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[DE] Eine Muss-Lektüre für alle Manager: Die Trend-Kolumne: Gnadenlose Transparenz (auf manager-magazin.de)

Ein sehr kluger, in fast allen Punkten richtiger und lesenswerter Beitrag von Andreas Steinle, der auch genau an der richtigen Stelle - im Manager Magazin - erschienen ist. Zu oft kommunizieren wir die Nachricht in den Web 2.0-Zirkeln und diese werden so von den Managern gar nicht wahrgenommen. Hier einige Zitate, die mir besonders gut gefallen:

Auf der einen Seite wollen Unternehmen ihre Innovationskraft erhöhen und wissen: Wie klug, innovativ und zukunftsfähig ein Unternehmen in der Kreativ-Ökonomie sein wird, hängt entscheidend davon ab, wie frei das Wissen zirkulieren und der kommunikative Austausch stattfinden darf. Dafür bieten soziale Netzwerke den geeigneten Nährboden. Und warum sollten Mitarbeiter in zwei getrennten Wissens- und Kommunikationswelten leben?

Auf der anderen Seite will das Management die Zügel nicht aus der Hand geben. Doch was in den sozialen Netzwerken passiert, lässt sich nicht steuern. Wie es überhaupt immer schwieriger wird, in einer vernetzten Welt, Information und Kommunikation dirigistisch zu kontrollieren.

Sehr schön der Kommentar zum Verbot von Social Media am Arbeitsplatz, den einige deutsche Unternehmen ausgesprochen haben:

 Was lässt sich mit so einem Verbot also verhindern - außer der Motivation der Mitarbeiter? Die junge Arbeitskräfte-Generation ist mit Facebook und anderen sozialen Netzwerken aufgewachsen. Sie will sich mitteilen - und zwar ständig und in Echtzeit.

E-Mail ist für sie ein altmodisches Medium, das kurz vor dem Aussterben steht. Kommunikation organisieren sie über Instant-Messaging und Chats, die immer häufiger in Social Networks eingewebt sind. Verbietet man ihre Nutzung, fühlt sich die Generation Facebook so, als würde sie von der Sauerstoffzufuhr getrennt.

Auch die Bemerkung zum Thema E-Mail trifft es aus meiner Sicht. Ich habe mich dazu ja auch schon geäußert und denke, dass wir eher auf dem Weg zu einer neuen Form von Sozialer Inbox sind und Funktionalitäten sozialer Netzwerke viel stärker in den Mittelpunkt rücken werden. Zu dem Thema passt ja auch Dateien per E-Mail versenden sollte out sein .... Wesentlich wichtiger als der technische Aspekt ist jedoch die veränderte Geisteshaltung. Gerade die jüngere Generation scheint offener bereit zu sein, Informationen und Wissen zu teilen und nicht Herrschaftswissen zu bunkern. Mit höherer Transparenz haben sie offensichtlich weniger Probleme, während ich an anderer Stelle doch deutlich die Bedenkenträger vernehme, die von unerlaubter Leitungskontrolle sprechen, mit Gesetzen und Betriebsrat drohen. Sicher ist der gläserne Mitarbeiter nicht wünschenswert und manche Dinge gehlren nicht kontrolliert. Jedoch erfordert Innovation aus meiner Sicht den offenen Austausch von Wissen, das transparent machen von Wissen. Auf einer Tagung der Hochschule St. Gallen haben wir Social Media als Transparenzmaschine bezeichnet. Auch ich persönlich finde es gut so:

Der Geist geht nicht zurück in die Flasche

Verbote taugen da nur wenig. Der Geist, der einmal aus der Flasche entwichen ist, lässt sich nicht wieder einfangen. Klüger erscheint es, die kommunikative Power der Mitarbeiter in die richtige Richtung zu lenken.

 

[DE] Von Nachrichtenflut, Marketingautomatismen, Richtlinien und Data Privacy - Nach dem Social Media Praxisworkshop der DNUG

Eine geschäftige Woche liegt hinter mir. Zwischen Montag und Mittwoch (15. bis 17.11.2010) war ich größtenteils auf der DNUG Herbstkonferenz in Frankfurt, die unter dem Motto "Meet. Connect. Benifit." stand. Am Montag führten Lars Basche und ich erstmal (und zweimal hintereinander) einen Praxisworkshop Social Media durch. Ziel des Workshops war es, den Teilnehmern praktische Tipps zu geben, wie sie sich als Mitarbeiter eines Unternehmens in sozialen Medien bewegen können. Der erste Teil des dreistündigen Workshops stand sehr stark unter dem Fokus Social Media Guidelines. Als Beispiel dienten die Guidelines der IBM, die ja oft als Vorbild auch von anderen Unternehmen herangezogen werden - und die natürlich öffentlich verfügbar sind.

