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[DE] Arbeitsplatz der Zukunft: Immer mehr geht in der Cloud [Reloaded]

Das Posting basiert auf einem Artikel, den ich zum Launch von LotusLive 1.3 geschrieben habe. Für silicon.de hab ich diesen Beitrag überarbeitet und neutralisiert.

Nach den Ankündigungen der vergangenen Wochen – von Office 365 bis LotusLive 3.1 – scheint klar: Der Cloud-Hype hat im Kielwasser von Google Apps den Arbeitsplatz erreicht. Welche Folgen das hat, beschreibt IBM-Manager Stefan Pfeiffer.

Jenseits des Marketinghypes wird für mich immer klarer, dass cloud-basierte Dienste den klassischen Arbeitsplatz verändern werden beziehungsweise schon verändert haben. Wir bewegen uns sukzessive – wie es Ray Ozzie geschrieben hat – in eine Post-PC-Welt mit Web Devices, an denen gearbeitet wird. Der PC mit seinem Betriebssystem wird in den Hintergrund rücken. Die Cloud-Dienste werden von den unterschiedlichsten Endgeräten aus genutzt werden. Im Prinzip wird das, was wir privat aus dem Web kennen, nun auch in Unternehmen Einzug halten.

Der klassische Arbeitsplatz wird immer mehr verschwinden und schon bald sehen wir "hybride" Arbeitsplätze. Während bestimmte Funktionen weiterhin im klassischen Modell "on premise" in der Unternehmens-IT zur Verfügung gestellt werden, beziehen die Nutzer andere Dienste "aus der Wolke". Dabei ist die so genannte "Private Cloud" eigentlich nicht viel Neues im Vergleich zu dem, was seit Jahren etwa als Hosting betrieben wird. Das eigentlich Neue sind Services aus der "Public Cloud" sowie die Mischung der verschiedenen Servicemodelle. Die attraktiven Preise werden viele Unternehmen zum Nachdenken bringen – und nicht nur die Experton Group sagt voraus, dass der Markt explodieren wird.

Der Arbeitsplatz in der Cloud nimmt unterdessen immer schärfer und konkreter Kontur an. Im Bereich Kollaboration oder Online Zusammenarbeit können in der Wolke unterdessen folgenden Funktionen zur Verfügung gestellt werden:

Webbasierte E-Mail und Kalender-Funktionen als Standard. Wie in der privaten Nutzung mit Yahoo-Mail oder Web.de werden immer mehr Anwender auch im Unternehmen browserbasiert und eben von verschiedenen Devices (Smartphone, Tablet) E-Mails bearbeiten.

Vom Adressbuch zum Netzwerk: Die bestehenden Adressbücher werden übernommen und sind Ausgangspunkt zum Aufbau eines Netzwerkes , in dem man arbeitet und kommuniziert.

Anwender und Kontakte werden in Communities organisiert beziehungsweise organisieren sich viral selbst. Communities meint hier den Zusammenschluss und die Organisation bestimmter Personen zu gemeinsamen Projekten, in den man Daten und Dateien austauscht, Lesezeichen teilt und zu Themen diskutiert.

Dateien liegen dabei verstärkt in der Wolke und werden (hoffentlich) nicht mehr so oft als Attachment verschickt. Das Dropbox-Prinzip hält auch in Unternehmen Einzug. Dateien sind online für verschiedene Devices verfügbar und ich kann diese Anderen (oder auch einer Community) gezielt verfügbar machen, zum Lesen oder Bearbeiten.

Und das gilt ebenso für Aktivitäten, quasi ein Mini-Projektmanagement-Werkzeug. In LotusLive haben wir damit zum Beispiel gemeinsam mit einer Vielzahl externer Partner das IBM Lotus JamCamp in diesem Jahr organisiert und sind derzeit dabei, die zweite Ausgabe im nächsten Frühsommer zu planen.

Online-Konferenzen werden ein alltägliches Werkzeug werden. Man kann Personen online zusammenschalten, sich gemeinsam Daten und Dateien anschauen, Projekte besprechen und das dokumentieren. Dies geschieht ad hoc mit wenigen Mausklicks ohne lange technische Vorbereitung.

Eine Chat-Funktion für den schnellen Austausch darf natürlich auch nicht fehlen, inklusive der Einbindung externer Services wie Skype.

Ein zusätzliches Highlight wird dann noch die gemeinsame Live-Bearbeitung von Dokumenten im Team, inklusive der Möglichkeit, bestimmten Autoren bestimmte Textbereiche oder Kapitel zum Schreiben oder Redigieren zuzuweisen.

