[DE] Digital Naiv oder Digital Native. Eher Digital Resident. Meine privaten Gedanken rund um Arbeitswelt, Technologie, Netz, Essen, Fußball und mehr ................................... [EN] Digital Naive or a Digital Native. More likely a Digital Resident. My privateThoughts around work, technology, the web, food, football ...
Die ARD-Themenwoche „Der mobile Mensch“ widmet sich vom 22. bis 27. Mai in Hörfunk, Fernsehen, Internet und Videotext den positiven und negativen Aspekten des mobilen Lebens.
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2011 möchte die ARD mit der Themenwoche “Der mobile Mensch” erreichen, dass Deutschland eine Woche lang – und idealerweise auch darüber hinaus – über Mobilität nachdenkt, spricht, diskutiert – und an manchen Stellen vielleicht sogar Konsequenzen für die eigene Lebensweise zieht.
Auf jeden Fall ein interessantes Thema und so ich die Zeit dazu finde, werde ich in den kommenden Tagen in meinem Blog mal etwas zum Thema mobiles Arbeiten schreiben. Was mir bei dem ganzen Ansatz fehlt, ist das Online-Forum, in dem man das Thema diskutieren kann. Wir leben heute im Zeitalter von Facebook, von Twtter & Co. Wo spiegelt sich das beim Setup der Themenwoche wieder? Wo ist die Facebook Fan Page? Das schön produzierte Video wird (zumindest nicht offensichtlich) zum einbetten angeboten. Wir sollen nachdenken, sprechen und diskutieren. Dazu gehört heute - und das nicht nur für den mobilen Menschen - auch und gerade die Nutzung sozialer Medien.
Mir scheint, hier hat die ARD den Zeichen der Zeit noch nicht vernommen und verpasst eine große Chance zum Dialog mit denen, die über die verschiedensten Facetten von Mobilität nachdenken und diskutieren wollen. Falls aber ich etwas verpasst habe, Online-Forum, Facebook-Seite oder andere Elemente übersehen haben sollte, bin ich über dementsprechende Aufklärung sehr dankbar. Und hier ist die ARD-Webseite zu finden: themenwoche.ARD.de.
Skepticism with social software persists, in part, because social software evangelists are their own worst enemy. They have failed to effectively communicate how social software can drive real operating benefits.
What a statement. Interesting paper and I do like in particular the following:
The current technologies support standard business processes but fail to support the dynamic informal communications needed for resolving exceptions. Employees need tools that enable them to navigate organizational boundaries, connect to the right people and accelerate exception resolution.
In the White Paper it even goes more into detail on exception handling as business norm:
Exceptions are the norm One consequence of the Big Shift is that, increasingly, employees encounter non-routine issues which break the standard processes. These “exceptions” impede operating processes and drag down business performance across all parts of the organization. Employees spend hours, or days, attempting to find relevant information and expertise in an environment of proliferating information flows. Often, they either guess or create a solution from scratch. The current technologies store information and support standard business processes but fall short of supporting the dynamic informal communications needed for handling exceptions. To improve efficiency and effectiveness, employees need tools that enable navigating across organizational boundaries, connecting to the right people, and accelerating exception resolution.
I was attending a podium discussion at the Xing Content Management Lounge yesterday. My buddy Michael Kirchner presented IBM Case Manager, a great tool for managing cases like credit approvals in banking, claims processing insurance or healthcare cases. And in comparison to the systems of the last years a much more flexible and intelligent tool, which does not freeze standard business processes with no possibilty for exceptions. Nevertheless such a solution needs to be supplemented by Social Software and a network enterprise. It will need more evangelizing to convince the business leaders from the need for standardized processes while maintaiing and supporting social software for communication, collaboration and networking: " Social software is essential to meet the challenge of constant change".