IBM ermutigt darin seine Mitarbeiter explizit, in sozialen Medien aktiv zu sein, sich aber auch als IBM Mitarbeiter erkennen zu geben, wenn IBM-nahe Themen diskutiert und kommentiert werden. Dabei sollen die Mitarbeiter deutlich machen, daß sie ihre persönliche Meinung äußern und keine offizielle Stellungnahme seitens der IBM abgeben. Die Mitarbeiter agieren also eigenverantwortlich. Natürlich (eigentlich sollte das selbstverständlich sein) sollten auch in den sozialen Medien die Regeln des respektvollen Umgangs miteinander ebenso wie der gesunde Menschenverstand gelten. Deutlich wurde in beiden Veranstaltungen, daß trotz Guidelines rund um das Thema soziale Medien als Mitarbeiter nutzen Fragen bleiben, die eben auch in genau solchen Workshops diskutiert werden müssen.

Beim zweiten Teil des Workshops ging es dann um Tipps und Tricks. Wie informiere ich mich? Welche Arbeitsweisen kann man anwenden, um Themen zu finden und zuzuhören (Social Media Monitoring)? Welche Tools und Social Media-Clients gibt es? Abgeschlossen haben wir den Workshop mit Praxsbeispielen, die Lars und ich hoffentlich während des ganzen Workshops immer wieder haben einfließen lassen.

Zwei kritische Bemerkungen stachen für mich heraus: Jörg Allmann monierte erneut eine zu hohe Automatisierung im Bereich Social Media, seiten der Lotus-Marke der IBM und von mir persönlich. Durch Mechanismen, wie wir sie im Bereich Social Media einsetzen, fühlt er sich auf allen Kanälen überflutet. Und durch diese Überflutung ist er genervt und liest die Nachrichten gar nicht mehr. Er vermißt eine Art Kennzeichnung, was denn nun wirklich wichtig ist und was nicht.

Tja, lieber Jörg, ich nehme Deine Kritik hier durchaus sehr ernst und versuche auch schon seit einiger Zeit, die von mir verschickten Informationen herunterzudampfen und gezielter zu steuern. Twitter ist für mich dabei der Nachrichtenkanal, über den ich "alles Interessante" verteile. Facebook setze ich unterdessen selektiv ein und versuche es zu vermeiden, zu viele Nachrichten dort zu posten. Google Buzz wird automatisch gefüttert, eigentlich nur, um meine Kommunikation mit Martin Koser aufrecht zu erhalten, der ein überzeugter Buzz-Anwender ist.

Und da sind wir auch beim Punkt, warum ich persönlich dieselben Nachrichten in verschiedenen Kanälen publiziere, vom Tweet, den ich über Hootsuite gezielt auf Twitter, Facebook oder LinkedIn verteile, bis zum Blogeintrag, den ich über Posterous und dessen Auto-Publishing veröffentliche. Ein Blogbeitrag wie dieser taucht dann in meinem privaten Blog ebenso auf wie auf Facebook. Und es ist auch sehr interessant zu beobachten, wo plötzlich Reaktionen und Diskussionen entstehen. Mein Beitrag Mein Geist ist schwach, der Geldbeutel offen - Gedanken eines Anwenders, der Apple (auch) im Unternehmen nutzt wurde beispielsweise von Arnd Layer und Doro Toereki auf Facebook kommentiert. In meinem Blog kam es zu keiner Reaktion. Mein Artikel zu Social Business dagegen erzeugte in meinem privaten Blog diverse Kommentare und Diskussionen.