Viele der gerade aufgezählten Funktionen zeigen aber auch einen Paradigmen-Wechsel in der Art, wie man arbeitet. Verhaltens- und Kommunikationsmuster des Web 2.0 übertragen sich auf die Zusammenarbeit im Unternehmen. Der Mensch und sein Netzwerk rücken in den Vordergrund, die Datei ein gutes Stück weit nach hinten.

Das Analystenhaus PAC hat diese Übertragung des Social-Networking-Modells in die Geschäftswelt in einem White Paper analysiert. Diese Art zu kommunizieren (und zu arbeiten) ist kennzeichnend für die, die als Digital Residents aktiv sind oder als Mitglieder der Generation Y in die Unternehmen kommen.

Die technischen Möglichkeiten der Cloud und der gerade geschilderte Netzwerk-Gedanke werden aber auch dazu führen, dass vermehrt unternehmensübergreifend in der Wolke zusammengearbeitet wird. Es gibt unzählige Branchen und Abteilungen, in denen projektorientiert mit dem Kunden, dem Geschäftspartner, dem Dienstleister oder Lieferanten zusammengearbeitet wird. Bisher geschieht dies traditionell über E-Mail und Telefon. Die kollaborativen Arbeitsplätze in der Cloud mit den gerade beschriebenen Funktionen ermöglichen hier schnell und vor allem sehr viel effizienter gemeinsam zu arbeiten und letztendlich gemeinsam bessere Ergebnisse zu erzielen.

Und last but not least werden cloud-basierte Services miteinander zusammenspielen und miteinander integriert werden müssen. Skype ist ein Beispiel, wo ein Service, der vor allem privat genutzt wird, mit einer Business-Lösung aus der Cloud kombiniert wird. Aber auch Business-Lösungen verschiedener Anbieter werden zusammenspielen und sich ergänzen, beispielsweise salesforce.com als CRM-System mit LotusLive zur Online Kollaboration. Es entsteht ein neues Ökosystem in der Cloud, in der Services miteinander kombiniert und integriert werden.

Arbeitsplatz der Zukunft: Immer mehr geht in der Cloud - Kommentar zum neuen LotusLive

Vergangene Woche wurde LotusLive 1.3 verfügbar, die neue Version der cloud-basierten Collaboration Suite der IBM. Nur ein neues Software Release? Auf der einen Seite ja, auf der anderen Seite halte ich dieses Release für sehr erwähnenswert, da der Arbeitsplatz in der Cloud immer schärfer und konkreter Kontur annimmt. Wenn ich mir mein LotusLive Dashboard anschaue, meinen Einstieg in LotusLive habe ich unterdessen folgende Funktionen zur Verfügung:

  • E-Mail & Kalender – Dahinter muß sich nicht Lotus Notes verbergen. Mit LotusLive iNotes hat IBM ein rein web-basiertes E-Mail Angebot, das schon Millionen von Anwendern benutzen.

  • Besprechungen & Ereignisse – Die Möglichkeit, direkt Online-Besprechungen und ganze Events (beispielsweise Webcasts mit Verwaltung aller Registrierungen) zu organisieren.

  • Ich habe mein Netzwerk unter Kontakte zur Verfügung. Hier habe ich mein Notes-Adressbuch importiert und kann nun, meine Kontakte direkt als Gast zu LotusLive einladen, um beispielsweise mit ihnen Dateien zu teilen oder sie in Aktivitäten einzubinden.

  • Mit Communities kann ich Kontakte zu bestimmten Themen zusammenschließen und organisieren, mit ihnen Aktivitäten bearbeiten, Dateien oder Lesezeichen teilen und Themen diskutieren.

  • Dateien kann ich natürlich auch teilen, ohne eine Community einzurichten, natürlich mit Vergabe entsprechender Zugriffsrechte.

  • Und das gilt ebenso für Aktivitäten, quasi ein Mini-Projektmanagement-Werkzeug (über das wir beispielsweise das Lotus JamCamp 2010 organisiert haben).

  • Über Umfragen kann ich Online-Umfragen erstellen, vom Meeting-Feedback bis zu beliebigen Umfragen, die ich mit einem Formulareditor erstellen kann.

  • Chatten kann ich LotusLive über das integrierte Sametime. Und auch Skype habe ich in LotusLive als Drittanwendung zur Verfügung, um meine Kontakte direkt "anzuskypen“.

