieren zu können.
Die Zeiten des traditionellen Massenmarketings gehen dem Ende zu. Soziale Medien ändern die Regeln und Unternehmen werden erkennen (müssen), dass Kundenbeziehungen auch online gepflegt werden müssen. Das Netz und soziale Medien geben den Kunden deutlich mehr Macht in die Hand. Sie können bewerten und diese Bewertungen verbreiten sich. Sie sind öffentlich und transparent und können nicht gedeckelt werden. Und an dieser Stelle gehören die Diskussionen um den ROI sozialer Medien als Kommunikationskanal ein für allemal beendet: Kunden kommunizieren heute nicht nur per Telefon und E-Mails sondern auch immer mehr über die sozialen Medien. Oder wollen wir den ROI von Telefon und E-Mail auch nochmals hinterfragen?
Doch ich bin nicht blauäugig. Natürlich werden wir um Messbarkeit und ROI im Marketing nicht herumkommen. Doch müssen wir diese Messbarkeit in die richtige Perspektive bringen. Schon heute sind unsere Analysen fraglich. Wieviele Besucher hatten wir auf einer Messe und welchen Umsatz haben diese aufgrund dieser Veranstaltung gemacht? Wieviele Neukunden wurden generiert? Was erzielt das gedruckte Mailing an Vertriebserfolgen? Wieviele Kunden gewinnen wir über unsere Webpräsenz?
Wir analysieren all dies in endlosen Reports und Tabellen und wissen eigentlich, dass die Analysen und Zahlen nur sehr bedingt aussagekräftig sind. In meinem Segment, dem Vertrieb von Unternehmenssoftware, stelle ich die Aussagekraft dieser Zahlen sehr in Frage. Der Verkauf einer komplexen und anspruchsvollen Softwarelösung für Unternehmen passiert praktisch nie aufgrund einer singulären Massnahme, eines Messebesuchs, eines Telefonats, einer Broschüre oder einzelnen Vertriebs- und Marketingaktion. Es ist ein hoch komplexer Vertriebsprozess mit unzähligen Touchpoints, direkten Kundenkontakten durch den Vertrieb, Marketingaktionen und Ereignissen im Markt, vom Presseartikel über die Analystenmeinung bis zur Bewertung einer Lösung in Foren und Communties. Und doch werden wir dazu getrieben, den ROI singulärer Taktiken zu berechnen. Das ist nicht nur eine Herausforderung meiner Branche, wie die Studie zeigt:
Most CMOs are struggling in one vital respect — return on investment (ROI). ... Even among the most successful enterprises, half of all CMOs feel insufficiently prepared to provide hard numbers.
Das Thema wird CMO's und Marketingabteilungen nicht los lassen und die CMO's erwarten einen weiter steigenden Fokus auf Marketing ROI bis 2015:
Sinnigerweise haben die CMO's aber oft nicht den Einfluss auf die vier Ps Promotion, Products, Place und Price, den sie benötigen, um genau zu einer besseren Berechnung des Marketing ROI's zu kommen.
Spannende Zeiten also für CMO's mit mächtiger gewordenen Kunden, einer sich durch soziale Medien deutlich ändernden Marketingwelt und immer stärkerem Zahlendruck. Ein Patentrezept kann die Studie nicht geben (und das ist ja auch nicht das Ziel). Sie gibt aber einen guten Überblick über die Pain Points und drängenden Aufgaben, die vor uns liegen,
Sinnigerweise konzentrieren sich aber die CMO's bei der Frage, welche Kompetenzen sie für ihre persönliche Karriere zu benötigen glauben, auf eher traditionelle Skills, Technologie-, Social Media- und finanzielle Kompetenz kommen ganz am Ende ...
Today, we are all connected. Today, smart brands make business personal. And they do that by becoming a social business rather than applying the same old marketing techniques to the new medium of social media. They realize that ‘social’ isn’t a new way of marketing, It’s a new way of doing business.
A social business doesn’t just do social, it uses strategic and creative excellence, and extraordinarily well thought through content to create brand lust, engagement heat and ultimately passionate advocates for the business and it’s products and services. They think in terms of test, learn, scale as opposed to 18 month marketing plans…and they use an analytics culture to shape and adjust and augment strategy on the go.
This is an outstanding article on becoming a Social Business. I know the discussions very well, the measuring of singular Marketing tactics, the counting of number of leads etc. This is the old way of Marketing - and even this was the wrong measurement method and system. In the Social Age we go personal. We communicate in the true meaning of the word instead of spamming the customer with more or less irrelevant messages.