Und wieder einmal ärgere ich mich über die scheinbare Ignoranz von XING. Doch erst einmal die ganze Story: In den vergangenen 2-3 Monaten hat die Diskussion um Social Business als einen Begriff, der die bisherigen Bezeichnungen Enterprise 2.0, Social Media und andere zusammenführt, teilweise auch ablöst. In meinem Job bei der IBM, in dem ich für das Marketing der Kollaborationslösungen in Deutschland zuständig bin, beschäftige ich mich auch mit dem Thema. Um die Fragestellung inhaltlich - losgelöst von Bits & Bytes von Lotus Notes und anderen Lotus-Produkten - diskutieren zu können, habe ich zusammen mit den Kollegen einige dedizierte Social Media-Kanäle zum Thema Social Business eingerichtet. Hier wollen wir informieren und eben zur inhaltlichen Auseinandersetzung anregen.
Auf vielen Plattformen geht das sehr einfach. Da ist schnell ein Twitter-Account eingerichtet, der Kanal auf YouTube vorbereitet oder eine FanPage auf Facebook erstellt, die unterdessen auch gut angepasst werden kann. Diese einzelnen Kanäle können manuell mit Inhalten versorgt werden oder aber - so wie ich es tue - über ein Social Media-Client. Einige sagen Twitter-Client dazu, andere vielleicht abhängig vom Leistungsumfang Social Media Monitoring Tools. Ich nutze seit langer Zeit einen Social Media Client - unterdessen seit einigen Monaten Hootsuite -, weil ich dadurch in der Lage bin, direkt aus meinem Firefox-Browser oder über den Hootsuite-Klienten Nachrichten in verschiedene soziale Kanäle zu schicken. Darüber kann ich also steuern, ob ein Tweet auf Stefan63atIBM und Lotus_DE erscheint, ob parallel auf Facebook oder LinkedIn. Ich setze ein Häkchen und der Tweet wird - wenn gewünscht auch auf Termin - verschickt. Hootsuite hat nun seit einigen Wochen eine weitere, aus meiner Sicht extrem nützliche Erweiterung: Ich kann nicht nur meine Pinnwand auf Facebook ansteuern, ich kann auch gezielt Fan Pages mit Inhalten versorgen.
So ist es mir also unterdessen mit Hlfe von Hootsuite möglich, Inhalte und Tweets, die ich für relevant erachte, gezielt in bestimmte Kanäle zu geben. Technische Informationen zu Lotus-Produkten gehen nur auf Lotus_DE und auf die Lotus Deutschland-Fan Page. Tweets zu meinem Lieblingsclub Borussia Mönchengladbach publiziere ich als Stefan63. Und Beiträge oder Informationen um den neuen Begriff Social Business verteile ich gezielt über die Fan Page auf Facebook, den entsprechenden Twitter-Account, meine persönlichen Konten und eventuell meine Statusmeldung auf LinkedIn. Die Möglichkeit, Fan Pages anzusteuern, hat es mir besonders angetan, denn dadurch entlaste ich meine private Pinnwand (und nerve nicht liebe Freunde wie Jörg Allmann mit zu vielen Nachrichten) und ich kann die Fan Page auf eineme sozialen Netzwerk komfortabel "füttern".
LinkedIn bietet immerhin die Chance, Statusmeldungen über Hootsuite und andere Klienten zu empfangen. Gruppen kann ich auf LinkedIn - so weit ich es in Hootsuite gesehen habe - nicht direkt ansteuern und mit Inhalten versorgen. XING ist komplett dicht und das hat bei mir persönlich dazu geführt, daß ich im Vergleich zu früher nur noch selten hier und da Beiträge in XING-Gruppen publiziere. Der manuelle Aufwand ist mir gerade im Vergleich zu anderen sozialen Kanälen zu hoch. Ich habe noch keinen Social Media-Client gesehen, mit dem ich XING ansteuern kann, weder die dortigen Statusmeldungen, noch die Gruppen. Darüber habe ich mich schon einige Male kritisch geäußert und sicher ist es nicht nur Schuld von XING. Gerade amerikanische Hersteller von Social Media-Clients sehen die Relevanz von XING gar nicht, da es nur in Deutschland wirklich als Geschäftsnetzwerk eine Rolle spielt. Dennoch sehe ich auch eine - ich nenne es einmal - Passivität seitens XING, sich zu öffnen. Ich glaube, man verschläft hier einen wichtigen Trend und es kann durchaus mittelfristig passieren, daß Facebook XING auch als Geschäftsnetzwerk die Mitglieder abgräbt. Facebook rüstet nicht umsonst funktional auf - und hat eine breite Unterstützung durch die berühmten Third Party-Anbieter.
