Filed under: Medien

Soziale Netzwerke, besser Web 2.0 verändert Arbeit der klassischen Medien | FTD.de

Das Internet hat die Arbeit der klassischen Medien grundlegend verändert. Rasant etablieren sich Onlineportale als ernst zu nehmende Informationsquellen. Youtube liefert oft schneller Bildmaterial als professionelle Agenturen. Twitter und Facebook werden zur Quelle für Augenzeugenberichte in Echtzeit. Und Wikileaks etabliert sich als mächtige Abwurfstelle für brisante Geheimdokumente.
Wenn sich anschließend die klassischen Medien daraus bedienen, beschert das den Portalen die Aufmerksamkeit, die sie dringend brauchen - auch um für Geldgeber interessanter zu werden. Für Werbekunden im Fall von Youtube und Twitter, für Spender bei Wikileaks.
Die Zeitungen und Sender kommen so an Geschichten und Bilder, die sie sonst nicht hätten. Die Onlineangebote nehmen ihnen einen Teil der Recherche ab.
via ftd.de

Seh reißerische Überschrift, ncht wirklich neue Erkenntnis, aber immerhin berichtet die Financial Times drüber. Soziale Netze und das Web 2.0 sind unterdessen auch als berichtenswert - und nicht nur als Quelle - in den klassischen Medien präsent.

Die überzogene Angst vor der Fragmentierung der Öffentlichkeit- Meinung wird nicht mehr nur geBILDet

Wer sich online informiert, ist aus verschiedenen Gründen oft besser informiert: Er kann mehr Informationsquellen nutzen, die Informationen werden effizienter verbreitet. Früher hatt man z.B. die FAZ abonniert und bezog seine Informationen vornehmlich aus ihr. Online kann man neben der FAZ noch weitere Publikationen zumindest in Teilen weitaus problemloser konsumieren und bekommt über den eigenen Social Graph noch Informationen aus den unterschiedlichsten Quellen zugespielt.

...

Ich glaube, das Unbehagen von Politikern wie der Kanzlerin kommt in erster Linie davon, dass “BamS und Glotze” immer weniger funktioniert, um die Massen zu lenken.

Gut, wenn Meinung nicht nur ge-BILD-et oder ge-ZDF-t wird. Da wundert die Beschwerde der Kanzlerin nicht.

[DE] "Mich erinnern die Blogger an die politisierten Bürger von 1848/49" - Antrittsvorlesung Heribert Prantl - sueddeutsche.de

Wir erleben wieder eine Kommunikationsrevolution wie 1848/49. Mich erinnern die Blogger von heute an die politisierten Bürger von 1848/49 - Blogs sind mehr Demokratie. Soll da wirklich der professionelle Journalismus die Nase hochzíehen, so wie es vor 160 Jahren die etablierten fürstlichen Herrschaften und die monarchischen Potentaten getan haben? Aber: die neue Kommunikationsrevolution braucht professionelle Begleitung, sie braucht einen publizistisch-gelehrten Kern. Es gibt ein neues, ganz anderes Professoren-Parlament: Es heißt Internet. Dieses digitale Parlament braucht, wie das damals in der Frankfurter Paulskirche, Führung und Sachverstand.

Der von Heribert Prantl gezogene Vergleich gefällt mir. Bei diesem Zitat - und einigen Stellen vorher - mußte ich unwillkürlich Jürgen Habermas aus dem Bücherregal holen: Strukturwandel der Öffentlichkeit. Über das Entstehen der bürgerlichen Öffentlichkeit, die durch die damals entstehende moderne, freie Presse erst möglich wurde, wollte ich eigentlich mal dissertieren. Nun könnten wir vor einer ähnlichen Kulturrevolution stehen.

Moderne gedruckte Zeitungen, die ersten Massenmedien, informierten im 19. Jahrhundert erstmals in der Breite die Bürger. Sie initiierten Diskussionen, in der Wirtschaft, im Café, auf dem Hambacher Schloss oder in Leserbriefen und trieben das demokratische Bewußtsein in Deutschland voran. Nun könnte man philosophieren, ob diese modernen Medien dann auch nach und mit der deutschen Einigung den (überzogenen) Nationalismus mit allen für Deutschland so fatalen und tragischen Folgen transportiert haben. Es spricht vieles dafür.