Immer wieder wird die Frage gestellt, wofür man denn soziale Technologien einsetzen kann. Wir haben jetzt eine Initiative gestartet, wo wir im Social Business-Team in Deutschland unsere ganz persönlichen Anwendungsfälle sammeln und dokumentieren. Ich habe dazu einmal einige meiner Einsatzszenarien dokumentiert. Dabei bin ich von Dion Hinchcliffe's Grafik des Next Generation Enterprise ausgegangen:
Die Grafik zeigt sehr schön, in welchen Bereichen Communities eine Rolle spielen können.
Mein erstes Beispiel ist eine Partner-Community. Jeder Marketier arbeitet mit externen Lieferanten, mit PR- und Werbeagenturen oder Textern zusammen. Die konventionelle Arbeitsweise ist dabei, dass Texte oder Grafiken per E-Mail ausgetauscht werden. Grosse Dateien werden oft per FTP ausgetauscht. Gerade der Austausch von Dateien per E-Mail führt zu Inkonsistenzen. Was ist die aktuelle Version? Wer hat sie? Ebenso suboptimal ist ein Projekt-, Aufgaben- und Terminmanagement per E-Mail oder in Form von Tabellen. Der Status eines Projekts ist schwer nachvollziehbar. Für neue Mitarbeiter, die in ein Projekt kommen, ist es schwierig, auf den aktuellen Stand zu kommen. Diese Arbeitsweise haben wir eine effizientere „Social Business“ Arbeitsweise geändert. Marketingprojekte mit Agenturen werden unterdessen online abgewickelt. Dateien, Grafiken oder Protokolle werden in eine geschlossene Community gestellt und darüber ausgetauscht. Dadurch stehen immer die aktuellsten Version online allen Projektbeteiligten zur Verfügung. Außerdem wird das Projekt mit allen Meilensteinen, Aufgaben und Terminen ebenfalls online gemanagt. Hierdurch kommt es zu einer größeren Übersichtlichkeit und klaren Zuweisung von Aufgaben. Neue Teammitglieder haben sofort alle notwendigen Projektinformationen zur Verfügung. Darüber hinaus ermöglicht die Community eine transparente Diskussion und Kommentierung, wodurch Ideenaustausch und Innovation getrieben werden.Die Projektarbeit wird durch Realtime Kommunikation, durch Onlinebesprechungen und Instant Messaging weiter optimiert. Die Lösung (LotusLive) steht außerhalb des IBM Firewalls für externe Partner zugreifbar in der Cloud zur Verfügung. Auf der Plattform kann ich mich mit beliebig vielen Partner und "Externen" vernetzen, mit ihnen geschützte Communities aufbauen und Aktivitäten aufsetzen.
Die zentrale Kunden-Community, mit der ich arbeite, ist die sogenannte EULUC-Plattform. Hier hat die DNUG, die Vereinigung der deutschen IBM Collaboration Solutions Anwender, eine vom IBM Business Partner Softwerk Online-Plattform seine Mitglieder geschaffen, die aber generell offen ist und von allen Interessenten genutzt werden kann.Für mich im Marketing ist dies eine unverzichtbare Kommunikationsplattform jenseits der IBM Webseiten. Änderungen auf den IBM Seiten werden wie in vielen anderen Unternehmen über ein Webredaktionsteam vorgenommen. Dieses Team ist chronisch überlastet, so dass es oft längere Zeit braucht, bis neue Informationen verfügbar gemacht werden. Und natürlich können auf IBM Seiten auch nur bestimmte Arten von Informationen, offizielle Statements und Artikel publiziert werden. Webseiten - so auch die IBM Seiten - sind in der Regel (noch) eher Schaufenster denn Kommunikationsplattform.
Die EULUC-Plattform, die auf IBM Connections basiert, bietet mir demgegenüber die Möglichkeit, selbst schnell und unkompliziert Informationen in einen der beiden IBM Collaboration Solutions-Blogs einzustellen. Diese beiden Blogs werden von Kollegen und mir mit den aktuellsten Infos befüllt, um so unsere Kunden und Interessenten zeitnah und aktuell zu informieren und uns auch mit diesen auszutauschen. Oft sind es auch Informationen, die eben nicht auf einer Unternehmenswebseite publiziert würden: Zitate aus Presseberichten, Wettbewerbsinformationen, eigene Kommentare und Berichte, Analystenzitate uind -grafiken. Die beiden Blogs sind für uns unterdessen die Kanäle, die wir zuerst mit Informationen versorgen, um den Markt zu erreichen. Sie können unmittelbar gepflegt werden. Informationen sind sofort online zugreifbar (beispielsweise im Gegensatz zu E-Mail Newslettern, die zuerst aufbereitet und verschickt werden müssen). Die Informationen bleiben als "Nachschlagewerk" verfügbar. Vor allem aber können Kunden und Interessenten kommentieren und nachfragen. Hier und da melden sich sogar Marktbegleiter in den Blogs mit Kommentaren zu Wort.