Was würde ich mir persönlich konkret wünschen? Eine komfortable Möglichkeit, aus meinem Social Media-Client Beiträge in bestimmte Gruppen und Foren auf XING zu posten. Mir ist klar, daß dies nicht trivial ist, da es auch Gruppenmoderatoren gibt, die Inhalte auch "kontrollieren" sollen. Alleine schon die Möglichkeit, Tweets automatisch in XING zu publizieren, wäre ein Fortschritt. XING ist derzeit ein Paradoxum: ein soziales (Geschäfts)Netzwerk, das sich nicht oder nur sehr verhalten den Prinzipien des sozialen Netzes und des Social Business öffnet.
Viele kompetente Social Business-Experten prophezeien das Jahr der Social Media-Integration und der Vereinigung oder Orchestrierung aller Kanäle. Soziale Kanäle und soziale Netze werden sich öffnen müssen, um entsprechende Verbreitung und Unterstützung zu gewinnen. Der Like-Button von Facebook ist einer der Erfolgsgaranten für den Erfolg. Die Unterstützung durch Tools wie Hootsuite, Tweetdeck oder Seesmic ein anderer Garant. Und viele weitere Gründe kommen dazu. Rund um ein soziales Netzwerk oder einen sozialen Kanal muß ein funktionierendes Ökosystem entstehen, durch die der entsprechende Kanal zur (ständigen) Blüte gebracht werden muß. Nur Selbstbefruchtung wie im Fall XING wird auf Dauer nicht ausreichen. Übrigens werden sich an diesem Paradigma des Ökosystems auch die neuen sozialen Netzwerkversuche wie Diaspora messen lassen müssen. Wenn Diaspora im wahrsten Sinne des Wortes isoliert in der Diaspora steht, wird es keinen Erfolg haben. Gerade auch für die neuen Netze muß (ebenso wie für XING) schnell ein unterstützendes Ökosystem entstehen.
2011 scheint das Jahr zu werden, wo Social Software und Social Media den endgültigenbreiten Durchbruch schaffen. Darum ging es auch in einem Interview, das Technorati mit Alistair Rennie, dem General Manager für IBM Collaboration Solutions, führte. Alistair leitet seit Anfang 2010 den Bereich, zu dem u.a. die Lotus-Produkte, aber auch WebSphere Portal gehören (und für deren Vermarktung ich in Deutchland zuständig bin). Hier einige interessante Zitate:
But the shift to embracing social is no longer about just blogs, wikis and tweets. Now, social software is fundamental to real work getting done. Social is fundamental to business. In 2011, we'll see widespread adoption of social in the enterprise as organizations understand the ROI that can be achieved, accompanied by the advances in mobility.
Alistair beschreibt in dem Interview auch, wie soziale Funktionen in immer mehr Lösungen eingebettet werden - Cognos 10 ist das aktuelle Beispiel von IBM - und wie soziale Funktionen fundamental das Geschäft verändern. Deshalb hat auch der Begriff Social Business durchaus seine Berechtigung:
We see social business as a desired end state by organizations who are applying emerging technologies to organizational, cultural and process changes that will ultimately improve business performance.
In an increasingly connected global environment, we see 'push' marketing via traditional channels, and control over brand image and brand communication as a thing of the past. A social business builds brand-equity through communities and dialogue, and drives advocacy and more sales through trusted relationships. It's really all about the people.