Es ist ein Beispiel dafür, wie moderne Medien - und mit dem Internet, mit Blogs und sozialen Medien erleben wir eine neue Dimension in Verfügbarkeit, Geschwindigkeit und Reichweite - sowohl sehr positiv wirken können (z.B. als Bürgerplattform). Gleichzeitig mahnt der Vergleich auch zur Vorsicht, denn Medien können auch manipuliert werden.

Ob nun die Journalisten die Sittenwächter und Moderatoren sein können, die gerade auch vor Mißbrauch warnen, sei dahingestellt. Es wäre zu wünschen, daß sie im Zusammenspiel mit aufgeklärten Bürgern ein wachsames Auge bezüglich Manipulationsversuchen und demagogischen Tendenzen haben.

Danke an CARTA, worüber ich auf diese Rede von Heribert Prantl aufmerksam geworden bin.

Tablet's sind nicht das Ende des Buches und auch am Computer kann man "lesen"

Ich bekomme sie immer wieder gestellt, was ich denn mit meinem Macbook abends auf dem Sofa tue. Spiele ich etwa am Computer? Und in der Regel erkläre ich, daß ich lese. Nein, ich lese nicht nur meine E-Mails. Ich lebe auch außerhalb der (E-Mail)-Inbox. Oft, gerade am Wochenende, bin ich in meinem RSS Reader und schaue die von mir abonnierten Blogs durch, lese die Artikel, die mich interessieren. Wenn sie mich besonders berühren und interessieren, zitiere ich sie in meinem Blog oder zwitschere sie.

Für mich persönlich haben die Feeds zu guten Teilen die Magazine, Zeitschriften und Zeitungen abgelöst, die ich vor Jahren noch gelesen habe. Durch das Netz und durch von mir sorgfältig ausgesuchte Blogs bekomme ich für mich relevante Informationen wesentlich schneller – von Fußball-News über meinen Lieblingsclub Borussa Mönchengladbach bis zu vielfältigen beruflich relevanten Artikeln. Ich habe auch das Gefühl, daß sich die Qualität der mir zur Verfügung stehenden Informationen deutlich erhöht hat.

Meine Frau dagegen lebt noch in Büchern und Kunstzeitschriften (Sie ist als Kuratorin tätig). Der Computer dient ihr für E-Mails, Texte schreiben und Informationen googlen. Die RSS Feeds zu Kunst, die ich ihr eingerichtet habe, nutzt sie nicht. Sie liebt Bücher und ist auch (zu Recht) stolz darauf, viele Kunstkataloge in ihrer Zeit an der Schirn gestaltet zu haben. Dem Netz steht sie durchaus skeptisch gegenüber. Am Samstag entspann sich die Diskussion um einen Artikel aus der FAZ, in dem einmal wieder dargestellt wurde, wie Leute Facebook mißbrauchen, mobben, stalken und was weiß ich noch alles.

Wir haben dann kontrovers diskutiert, wobei sie mich natürlich in die IT- und Marketingecke stellt. Klar, daß Du zwitscherst und netzwerkst. Mein Plädoyer für einen bewußten Umgang mit dem Netz und Social Media wird hoffentlich irgendwann ankommen. Auch ich akzeptiere nicht jede Freundschaftsanfrage auf Facebook oder XING. Wenn ich jemanden nicht kenne oder mich jemand nicht vernünftig anschreibt, lehne ich das entsprechende Freundschaftsangebot ab. Und über den Begriff Freunde müssen wir hier nicht diskutieren. Hier schlägt einfach die Übersetzung und die Bedeutung von Friend auf Freund im Deutschen fehl. Bekannte sollte es heißen.

Ich finde Warnungen vor den Tücken des Netzes absolut notwendig. Ich glaube, daß wir Junge und Alte ausbilden müssen, wie sie das Netz möglichst sicher benutzen. Das ist Aufgabe der Eltern, der Medien, der Volkshochschulen, der Web 2.0-Szene. Das Netz einseitig und plakativ zu verteufeln, wie es desöfteren in der FAZ geschieht, halte ich für grundlegend falsch. Im Netz unterwegs sein ist eine weitere, neue Kultur- und Kommunikationskompetenz, die wir lehren und lernen müssen (so wie es mit Fernsehen, Radio und anderen Medien der Fall war und ist).