Die beiden Blogs wurden in den vergangenen 3 Jahren unterdessen über 3 Millionen Male angefragt (direkt aufgerufen oder über Suchmaschinen). Eine weitere Erfolgsstory auf der EULUC Plattform ist Meet the Experts. Hier beantworten Experten aus der IBM Collaboration Solutions-Community (keine IBM'er) Fragen zu Lösungen und Produkten, Weitere Communities beispielsweise zu bestimmten Produkten sind im Entstehen bzw. entstanden. Und natürlich fördern wir das seitens des IBM Marketings. Die EULUC-Plattform ist auch eine herrvorragende Möglichkeit, sich direkt mit Kunden, Partnern und Interessenten zu vernetzen, um Feedback einzuholen oder gar Anregungen für die Produktentwicklung zu erhalten.
Die Informationen und Artikel, die wir auf der EULUC-Plattform publizieren, verteilen wir dann noch über verschiedene soziale Kanäle. Hier nutzen wir die üblichen und bekannten Plattformen wie Twitter, Facebook und partiell auch Google+ (obwohl dort noch die Integration in Social Media Clients fehlt). Ein Artikel ist auf EULUC eingestellt worden. Danach twittern und "facebooken" Lars Basche (von unserer PR Agentur Text100) oder ich diese Info. Hierfür nutzen wir Hootsuite als Social Media-Client, da das Tool es erlaubt, Infos gleichzeitig in mehrere Kanäle zu geben und auch das Verööfentlichen von Infos auf Termin zu legen, um so einen kontinuierlichen und hoffentlich abwechslungsreichen Fluss an News zu generieren und ein größeres Publikum zu erreichen, das vielleicht nicht direkt auf EULUC unterwegs ist. Noch ganz kurz zurück zur EULUC-Plattform: Softwerk hat hier hervorragende Arbeit geleistet, so dass über EULUC Kunden und Partner auch direkt mit IBM'ern chatten können, also auch Realtime-Kommunikation (über IBM Sametime) möglich ist.
Doch wir publizieren nicht nur Informationen über die sozialen Kanäle. Ebenso wichtig ist für mich im Marketing das sogenannte Social Media Monitoring. Basierend auf Stichworten und Themen horchen wir in die sozialen Medien, was zur Social Business-Thematik und unsere Produkten auf Twitter, Facebook etc. "gesagt" wird. Hierfür nutze ich persönliche Werkzeuge wie Google Alerts oder RSS Reader und natürlich greifen wir als IBM auch auf die professionellen Social Media Moinotoring-Lösungen zurück, die wir selbst im Angebot haben. Im Team - manche Amerikaner nennen es dann martialisch Social Media War Room - entscheiden wir dann auch, auf welche Berichte oder Kommentare wir wie reagieren. Der Begriff Shitstorm wird ja unterdessen für ein Internet-Phänomen benutzt, bei dem sachliche Kritik von zahlreichen, unsachlichen Beiträgen übertönt wird. Hier ist es wichtig, dass man das Entstehen eines solchen Phänomens rechtzeitig bemerkt und angemessen reagiert. Gottseidank habe ich es selbst in meiner Tätigkeit noch nicht mit einem Shitstorm zu tun gehabt. Social Media Monitoring und Social Media Marketing, wie ich sie gerade in meiner persönlichen Tätigkeit beschrieben habe, gehören für mich dann in die Kategorie Marktplatz-Communities und Beobachtung, wie sie Dion Hinchcliffe in der Grafik aufzeigt.
Ich habe oben erwähnt, dass die Webseiten von Unternehmen oft nur ein Schaufenster sind, in dem bunte Hochglanzinformationen präsentiert werden. Dieses Verständnis einer Webseite ändert sich im Zeitalter des Social Business grundlegend. Die IBM Seiten bieten unterdessen die Chance, direkt mit einem IBM Vertreter zu chatten, um so höhere Interaktion und direkte Kommunikation zu ermöglichen. In den kommenden Wochen werden wir auf den Collaboration Solutions-Seiten auch den Kontakt zu Experten anbieten. Interessenten und Kunden können dann direkt Kontakt aufnehmen, Communities und Social Media-Kanäle werden mehr und mehr in die Seiten integriert. Fragen stellen etc. Die Webseiten von Unternehmen bekommen immer mehr soziale Funktionen, um sie so vom Schaufenster hin zu einer interaktiven Kommunikationsplattform zu entwickeln.