  • Über Project Concord, das im Betatest zur Verfügung steht, kann ich Dokumente zusammen mit Anderen bearbeiten. Ich kann bestimmten Autoren bestimmte Textbereiche oder Kapitel zum Schreiben oder Redigieren zuweisen und so mit mehreren Personen zusammen an Dokumenten arbeiten.

Warum diese Aufzählung? Zum einen natürlich, um etwas Werbung für LotusLive zu machen, das noch viel zu unbekannt ist. Zum anderen aber, um zu demonstrieren, welche Funktionalität heute schon in der Cloud zur Verfügung stehen. Der professionelle Unternehmensarbeitsplatz in der Wolke ist von den zur Verfügung stehenden Funktionen keine Zukunftsmusik mehr.

"Hybride“ Arbeitsplätze werden bald zur Realität werden, wo bestimmte Funktionen im klassischen Modell „on premise“ in der Unternehmens-IT zur Verfügung gestellt, andere aus der Wolke bezogen werden. Dabei ist die „Private Cloud“ nicht viel Neues im Vergleich zu dem, was seit Jahren (gerade auch von der IBM als Hosting) betrieben wird. Das eigentlich Neue sind Services aus der „Public Cloud“ sowie die Mischung der verschiedenen Servicemodelle. Die attraktiven Preise werden viele Unternehmen zum Nachdenken bringen und nicht nur die Experton Group sagt voraus, daß der Markt explodieren wird.

Im Fall LotusLive kommt aus meiner Sicht noch ein weiterer wichtiger Faktor hinzu. LotusLive übersetzt das Paradigma des Web 2.0 oder der sozialen Netzwerke in die Geschäftswelt, wie auch PAC in der Analyse von LotusLive in einem White Paper festgestellt hat. Die neu in LotusLive 1.3 eingeführten Communities symbolisieren das noch deutlicher. Personen werden in Gruppen kollaborativ vernetzt, um gemeinsam an Projekten zu arbeiten. Wie im privaten Web 2.0 steht der Mensch und sein Netzwerk und nicht das Dateiparadigma im Vordergrund. Dateien sind Hilfsmittel, die natürlich auch zur Verfügung gestellt werden müssen. Sie stehen aber nicht im Zentrum. Diese Art zu kommunizieren (und zu arbeiten) ist kennzeichnend für die, die als Digital Residents aktiv sind oder als Mitglieder der Generation Y in die Unternehmen kommen.

Und LotusLive trägt dieses Paradigma aus den Unternehmensmauern heraus und ermöglicht eine sichere Zusammenarbeit in der Cloud zwischen Unternehmen. Die Möglichkeit, mit einem vollwertigen LotusLive-Account beliebig viele Gäste zu LotusLive einzuladen, mit denen man Dateien teilen und in Aktivitäten zusammenarbeiten kann, sind dabei ein noch viel zu unbekanntes und unterschätztes Feature. Wir werden das IBM Lotus JamCamp 2011 – wie schon das Camp 2010 – über LotusLive managen und dabei unsere externen Kooperationspartner einbinden, von Text100 über Freelancer wie Martin Koser bis zu New Thinking, den Organisatoren der re:publica. Sie werden von mir als Gäste eingeladen und haben dann ohne jegliche Kosten Zugriff auf alle für das JamCamp relevanten Projektdetails und -planungen. In diesem Szenario arbeiten nicht nur zwei Unternehmen in der Cloud miteinander, sondern sogar mehrere Unternehmen mit diversen Freelancern und Agenturen.

 

Hinchcliffe > CoIT: How an accidental future is becoming reality | ZDNet

CoIT: A new take on information technology for the cloud, mobile, social era

It’s been the greatly improved maturity of SaaS, cloud computing, and uber-powerful smartphones that has given this consumer-driven wave of change much of its critical mass. Coming in the next wave, the rise of consumer app stores and what I’ve called enterprise app stores will put another nail in the traditional IT coffin. Finally, there is the whole social business revolution that most organizations are still grappling with, another consumer phenomenon that is breaking across the bow of most businesses today.

Interesting take by Dion Hinchcliffe on "Shadow IT trends" breaking down the walls of the Enterprise IT - and leading the way to the Enterprise 2.0. Very similar analysis to my (German language) posting on "Enterprise 2.0: Breaking down the walls" and my upcoming speech at the Fraunhofer Collboration event.