Wird nun das Netz gedruckte Medien, Bücher und Zeitschriften ablösen? Ja, einige Drucksachen werden obsolet werden. Aber in der nahen und mittleren Zukunft wird es weiter Bücher geben. Und das ist gut so. Das sinnliche Erlebnis Buch wird weiter leben, aber ich finde es durchaus „grün“ und gut, daß Publikationen mit geringer Haltwertzeit nur noch elektronisch veröffentlicht werden. Viele Fachbücher in meiner Branche IT und Marketing veralten in kürzester Zeit. Warum genügen dort also nicht E-Books statt Bäume zu vernichten? Der Kunstkatalog, Literatur und viele andere Dinge werden weiter gedruckt existieren. Zumindest so weit ich es heute vorauszusagen wage.

Wenn wir dieses Thema diskutieren, sind wir natürlich nicht weit vom Thema E-Book Reader und iPad. In unserem Urlaub in Thailand im Januar habe ich erstmals jemanden am Strand mit einem Kindle gesehen. Ich hatte Bücher dabei (und für Notfälle meinen Macbook im Hotelzimmer). Die fehlenden Datenschutzmechanismen der meisten E-Book Reader und Tablets halten mich derzeit noch von der Anschaffung ab. Und mir fehlen noch viele Funktionen, die ich vom voll funktionalen Computer kenne. Und hier gebe ich Michael Spehr in der FAZ recht, der schreibt:

Kurzum: Das iPad ist kein Arbeitsgerät und kein Notebook-Ersatz. Man kann wunderbar Webseiten abrufen und lesen, Fotos betrachten oder Musik hören. ... Wenn es nur um das Schreiben von E-Mail, Memos oder Blogbeiträgen geht, ist die Welt in Ordnung. Wer indes mit eigenen Inhalten arbeiten will, eine E-Mail mit diversen Anhängseln aus unterschiedlichen Quellen zusammenstellen muss, Dinge neu arrangiert, Daten aus der „Cloud“ holt, wird am iPad keine Freude haben. Es ist eine Maschine für den passiven Konsumenten, nicht für den aktiven Nutzer, und das sind ungefähr ein Drittel aller Web-Surfer. Das iPad will einen wegführen aus der großen Freiheit des Web hin zu den Apps. Es ist ein goldener Käfig mit vielen Verlockungen, aber am Eingang steht Apple als „Gatekeeper“ und wacht über die Inhalte. Für unseren Geschmack ist das eindeutig zu viel an Gängelung.

Aber ich bin sicher, daß in nicht allzu ferner Zukunft der Zeitpunkt kommen wird, wo auch ich ein Tablet ausprobieren werde. Aber auch hier gilt, daß das Gadget mir zusätzlichen Nutzen bringen muß. Und Nutzen ist nicht nur der neidische Blick der anderen Urlauber oder der Mitreisenden im Zug.

Ich werde einige der Gedanken, die ich in diesem Posting geäußert habe, in den Idea Jam einstellen, den wir gerade im Rahmen des Lotus JamCamps durchführen, denn hier geht es um den Arbeitsplatz und die Arbeitswelt der Zukunft und um das persönliche Nutzenerlebnis durch das Web 2.0.

Wozu noch Journalismus? « Stefan Niggemeier

Die publizistische Chance und die ökonomische Pflicht wird für die meisten professionellen Medien darin bestehen, eigene Inhalte zu recherchieren und zu produzieren, sich zu spezialisieren und im Dialog mit den Lesern eine eigene Kompetenz aufzubauen und zu pflegen. Viel zu sehr sind die Medienunternehmen im Netz noch damit beschäftigt, besinnungslos Reichweite zu generieren, indem sie alles anbieten und einen bizarren Leser-Sammel-Wettbewerb veranstalten.

...

An der Notwendigkeit von Journalismus hat sich nichts geändert. Geändert hat sich nur, dass er nicht mehr in einer Welt des Informationsmangels, sondern des Informationsüberflusses stattfindet. Die Aufgabe des Journalisten inmitten des Durcheinanders lässt sich ganz einfach beschreiben: das Wichtige vom Unwichtigen zu trennen und das Richtige vom Falschen. Das Wie hat sich geändert, nicht das Wozu.

Sehr kluger und richtiger Artikel. Nur mit der Kategorisierung in richtig und falsch habe ich ein Problem.

Social Media Champions are Change Agents - Brian Solis

Social Media is as revolutionary as it is evolutionary. It represents an important chapter in the ongoing saga and transformation of new media.

Very interesting articel again from Brian. Here are some additional good quotes:
Social Media champions are often referred to as change agents or trust agents as their dedication rouses and inspires trust within their organizations as well as within the social communities that define their landscape of influence.