Bisher habe ich in diesem Beitrag beschrieben, wie ich persönlich soziale Funktionen in der Kommunikation und Zusammenarbeit mit Externen, mit Partnern und Lieferanten, mit Kunden, Interessenten und dem Markt nutze, Hier zeigt sich schon deutlich, wie sich die Arbeitsweise verändert hat und warum wir von einem Social Business sprechen.
Doch auch intern in der IBM nutze ich soziale Funktionen sehr intensiv. Ich beginne mit einem Beispiel, das nichts direkt mit meiner Aufgabe als Marketingmitarbeiter zu tun hat. Seit nun rund 2 Jahren nutze ich ein Macbook als Arbeitsplatzrechner. IBM erlaubt es, neben Windows auch andere Betriebssysteme und eigene Geräte - Stichwort Bring Your Own Device - am Arbeitsplatz zu verwenden, jedoch unterstützt die IT und der Support nur bestimmte Betriebssystem und eben nicht den Mac. Es wird lediglich die Infrastruktur zur Verfügung gestellt, so daß ich mich über VPN ins IBM Netzwerk einwählen und von unterwegs oder zuhause arbeiten kann.
In der IBM hat sich daraufhin eine weltweite Community mehrerer Tausend Mac-Anwender gebildet, die genau die Support- und Hilfefunktion selber übernehmen. Die IBM'er weltweit helfen sich gegenseitig und erklären, wie welche technische Herausforderung gelöst wird, wie VPN oder W-LAN Zugriffs ins IBM Netz zu konfigurieren sind und vieles mehr. Über diese Community und Sub-Communities, die sich mit Themen wie Notes unter Mac-OS befassen, habe ich alle Fragen und Probleme rund um den beruflichen Einsatz meines Macs lösen können. In der gesamten Zeit, in der ich mit dem Mac arbeite, war ich nur zweimal lahmgelegt und das durch einen Zusammenbruch der Leitungen unseres Providers aufgrund eines Schneesturms. Dies ist aus meiner Sicht ein hervorragendes Beispiel, wie sich Special Interest Communities bilden und sich gegenseitig höchst effizient helfen können. Wir befinden uns also jetzt auf dem Gebiet der Worker Communities.
Die gerade beschriebene Mac-Community ist Teil des sozialen Netzwerks, das die IBM weltweit nutzt. Jeder IBM'er ist automatisch Mitglied dieses Netzwerks und hat dort à la Facebook oder XING ein Profil. Im Grunde genommen wurde die herkömmliche Telefonliste durch ein auf einem sozialen Netzwerk basierenden Mitarbeiterverzeichnis abgelöst. Über dieses Corporate Facebook - der Begriff trifft es nur teilweise, denn es ist viel mehr - kann ich Experten zu bestimmten Themen finden, kann mich vernetzen, kann wie auf Twitter Personen folgen, so daß ich informiert werde, wenn diese Person eine neue Präsentation einstellt oder einen Blogbeitrag schreibt und vieles mehr.
Das Profil enthält vielfältige Informationen, von der Reporting Line eines Mitarbeiters bis hin zu Verlinkungen zu dessen Twitter-Konto oder Blog. Die Mitarbeiter entscheiden dabei selbst, wieviel Informationen sie jenseits der Standardinfos selbst einstellen. Dem Profil sind dann alle weiteren sozialen Funktionen zugeordnet: Communities, Wikis, Blogs, Lesezeichen, Dateien oder Aktivitäten. Ich kann also im Profil sehen, in welchen Communities jemand mitwirkt, welche Blogs sie oder er schreibt oder kommentiert, die letzten Texte und Präsentationen, dieer eingestellt wurden. Das interne soziale Netzwerk ist so zu einer Fund- und Schatzgrube, zu einer unverzichtbaren Wissensquelle für die tägliche Arbeit geworden.
In meiner Funktion im Marketing nutze ich die sozialen Funktionen intensiv, um mich mit Kolleginnen und Kollegen zu für mich relevanten Themen zu vernetzen und die Zusammenarbeit zu organisieren. Mein Team, das in ganz Nordosteuropa verstreut sitzt, arbeitet beispielsweise in einer Community zusammen. Hier strukturieren, dokumentieren und verfolgen wir unsere gemeinsame Arbeit, hier teilen wir wichtige Informationen. Das Kernteam sind nur 5 Personen mit einem weiteren Kreis rund herum, aber auch für diese überschaubare Gruppe bietet die gemeinsame Community entscheidende Vorteile für die Zusammenarbeit. Ich bin in einer Vielzahl solcher Communities Mitglied, die oft IBM Mitarbeiter weltweit zu einem bestimmten Thema vernetzen.