2 major business models compete for growing share of software spend: SaaS and Open Source « MintTwist

The convergence of multiple point technologies wireless, pervasive broadband, and online collaboration generates a whole new level of interactive applications. The heralded Web 2.0 revolution with its innovation in content (e.g., blogs, wikis, user editing and tagging), tools like search, and services like content hosting brings about a much larger opportunity to transfer the new developments in the consumer side to the corporate environment.

According to McKinsey & Company / Sand Hill Group, two major business models
are competing for a growing share of software spend: Software as a Service and Open Source.

Interessantes Statement, das wieder sehr gut zum Lotus JamCamp #LJC und den dortigen Fragestellungen passt.

New Forrester-Report: Half of software budgets in Europe spent on maintaining old solutions | IT PRO

Holger Kisker, a senior analyst at Forrester, said in a statement: "Despite all the hype around new technologies that hit the market in the past few years, firms are devoting most of their IT spending on already-installed technologies."

...

The report claimed that cloud computing is increasingly getting businesses excited, with about a third having either subscribed to software-as-a-service (SaaS) or planning to in the next year.

Maintaining old systems or spend everything on different ERP instances? The reality?

And SaaS is the hope?

The Future: Buy Enterprise Software in an App Store?

Distributing SOA, SaaS, & Mashups with The Enterprise App Store

Even the Web itself has become a sort of ad hoc app store writ large in the cloud with thousands of SaaS applications available today that most enterprise users can acquire and use with little or no provisioning or support from IT.

via enterpriseirregulars.com

Interesting article by Dion Hinchcliffe. Will SOA, MashUps and SaaS lead the way to Enterprise App Stores. Dion points to several existing app stores like IBM’s Smart Market.

I am currently hesitating, because I am to used to complex enterprise apps. But having seen and using our IBM SaaS offering LotusLive and in particular LotusLive Labs since a while Dion could be right. Will be interesting to follow, what is going to happen.

 

Google’s Ten Biggest Enemies in 2010 - LotusLive

Google Wave will be competing with IBM’s LotusLive collaboration tools.  According to iResearch, LotusLive service will be attracting more than 2,000,000 users in the next two years.

Only 2 Million? :-) LotusLive is Collaboration for the Enterprise. People do understand it ... And people will love the upcoming features. Do I need to mention security and data privacy?

[DE] Wir Kinder der Generation Windows – Mein persönliche Beziehung zu Microsoft - Rück- und Ausblick

Es gibt die Generation X, es gibt die Generation Y, die Digital Immigrants und Digital Natives – und es gibt die Generation Windows. Zu letzterer könnte ich mich zählen. Ich erinnere mich an Windows 2.1. Ich erinnere mich, wie ich Windows 2.1 installiert und mit GEM von Digital Research (wer kennt das noch) verglichen habe. Damals habe ich glaube ich für ein Computer Magazin einen Vergleich geschrieben. Und ratet einmal, was damals leistungsfähiger war.

Ok, nun ist mein Alter fast raus und ich kann mich noch weiter outen. Ich war als Business Partner beim Launch von Windows 3.0 in München dabei und habe damals ein CAD Programm auf Basis Windows vorgestellt. Das muss Mitte 1991 gewesen sein. Die Kartons wurden im offenen BMW in den Veranstaltungssaal gefahren. Es herrschte Begeisterung und Aufbruchstimmung, die auch damals typich war für den Partnerstand von Microsoft auf den CeBITs.

Und da sind wir auch beim entscheidenden Grund, warum sich Windows durchgesetzt hat. Microsoft hat es im Gegensatz zum Wettbewerb verstanden, eine Vielzahl von Partner zu gewinnen, die Anwendungen auf Basis Windows gebaut haben. Ich war damals bei einem Windows-Distributor und erinnere mich noch an einige der Programme, deren Vertretung wir in Deutschland hatten: ADS Windows Workstation, ein Netzwerk-Tool, mit dem man die Menüführung aller Workstations steuern konnte, damals meistens in Novell-Netzen. An NetMagic, eine grafische Oberfläche zur Administration von Netware. An Roykore ABC Flowcharter. An Packrat, einen Personal Information Manager, der auch schon netzwerkfähig war. Und so weiter und so fort.

Diese Programmvielfalt war der Grund, warum Windows sich durchsetzte. Der Windows-Anwendungskatalog wuchs von Jahr zu Jahr. ISV's war für Microsoft ein wichtiges Wort: Independant Software Vendors. Unabhängige Partner, die Lösungen bauten, und die von Microsoft durch aus gepampert wurden. So entstanden Killeranwendungen wie Lotus Notes, das als eines der ersten Windows-Programme auf den Markt kam.