Diese Kommentare von Alistair gehen einher mit den Prognosen, die u.a. auch Gartner für 2011 trifft. Tom Eid, Research Vice President von Gartner, sagt:
"Social software improves the connectedness of workers, promotes collaboration and helps capture informal knowledge. Social software excels in business contexts that leave room for individuals to interact informally, brainstorm, explore ideas, and encourage or challenge peers. Specific business value can be derived through customer intimacy, product/service excellence, operational effectiveness and creating innovation.
Gartner sieht eine direkte Beziehung von Social Software-Angeboten als Software as a Service (SaaS) in der Cloud und Enterprise Social Software mit deutlichen Umsatzzuwächsen in 2011. Insbesondere für den Mittelstand seien solche Angebote eine sehr valide Alternative. Nicht umsonst hat Gartner Social Software auch unter die Top 10 Trends für 2011 aufgenommen:
Social Communications and Collaboration. Social media can be divided into: (1) Social networking —social profile management products, such as MySpace, Facebook, LinkedIn and Friendster as well as social networking analysis (SNA) technologies that employ algorithms to understand and utilize human relationships for the discovery of people and expertise. (2) Social collaboration —technologies, such as wikis, blogs, instant messaging, collaborative office, and crowdsourcing. (3) Social publishing —technologies that assist communities in pooling individual content into a usable and community accessible content repository such as YouTube and flickr. (4) Social feedback - gaining feedback and opinion from the community on specific items as witnessed on YouTube, flickr, Digg, Del.icio.us, and Amazon. Gartner predicts that by 2016, social technologies will be integrated with most business applications. Companies should bring together their social CRM, internal communications and collaboration, and public social site initiatives into a coordinated strategy.
Ein sehr kluger, in fast allen Punkten richtiger und lesenswerter Beitrag von Andreas Steinle, der auch genau an der richtigen Stelle - im Manager Magazin - erschienen ist. Zu oft kommunizieren wir die Nachricht in den Web 2.0-Zirkeln und diese werden so von den Managern gar nicht wahrgenommen. Hier einige Zitate, die mir besonders gut gefallen:
Auf der einen Seite wollen Unternehmen ihre Innovationskraft erhöhen und wissen: Wie klug, innovativ und zukunftsfähig ein Unternehmen in der Kreativ-Ökonomie sein wird, hängt entscheidend davon ab, wie frei das Wissen zirkulieren und der kommunikative Austausch stattfinden darf. Dafür bieten soziale Netzwerke den geeigneten Nährboden. Und warum sollten Mitarbeiter in zwei getrennten Wissens- und Kommunikationswelten leben?
Auf der anderen Seite will das Management die Zügel nicht aus der Hand geben. Doch was in den sozialen Netzwerken passiert, lässt sich nicht steuern. Wie es überhaupt immer schwieriger wird, in einer vernetzten Welt, Information und Kommunikation dirigistisch zu kontrollieren.
Sehr schön der Kommentar zum Verbot von Social Media am Arbeitsplatz, den einige deutsche Unternehmen ausgesprochen haben:
Was lässt sich mit so einem Verbot also verhindern - außer der Motivation der Mitarbeiter? Die junge Arbeitskräfte-Generation ist mit Facebook und anderen sozialen Netzwerken aufgewachsen. Sie will sich mitteilen - und zwar ständig und in Echtzeit.
E-Mail ist für sie ein altmodisches Medium, das kurz vor dem Aussterben steht. Kommunikation organisieren sie über Instant-Messaging und Chats, die immer häufiger in Social Networks eingewebt sind. Verbietet man ihre Nutzung, fühlt sich die Generation Facebook so, als würde sie von der Sauerstoffzufuhr getrennt.