Ein weiteres schönes Beispiel aus der täglichen Arbeit ist der Wiki, den das deutsche IBM Collaboration Solutions Team aufgesetzt hat. Dieser Wiki ist die zentrale Anlaufstelle für alle Mitarbeiter des Bereiches und für Kolleginnen und Kollegen darüber hinaus. Hier pflegen die unterschiedlichen Aufgabenbereiche und Abteilungen von Vertrieb über Technik und Projektmitarbeiter ihre relevanten Informationen ein. Im Marketing stellen wir dort den aktuellen Veranstaltungskalender zur Verfügung, die neueste Präsentationsvorlage, stellen Informationen zu neuen oder aktualisierten Broschüren ein, Press Clippings und vieles mehr. Das Wesentliche daran ist, dass jede Abteilung ihre Informationen selbst aktualisieren kann. Es ist kein Web- oder Redaktionsteam notwendig, um das Intranet zu tun. Das IBM Intranet ist unterdessen ein soziales Intranet, das in weiten Bereichen von den zuständigen Experten selbst gepflegt wird. Die Basis ist dabei unsere eigene soziale Plattform IBM Connections.
IBM hat so einen Social Layer im Unternehmen eingezogen, der voll in die tägliche Arbeit und Werkzeuge wie E-Mail, Instant Messaging oder den Browser integriert ist. Die Funktionen sind normalen Computern oder Macbooks ebenso verfügar wie auf auf allen mobilen Endgeräte, Smart Phones und Tabletst. Soziale Funktionen sind ein ganz normaler Bestandteil des Arbeitsplatzes geworden. Nur so schöpft man als Unternehmen das Potential eines Social Business aus.
So weit einige Beispiele aus meinem Alltag im Marketing in der IBM. Ich bin gespannt auf Berichte aus anderen Bereichen innerhalb und außerhalb der IBM, die den Nutzen von Social Software dokumentieren. Hier auch noch ein Foliensatz, den ich zum Thema entwickelt habe:
Um eine Strategie für das "Social Web" umzusetzen - die übrigens auch unerlässlich für ein erfolgreiches Krisenmanagement ist - bedarf es aber des angesprochenen "CMO 2.0". Eines Menschen, der nicht nur das klassische Marketing kennt, sondern das heutige versteht und die Prinzipien beherrscht. Ein solcher CMO muss nicht unbedingt beidhändig Twittern können, aber er muss seine Firma LIEBEN. Er muss eine Begeisterung für Struktur und Produkte haben und muss diese Begeisterung glaubhaft weitergeben können. Er muss verstehen, dass seine Mitarbeiter einen Kommunikations-Freiraum benötigen und nicht an der Leine geführt werden sollten um glaubhaft zu interagieren. Er muss Profis und professionelle "Transmedia Natives" finden und zu einem Team zusammen fügen. Er muss die "Corporate Media Policy" - den Verhaltenscodex des Unternehmens im "Social Web" - vorleben. Er muss in der Lage sein, mehr als nur Impressions-Statistiken zu erstellen und den "Social Impact" seiner Arbeit zu dokumentieren und verständlich darzustellen. Er muss unfähige Pseudo-Social-Agencies von denen unterscheiden können, die in einer nachhaltigen Partnerschaft mit dem Unternehmen die Kommunikationsziele glaubhaft vermitteln können. Er muss wissen, dass man z. B. mit Augmented Reality und QR-Codes klassisches Marketing mit "Social Marketing" verknüpfen kann und jede dieser Schnittstellen zum gegenseitigen Nutzen einsetzen. Und er muss ein Ohr auf der digitalen Schiene haben. Denn was wir heute als Technik- und Know-How-Benchmark definieren, ist in einem halben Jahr "Old School".
Eine absolute Muss-Lektüre und ein kraftvolles Plädoyer für das Social Web und den Social CMO!
Virtually all members of this age group are online, and nearly as many are social network users. Millennials are ahead of the curve by almost any digital metric: online video viewing, mobile internet usage, mobile commerce, and location-based services.
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Their presence on such a wide variety of digital media offers marketers a plethora of opportunities to target them, but millennials are typically unenthusiastic about advertising and prefer to avoid marketing messages that seem insincere.
Not really surprising and new results. More a confirmation how we as marketeers should talk with the Millenials. We are leaving the age of one way communication and marketing heading into dialogue as new paradigm.
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