IBM schaffte es mit OS/2 nicht, eine vergleichbare Auswahl an Programmen zu bieten. Ich erinnere mich, als Journalist zur Präsentation von Office Vision unter OS/2 auf das Dachgeschoss in Halle 1 eingeladen worden zu sein. Wir waren begeistert: Drag and drop und vieles mehr. Aber für OS/2 wurden bei weitem nicht so viele Anwendungen von Partnern entwickelt. Und ich glaube auch, daß die Hardware-Anforderungen im Vergleich zu Windows damals höher waren.

Der Markt für Windows-Anwendungen war duch Wettbewerb und Auswahl gekennzeichnet. Microsoft hatte bei weitem noch nicht alle Anwendungsfelder abgedeckt. Es gab cc:mail, MS-Mail und WordPerfect Office. Es gab – ich glaube als erste - Windows-Textverarbeitung Amí (damals noch nicht bei Lotus), WordPerfect und dann irgendwann MS-Word. Lotus 1-2-3 dominierte den Markt für Tabellenkalkulationen und wurde dann unaufhaltsam durch Microsoft Excel „besiegt“ und abgelöst.

Microsoft deckte nach und nach mehr Anwendungsgebiete selbst ab. Das beste Beispiel ist Microsoft Office. Doch noch hatten die Partner genug Spielraum. 1996 kam dann wohl Microsoft Exchange als Nachfolger von MS-Mail auf den Markt. Und damals bin ich dann erstmals richtig in Wettbewerb mit Microsoft geraten. Unterdessen war ich bei einem Darmstädter Unternehmen für den Bereich Knowledge Management tätig und wir hatten für Deutchland die Vertriebsrechte für ein Dokumentenverwaltung namens PC DOCS.

PC DOCS war eng mit Microsoft Office integriert und man konnte direkt aus der Menüführung der MS-Produkte Dateien in PC DOCS ablegen und verschlagworten. Das war extrem cool, da die meisten deutschen Hersteller „nur“ Archivierungsprogramme anboten, sich also auf die Verwaltung gescannter Belege konzentrierten. Wir gewannen durchaus namhafte Kunden und wurden zu vielen großen Unternehmen zur Präsentation eingeladen, so auch zu einer namhaften Versicherung mit Sitz in München. Und dort kam es dann zum Wettbewerb mit Microsoft, denn Microsoft sagte der Versicherung, auch mit Exchange könne man Dokumentenverwaltung machen. Man setzte einen Business Partner daran, der Leistungstag auf Leistunsgtag versuchte, Exchange entsprechend umzubiegen. Das gelang dann doch nicht und die Versicherung kaufte dann irgendwann doch eine Dokumentenverwaltung. Leider nicht von mir.

Dies war mein persönliches Schlüsselerlebnis und meine Einstellung zu Microsoft änderte sich. Vorher noch überzeugter Partner von Microsoft, der das Gefühl hatte, auch als solcher behandelt zu werden, sah ich nun Unterschleissheim immer kritischer. Und es kam auch zu immer mehr Wettbewerbssituationen. Ich blieb in der Branche für Dokumentenmanagement und wurde Marketingleiter für FileNet in Zentral- und Osteuropa. FileNet war im HighEnd, doch auch hier postulierte Microsoft plötzlich, mit Sharepoint dies bieten zu können. Und nun bin ich durch die FileNet-Übernahme bei der IBM gelandet und unterdessen für das Marketing der Lotus-Produkte in Deutschland zuständig.

Microsoft hat sich seit dem Windows 3.0-Launch 1991 – was nun fast 20 Jahre her ist – extrem stark im Markt positioniert. Windows dominiert den Markt für Betriebssysteme und im Office-Bereich gibt es Microsoft Office. Doch mir scheint, daß wir nun an einer Zeitenwende angekommen sind. Nein, ich glaube nicht, daß Windows als Betriebssystem von heute auf morgen verschwinden wird. Ich sehe das in meiner Familie. Man kennt es und benutzt es und hat eher Angst davor, ein anderes Betriebssystem zu versuchen. Der gemeine Anwender ist träge und benutzt erst einmal das, was sie kennen. Doch ich sehe auch immer mehr gerade aus der jungen Generation, die sich an Linux und den Mac herantrauen. Und wenn ich mir heute Linux-Oberflächen anschaue, so sind diese mindestens genauso komfortabel wie Windows. Mac OS ist aus meiner Sicht eh noch immer ungeschlagen in der Bedienung. Nun kommt Google mit einem eigenen Betriebssystem.