Auch die Bemerkung zum Thema E-Mail trifft es aus meiner Sicht. Ich habe mich dazu ja auch schon geäußert und denke, dass wir eher auf dem Weg zu einer neuen Form von Sozialer Inbox sind und Funktionalitäten sozialer Netzwerke viel stärker in den Mittelpunkt rücken werden. Zu dem Thema passt ja auch Dateien per E-Mail versenden sollte out sein .... Wesentlich wichtiger als der technische Aspekt ist jedoch die veränderte Geisteshaltung. Gerade die jüngere Generation scheint offener bereit zu sein, Informationen und Wissen zu teilen und nicht Herrschaftswissen zu bunkern. Mit höherer Transparenz haben sie offensichtlich weniger Probleme, während ich an anderer Stelle doch deutlich die Bedenkenträger vernehme, die von unerlaubter Leitungskontrolle sprechen, mit Gesetzen und Betriebsrat drohen. Sicher ist der gläserne Mitarbeiter nicht wünschenswert und manche Dinge gehlren nicht kontrolliert. Jedoch erfordert Innovation aus meiner Sicht den offenen Austausch von Wissen, das transparent machen von Wissen. Auf einer Tagung der Hochschule St. Gallen haben wir Social Media als Transparenzmaschine bezeichnet. Auch ich persönlich finde es gut so:
Der Geist geht nicht zurück in die Flasche
Verbote taugen da nur wenig. Der Geist, der einmal aus der Flasche entwichen ist, lässt sich nicht wieder einfangen. Klüger erscheint es, die kommunikative Power der Mitarbeiter in die richtige Richtung zu lenken.
Bei Kollaborationsplattformen steht der Mensch im Mittelpunkt. Bei den Kollaborationsplattformen stehen nicht mehr die Dokumente sondern die Menschen im Mittelpunkt. Es wird vielmehr um die Interaktion der Menschen im Unternehmen gehen.
Eigentlich sollte das eine Selbstverständlichkeit sein, aber ist es wohl nicht. Gerade im Umfeld Kollaboration merkt man ganz deutlich, woher eine Lösung und Plattform kommt. Ist sie nach dem Web 2.0-Paradigam von Beginn an entwickelt worden oder wurden soziale Funktionen künstlich angeflantscht, um auch das Papperl "Social Software" und "Enterprise 2.0" drauf kleben zu können.
Vor einigen Tagen hat Facebook einen ausgebauten E-Mail Service auf seinem sozialen Netzwerk angekündigt. Das Thema wird lange und breit in Blogosphere und Medien diskutiert. Ist das die fanfarenartig ausgestossene Kampfansage an Google? Ist das das Ende der bisher gekannten E-Mail? Verschiedene Posteingänge gibt es nun schon seit langem. Wer Facebook, Xing oder LinkedIn nutzt hat jeweils einen Nachrichteneingang. Daneben gibt es die "normalen" E-Mail-Postfächer. Der glückliche Anwender hat vielleicht nur eine private E-Mail. Manch einer dagegen hat mehrere E-Mail Adressen. Extrem anstrengend und durchaus aufwendig ist es, alle Posteingänge zu überwachen und zeitnah zu bearbeiten.
Einige Medien haben von der universellen Social Inbox gesprochen, in der Facebook alle Posteingangskanäle, von E-Mail über Chat bis SMS zusammenfasse. Das soziale Netzwerk wird zur Schaltzentrale für Netzwerken sowie Nachrichten versenden und empfangen.Viele dieser Funktionen erinnern mich sehr stark an Project Vulcan, die Technologien, an der Kollegen in der IBM derzeit arbeiten. eWeek schrieb im Januar 2010 dazu IBM's Project Vulcan Is Google Wave Meets Facebook Meets BI. Ich habe ein YouTube-Video vom April 2010 in diesen Beitrag eingebettet, in dem Ron Sebastian eine Preview von Project Vulcan gibt. Eine der wesentlichen Funktionen von Project Vulcan ist aus meiner Sicht, daß verschiedenste Informationsströme in einem universellen Posteingang konsolidiert zusammenlaufen. Das können E-Mails sein. Das sind aber auch Informationen aus dem sozialen Netzwerk, Aktivitäten und Aufgaben aus Lotus Connections, Status Updates von Kollegen, mit denen ich vernetzt bin, Benachrichtigungen, daß ich eine bestimmte Passage in einem Dokument oder einer Präsentation bearbeiten muß (Project Concord), Prozesse aus SAP (die über Alloy eingespielt werden) und viele andere Informations- und Aufgabenströme. Ein Fluß von Informationen, ein electronic river of information entsteht.