Kluge zur bürgerlichen Öffentlichkeit, in: Der Angriff der 13. Fee — Der Freitag

Ist das Netz eine positive Erweiterung bürgerlicher Öffentlichkeit?

 Es ist eine revolutionäre Erweiterung. Es ist nicht nur die Durchsetzung der brechtschen und der enzensbergerschen Radiotheorie. Jeder ist hier Sender! Es ist eine Revolution. Man darf es sich nicht wieder wegnehmen lassen! Es muss offen bleiben. Der freie Zugang muss erhalten bleiben. Da soll man nicht sagen, dass es dann aber ein großes Durcheinander gebe. Der Ozean ist auch ein großes Durcheinander.

Ich habe mich in meinem Geschichts- und Journalismus-Studium intensiv mit der Entstehung der bürgerlichen Öffentlichkeit (und insbesondere Habermas Buch dazu) befasst. Darüber sollte auch meine Doktorarbeit gehen (zu der es nie gekommen ist). Im 19. Jahrhundert ging es darum, wie die ersten Zeitungen die bürgerliche Öffentlichkeit initiiert und vorangetrieben haben. Radio und Fernsehen haben dann zu einer noch breiteren Erreichbarkeit der Öffentlichkeit geführt. Heute mit dem Netz sind wir in eine neue Dimension vorgestossen. Es wäre sicher mal spannend, sich aus heutiger Perspektive die verschiedenen Phasen der bürgerlichen Öffentlichkeit, ihrer Reichweite, ihrer Erfolge und Misserfolge anzuschauen.

[DE] Video kills the radio star – und Blogs verdrängen Printmedien

Die IT Magazine - zumindest die, in denen Unternehmenssoftware behandelt wird - werden immer dünner und weniger. Lang etablierte, redaktionell unabhängige Publikationen verschwinden vom Markt. Zum Thema Dokumentenmanagement gab es beispielsweise einmal die Spezialpublikationen info21, DoQ und BIT. Nur die BIT ist übrig geblieben. Lange journalistische Wegbegleiter müssen oder mußten sich ein neues Betätigungsfeld suchen oder schlugen den harten Weg des Freelancers ein, der seine Artikel im freien Markt für gedruckte und Online-Medien anbietet.

 

Für professionelle Unternehmens-IT sind heute in Deutschland nur noch eine Handvoll unabhängiger Magazine geblieben – und das ist schon großzügig gezählt. Daneben gibt es noch eine erkleckliche Zahl von Magazinen, die von gesponsorten Artikeln und Advertorials leben. Mein Worst Case: Einnahmen durch Personality Stories einwerben. Ein Geschäftsführer darf sich auf dem Titelblatt präsentieren und in der Fotoserie im Heft auf dem Poolbillardtisch räkeln – Fegefeuer der persönlichen Eitelkeiten. Sex sells? Hüstel.

 

Aber diese und ähnliche Maschen funktionieren durchaus noch, um Hefte zu finanzieren und am Leben zu erhalten. Lässt sich der Leser jedoch wirklich täuschen? Von Advertorials, die oft nicht als solche explizit gekennzeichnet sind? Fällt es dem Leser nicht auf, wenn in einem Heft nur Artikel stehen, die von Unternehmensvertretern geschrieben werden? Ich hoffe es mal, jedoch ist Papier geduldig. Und Papier ist wohl noch glaubwürdiger als eine Online-Veröffentlichung. Es steht halt schwarz auf weiss in der Zeitung. Und was in der Zeitung steht, BILDet.

 

Media_httprossdawsonb_bgjby
Doch der Einfluß gedruckter Publikationen auf Kaufentscheidungen auch für den Sektor Unternehmenssoftware und professionelle IT nimmt wohl ab. Social Media gewinnt enorm an Bedeutung. In den USA wurde über SAP4SME LinkedIn group eine Umfrage durchgeführt, die interessante Ergebnisse hervorbrachte und diese Aussage untermauern. Bei der Frage, wem ein Käufer am meisten bei einer Kaufentscheidung vertraut, liegen Online Tech Sites mit 29 % wie ZDNet Kopf an Kopf mit unabhängigen Bloggern und Analysten (28 %) sogar vor Analystenfirmen (20 %). IT Magazine und Journale erhielten nur 6 % der Stimmen, Online Foren 15 %.