Times are a-changin', wie man im Browser-Markt sieht. Insbesondere Firefox hat dem Internet Explorer massiv Marktanteile abgenommen. Es geht also doch. Und nun gibt es Chrome, Safari und andere als Varianten. Das macht Mut, gerade auch für das Thema Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentation. Es gibt auch dort Alternativen und die Chance zum Wandel. OpenOffice etabliert sich immer dazu und auch hier nutzen viele junge Leute diese Option. Oder sie gehen auf Google (obwohl ich zu dem Hersteller wegen der Datensicherheitsfragen eine ebenfalls überaus kritische Meinung habe). IBM hat Lotus Symphony herausgebracht, für das Unternehmen nichts zahlen müssen (nur Hotline wenn gewünscht), und viele schauen sich derzeit Symphony als Alternative an und warten auf die nächste Version.

Der Markt wandelt sich und es sieht derzeit so aus, als ob es wieder zu mehr Vielfalt kommt. Das gilt für das Thema Office und Betriebssystem. Das gilt aber auch für andere Bereiche, denn Software-as-a-service-Angebote in der Cloud und immer mehr leistungsfähige Anwendungen, die im Browser laufen, wirken als Katalysatoren. Zumindest einmal wird es zu wesentlich stärkerem Wettbewerb kommen. Und darauf freue ich mich, denn eine zu starke Dominanz (und vielleicht auch Arroganz) eines Herstellers ist nie gut. Ich bevorzuge es, zwischen mehreren Optionen wählen zu können.

Angeregt zu diesem Blog-Beitrag hat mich das Buch Glossen 1997 – 2008 von Jörg Allmann – dazu einmal später mehr hier – und der folgende Beitrag auf Read-Write-Web, der unter dem Titel IBM vs. Microsoft: Will the Open Web Change the Game? erschienen ist.

The FASTForward Blog » Is Cloud Computing Part of Enterprise 2.0?

What is happening, unfortunately, is that Enterprise/Web 2.0 and cloud are becoming two separate initiatives within enterprises, when they should be very closely linked. Because the essential value that Enterprise/Web 2.0 is bringing into organizations is the ability to conduct business, connect all essential parties in transactions, and open up formerly clogged information channels is through technology services that may be once, twice, or three times removed.  In other words, delivered from the cloud.  Facebook and Twitter are clouds, clear and simple.

As companies move to increase social networking and collaboration across their enterprises with internal and external tools and applications, the success of Enterprise 2.0 rests on their simplicity, accessibility and usability. In other words, complexity and technology issues are abstracted away from end-users.  This is also the goal of cloud computing.  Perhaps, on some level, cloud computing is actually “Enterprise 2.0″ for IT managers?

Not sure, if this is totally right. For sure we will see more and more collaboration and communication services into the cloud: File Sharing, project management, activity tracking, e-mail, onine conferencing ... And after a time of reservation and caution because of security and privacy concerns more and more companies will move into the cloud for collaboration within and beyond company boundaries. Call it Enterprise 2.0. In IBM Lotus terms call it LotusLive.

CRN wählt LotusLive als beste Cloud-Anwendung 2009 - The Best Products Of 2009

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Computer Reseller News hat LotusLive als “Best Cloud Application for 2009” im jährlichen Rückbick auf die besten Produkte von 2009 ausgewählt:

 Einige Zitate aus der Begründung:

 "If you had written off IBM's Lotus group for dead, you'd have been very, very wrong."

 "While rivals including Microsoft have made no bones about the fact that they will be players in the cloud space with its messaging, e-mail and collaboration, Lotus is there in a business-ready way right now."

 "As enterprises begin what could be a long, measured transition from on-premise IT, to a hybrid model, to cloud computing, the full suite of LotusLive products gives the channel a way to get started right this minute."

 Hier sehen Sie den kompletten Artikel.

LotusLive ist noch immer ein viel zu wenig bekannter Juwel. Da muss das Lotus-Marketing noch einiges tun, damit sich das ändert und die Möglichkeiten trotz und neben aller "Wellenhysterie" bekannter werden.

Jeder IBM'er sollte seine Kunden, Interessenten und Partner zu LotusLive einladen. Gästekonten sind umsonst (ode rheißt es kostenlos?). Und LotusLive ist auch eine Möglichkeit, Dateien elegant zu sharen statt als E-Mail Anhang rumzuschicken.

Natürlich gefallen mir auch die Aussagen zu Lotus generell ...