Der Anspruch von Project Vulcan geht aber noch darüber hinaus. Die Informationen oder Aufgaben sollen auch direkt bearbeitet werden können, ohne in einen anderen Client, beispielsweise SAP, wechseln zu müssen. Es entsteht eine Universal Social Inbox, in der direkt gearbeitet wird. Die Anwender leben nicht mehr in der bekannten E-Mail Inbox. Sie leben in einer Oberfläche, die viel stärker durch Funktionen von Social Software geprägt ist. Vor einiger Zeit habe ich geschrieben, daß das soziale Netzwerk, das Mitarbeiterverzeichnis der Zukunft sein wird. Das hat zu Zustimmung und auch sehr kritischen Bemerkungen geführt. Ich denke, daß soziale Netzwerke auch die bekannten drögen und funkionsarmen E-Mail-Adressbücher ablösen werden. Statt nur E-Mail-Adresse und spärliche Adressinformationen zur Verfügung zu stellen, werden Präsenzanzeige, direkte Möglichkeit zum Anrufen und Anchatten, Anzeige des Netzwerks des Adressaten und weitere Funktionen zur Verfügung stehen.
Für die private Nutzung wird diskutiert, ob Facebook GMail oder andere E-Mail-Systeme ablösen wird. Im beruflichen Umfeld ist der E-Mail-Client der Zukunft vielleicht gar keiner mehr sondern ein "Social Software-Client", eine Kombination von Project Vulcan und Lotus Connections? Oder für die, die es lieber konservativer haben wollen: Der E-Mail Client der Zukunft wird immer funktionsreicher werden und bekommt deutlich mehr Funktionen wie nur Nachrichten beantworten. Die jüngere Generation soll - so ist oft zu hören und zu lesen - nicht mehr in der E-Mail Inbox leben. Sie leben online in sozialen Netzwerken. Es scheint so, als ob dieser Trend auch in Unternehmen Einzug halten könnte, einhergehend mit einem weiteren Paradigmenwechsel. Bisher arbeiten wir E-Mail-orientiert, senden Nachrichten von einer Person an ein oder mehrere Empfänger. Nun könnte die einer Öffentlichkeit oder einer Teilöffentlichkeit zugänglich gemachte Pinnwand, das Teilen von Informationen auf schwarzen Brettern, in Wikis und Blogs, die Welle deutlich höhere Bedeutung erhalten. Auch hier scheint ein Kulturwandel statt zu finden. Vielleicht geht der professionelle "Social Software-Client" für den Unternehmenseinsatz sogar noch weiter und erlaubt die soziale Zusammenarbeit über Unternehmensgrenzen hinweg, natürlich in einem B2B-Umfeld dann in einer sicheren Umgebung in der Cloud? Derzeit noch unvorstellbar? Ich bin mir nicht sicher, wei weit weg wir davon wirklich sind. Das Web 2.0 mit Tools wie Twitter oder Facebook, Blogs und Wikis hat eine Ära der sozialen Transformation eingeläutet, die auch vor den Unternehmensmauern nicht halt machen wird. Und da gestaltet man lieber, statt überrollt zu werden. Ich bin auf die Lotusphere 2011 sehr gespannt.
Der Beitrag repräsentiert meine persönliche Meinung und ist keine Stellungnahme meines Arbeitgebers IBM.
Es sind Wochen der Konferenzauftritte, Redaktionsbesuche und Podiumsdiskussionen: von der Social Media Konferenz in München über die DMS in Stuttgart bis zum Enterprise 2.0 Meetup in München. Und kommende Woche (ab 8. November) geht es weiter. Morgen wird es einige interessante Nachrichten geben und am Mittwoch bin ich auf dem Convention Camp in Hannover. Mal schauen, ob mein Vortrag in der Open Space-Veranstaltung "genommen" wird. Am 15. November geht es dann zur DNUG nach Frankfurt. Zusammen mit Lars Basche werde ich dort am Vortrag einen Social Media Praxis-Workshop durchführen und auch noch am 17. November einen weiteren Vortrag halten.