 

Sicherlich ist dies keine repräsentative Umfrage, aber sie belegt doch den Trend, dass Blogosphere, Foren und Geschäftsnetze bei Kaufentscheidungen im Markt für Unternehmenssoftware mehr und mehr an Bedeutung gewinnen. Dies wird Einfluss auf klassische Public Relations haben. PR wird sich zu Social Media Relations hin entwickeln. Und für Social Media stellen sich mir eine Vielzahl von Fragen.

 

Sind Blogosphere und Online Tech Sites nach den gleichen oder ähnlichen Mechanismen wie gedruckte Medien manipulierbar und käuflich? Oder übt das Netz eine solche korrektive Gewalt aus, dass Manipulationsversuche schnell(er) auffliegen? Ist der Vodafone-Fall Beleg dafür, dass sich die Onlineszene nicht manipulieren lässt? Oder wird es nicht „geschicktere“ Versuche geben, die nicht so einfach aufzudecken sind?

 

Umgekehrt: Auch in der Blogosphere gibt es hier und da eine Tendenz zur Negativberichterstattung. Auch hier scheinen „Bad News“ und „Schlammwerfen“ - oft getrieben durch Selbstdarstellungsgelüste - interessanter zu sein als die ausgewogene Berichterstattung. Gibt es in solchen Fällen Webselbstheilungsmechanismen, die so etwas ausgleichen? Oder können sich „Bad News“ nicht vielleicht künftig sogar im Waldbrandverfahren verbreiten? Aufgrund der offenen Struktur, in der prinzipiell jeder frei publizieren kann, ist die Blogosphere und Webosphere natürlich wesentlich vielfältiger, subjektiver und emotionaler (was ja auch teilweise den Charme des Webs ausmacht).

 

Wie werden Qualitätsartikel und -inhalte im Netz finanziert? Sind die Leser bereit, für Inhalte auf Online Tech Site zu bezahlen? Meine Prognose: Der Zug ist bereits abgefahren. Bezahlinhalte werden – bis auf gewisse Premiuminhalte - kaum noch durchzusetzen sein. Das Web ist umsonst. Kopieren ist erlaubt, oft gewünscht. Analog zu den gedruckten Magazinen werden Werbemaßnahmen die Haupteinnahmequelle für professionell betriebene Online Tech Sites sein.

 

Welche Bedeutung haben eher private Blogs gegenüber den professionellen Online Tech Sites? Ein Dion Hinchcliffe schreibt inhaltlich hochinteressante Blogbeiträge, aber würde er diese Reichweite erreichen, wenn die Beiträge „nur“ auf seiner Web Site statt im Rahmen von ZDnet publiziert würden? Sicher kann sich auch ein unbekannter Blogger mit entsprechender Zähigkeit und Qualität im Bereich Unternehmens-IT und Unternehmenssoftware ein Renomee und seine „Follower“ erarbeiten. Festzuhalten bleibt: Sich derart frei und problemlos zu exponieren und seine Meinung kundzutun, ging zu Zeiten nur gedruckter Medien nicht. Der Platz für Leserbriefe war halt doch begrenzt. Heute hat jeder die Chance zu bloggen

 

Wie soll man Blogger behandeln? Im Großen und Ganzen wie Journalisten. Eigentlich wie jeden, der sich fundiert informieren will. Sachlich und fachlich informieren. Manipulationen fliegen auf, früher oder später. Sachliche Information, offene Diskussion und Kommunikation wurden meiner Erfahrung nach auch bei kritischen Punkten gerade in der Blogosphere immer honoriert.

 

Anbieter – auch die, die sich mit Unternehmensoftware und Unternehmens-IT befassen – werden sich mit Social Media kreativ und konstruktiv auseinandersetzen müssen. Dort spielt künftig mehr und mehr die Musik. Dort wird Meinung gemacht. Dort muss man mitdiskutieren. Dort werden künftig Kaufentscheidungen maßgeblich mit beeinflusst. Natürlich sind noch Fragen offen und es existieren auch Risiken. Aber der Weg führt an Social Media nicht mehr vorbei, in Öffentlichkeitsarbeit, in Marketing und Vertrieb.

 

P.S. Und last but not least: Ich hoffe, dass für meine Kollegen, deren Jobs in den Printmedien potentiell gefährdet sind, in der Online Szene der ein oder andere Arbeitsplatz entsteht, denn gerade auch dort ist „Qualität“ gefragt.