Besonders anregend war in er vergangenen Woche das Enterprise 2.0 Meetup. Auf diesee Veranstaltung, die maßgeblich durch Jen Schröter und Friedel Patzak organisiert wird, gab es eine sehr rege, lebhafte und inspirierende Diskussion, aus der ich einen Aspekt hier nochmals aufgreifen möchte, da ich mich "mißverstanden" fühle:
Hier hat mich Martin Lindner (mit dem ich noch eine sehr anregende Diskussion geführt habe) doch wohl etwas falsch interpretiert Lotus Connections ist sicher kein aufgebohrtes E-Mail-Adressbuch-Cockpit. Es handelt sich um eine vollständige Enterprise 2.0-Plattform, die alle wichtigen und notwendigen Services von Social Software umfasst: Das reicht vom sozialen Profil der Anwender über Microblogging à la Twitter zu Blogs und Wikis, Datei Sharing und Aktvitätensteuerung bis hin zu gemeinsam geteilten Lesezeichen. Natürlich können sich die Anwender in Communities organisieren. Und alles kann getaggt und auch über Tags wieder gesucht bzw. gefunden werden. Bei Lotus Connections merkt man sofort, daß es eine von Grund auf für das Enterprise 2.0 entwickelte Plattform ist und kein Produkt, wo man derzeit mühsam versucht soziale Funktionen anzubauen.
Jeder Anwender, der sich privat im Web 2.0 bewegt, versteht Lotus Connections intuitiv, denn es kombiniert die Funktionen eines Geschäftsnetzwerks mit Funktionen à la Delicious, WordPress und Dropbox. Nur sind die im privaten Web 2.0 separierten Dienste in Lotus Connections integriert und von Grund auf für den professionellen oder Unternehmenseinsatz konzipiert. Und es gibt zahlreiche Referenzen: von BASF, Rheinmetall über die Plattform der deutschen Lotus-Kunden (EULUC) bis hin zu IBM developerWorks mit 8 Millionen Mitgliedern. Lotus Connections ist auf dem Blackberry als nativer mobiler Client verfügbar. Die iPhone-Version von developerWorks zeigt, wie sich das Produkt auf dem Apple Device anfühlt und auch Android-Versionen dürften nicht weit weg sein. Auch deshalb sprechen wir von Social everywhere ...
Lotus Connections ist ein Social Software-Powerhouse, das ständig erweitert wird. Weitere Funktionen kommen in Kürze hinzu ... Und Lotus Connections kann hervorragend in bestehende Arbeitsumgebungen integriert werden, von Lotus Notes - wie oben erwähnt - bis zu Microsoft-zentrischen Umgebungen. Die Profilkarte von Connections ist ebenso in Microsoft- wie Lotus-Umgebungen in vollem Funktionsumfang verfügbar. Hier zeigt sich einmal mehr, was wirkliche Offenheit im Gegensatz zum bewussten Schaffen von Abhängigkeitsspiralen bedeutet. Offensichtlich müssen wir diese Nachrichten noch wesentlich besser in den Markt kommunizieren, um den personenzentrierten Ansatz von IBM gegenüber dateizentriertem Sharing zu begegnen. Wir bewegen uns vom Zeitalter der Dateien in das Zeitalter des Social Business, in dem der Mensch im Mittelpunkt steht. Bleibt zu hoffen, daß Entscheider sich das wirklich in der Tiefe anschauen und sich nicht mit 50 %-Lösungen und Marketing zufrieden geben.
Martin referenziert in seinen Tweets direkt (oder indirekt) auch auf Luis Suarez und seine Thesen rund um ein Leben jenseits der Inbox. Luis versucht bewußt, seine Kommunikation aus dem E-Mail Posteingang hin zu sozialen Medien zu verlagern. Das ist in vielerlei Beziehung begrüssenswert. Wie oft ärgere ich mich persönlich über Kolleginnen und Kollegen, die große Dateianhänge per E-Mail versenden statt sie nur per Link zu teilen. Wie oft nerven mich die berühmten "Announcement-E-Mails" mit Nachrichten, die viel besser per Wiki oder Blog kommuniziert werden könnten. Die Liste der "Verfehlungen" ließe sich fortsetzen.
Jedoch gehört aus meiner Sicht auch ein differenzierter Blick auf das Leben jenseits der Inbox. Ich glaube, daß es weiter einen Posteingang braucht. Dieser Posteingang sieht aber ganz anders aus als der, den wir heute kennen. In dem Posteingang von Morgen laufen alle Informations- und Aktivitätenströme zusammen, die für den jeweiligen Anwender relevant sind. In der Zukunft werden E-Mails mit Aktivitätenströme aus SAP oder anderen Tools in zusammengeführt in einem universellen Posteingang, dem Posteingang der Zukunft und der Zukunft von E-Mail. Statt von einem Posteingang zum nächsten zu springen, von E-Mail zu SAP zu BPM Tools und relevanten News, werden die Nachrichten und Aufgaben nicht nur an einer Stelle zusammengeführt. Sie werden dort auch direkt bearbeitet.
Im Grunde sind Hippie 2.0 Luis und ich uns einig. E-Mail ist für viele Dinge heutzutage nicht geeignet und zeitgemäß. Die Zusammenführung und Vereinfachung der Arbeit durch Zusammenführung aller Nachrichten- und Aufgabenkanäle dagegen ist visionär und zukunftsweisend. Das ist der Posteingang der nächsten Generation, der aber nicht mehr E-Mail-, sondern persönlich und aufgaben- oder prozesszentriert ist.
Dieser Beitrag ist mal wieder eine persönliche Stellungnahme.
Steve Mills meint, dass inzwischen 80 Prozent aller heutigen Daten unstrukturiert sind und dass es immer wichtiger wird, diese Daten systematisch auszuwerten.
Heute ist ein Tag der Deja Vu's. Nach dem Thema Compliance habe ich diesen Artikel zum Thema Business Analytics auf silicon.de gefunden. Auch die Aussage, daß 80 % der Informationen unstrukturiert sind, kenne ich aus meiner ECM-Zeit. Damals haben wir sie herangezogen, um die Notwendigkeit von Enterprise Content Management zu betonen. Das Social Web mit Tweets, Facebook-Einträgen, Blog-Postings und Community-Diskussionen könnte die Menge unstrukturierter Daten nochmals potenziert haben. Das generiert - zurück zu Compliance - einerseits den Bedarf, diese Daten im Lebenszyklus zu managen (Records Management), andererseits - und darauf hebt Steve Mills ab - diese Daten vernünftig zu erschließen und zu analysieren. Da sind wir dann ganz schnell bei Themen wie Business Analytics, Social Analytics und Social Media Monitoring angekommen. Social Media, das Web 2.0 und Enterprise 2.0 sind auf jeden Fall Katalysatoren für Themen wie Governance, Risk Management & Compliance (GRC) sowie Business Analytics, gar nicht davon zu reden, daß Analytics und Risk Management durchaus Verknüpfungspunkte haben.
Warum ist das Unternehmen 2.0 nicht aufzuhalten? Vier Megatrends verstärken sich gegenseitig und reißen die traditionellen Mauern der Unternehmen (und Verwaltung) nieder. Zu den Trends einige Beispiele aus meinem Arbeitsalltag bei IBM und wie ich die Megatrends nutze. Die Idee für diese Präsentation, die ich u.a. in verkürzter Form auf der Fachmesse DMS Expo in Stuttgart halten werde, ist auf unser Lotus-Anwenderkonferenz, der DNUG, im Juni 2010 entstanden.