Ich erkenne noch keine Logik, warum mal hier, mal dort diskutiert wird. Der entscheidende Faktor scheint die persönliche Vorliebe des jeweiligen Kommentators zu sein. Arnd und Doro sind auf Facebook aktiv, Alex Stocker und andere eher direkt im Blog. Martin Koser nutzt Buzz, andere sind nur auf XING oder Facebook aktiv, und so weiter. Ich habe das auch mal als Zerfledderphänomen bezeichnet. Diskussionen können sich auf verschiedenen Plattformen verteilen - und dies ist teilweise durchaus anstrengend und Diskussionsströme kommen leider nicht mehr zusammen. Aber mir persönlich sind die Kommentare der Menschen, meines Netzwerk auf Facebook, Twitter, Buzz und in meinem Blog wichtig. Deshalb "cross-publishe" ich. Natürlich würde ich mir wünschen, daß mein Blog die zentrale Plattform wäre, aber c'est la vie. Und Vielfalt ist im Grunde gut, finde ich.

(Aber noch ein Tipp an Dich, lieber Jörg: Wenn ich über was privat blogge, ist es mir in der Regel wichtig. Wenn Du also meinem Blog folgst ...)

Und natürlich werde ich, werden wir (Lars und ich) die Bedenken ernst nehmen und versuchen, darauf zu achten, die "Empfänger" nicht zuzuspammen und die Marketingautomatismen nicht zu übertreiben. Also sorry, wenn ich den ein oder anderen nerve. Ich bin ein Informationsjunkie, jemand, der Informationen sehr schnell erfasst (Schnellleser) und weiterverarbeitet und verteilt. Man kann ja auch wegschalten, wie es Jörg wohl (leider) derzeit tut.

(Und nein, liebe Notes-Hexe, ich habe wirklich keinen Ghostwriter, der für mich zwitschert oder bloggt. Kommt alles noch direkt von mir.)

Eine weitere heiße Diskussion entspann sich um das Thema Data Privacy und Compliance. Carsten Schöpp von der Uni Koblenz vermisste im Workshop die Aufklärung bzw. die Hinweise auf Datenschutzaspekte und -risiken. Ja, Aufklärung darüber, was Google, Facebook und Konsorten tun, was ihr Geschäftsmodell ist und demzufolge zu erwarten ist, muß unbedingt sein. Wir werden uns sicher überlegen, in eventuell kommenden Workshops explizit nochmals darauf hinzuweisen. Und wie desöfteren während beider Workshops erwähnt, ist Aufklärung und Ausbildung nötig, angefangen vom Elternhaus über Kindergarten, Schule, Universität bis hin zur Erwachsenen- und Seniorenbildung. Deshalb haben wir ja auch den Workshop angeboten.

Nochmals herzlichen Dank für die Teilnahme und rege Diskussion, die gerne weiter gehen kann.

Und hier ist die Präsentation, die wir hoffentlich ständig weiterentwickeln werden:

 

Klare Regeln für den Arbeitsplatzwechsel: "Ade - aber Ihr Xing-Account bleibt da!" - computerwoche.de

Dabei kann es aber nicht so sein, dass die Nutzer Sozialer Medien mit dem Ende ihres Arbeitsverhältnisses auch ihre "elektronische Identität" beim Arbeitgeber hinterlassen müssen.

...

Arbeitgeber wie Arbeitnehmer tun allerdings gut daran hinsichtlich der neu auftretenden und unbestreitbaren Probleme saubere, einzelvertragliche oder kollektivvertragliche Regelungen im Arbeitsvertrag oder auch in ergänzenden Social Media Guidelines zu treffen. Dabei sollte der Gefahr widerstanden werden hier nur "warme Worte" mit Apellen und Erläuterungen zur Massenwirkung des Internets niederzulegen, sondern hier sind arbeitsrechtlich klare und relevante Ansagen gefragt.

Oh mein Gott, sagt man da als Nicht-Jurist und Nicht-Mitarbeiter der Personalabteilung. Aber ein weiteres Indiz dafür, daß privates und berufliches Profil und Leben sich immer mehr überlappen und oft nicht mehr zu trennen sind.

Studie zu Social Media Governance in Deutschland (via FAZ.NET)

Der experimentelle Charakter der sozialen Medien schlägt auch auf die Organisationen durch. Die Zuständigkeiten sind häufig ungeordnet, vielfach fehlen eine systematische Qualifikation der Mitarbeiter ebenso wie Leitlinien für die Kommunikation im Netz oder Kennzahlen zur Messung des Erfolgs. Dass sich die meisten Unternehmen noch in einem Experimentierstadium befinden, zeigt auch die geringe Verbreitung von Social-Media-Strategien. Rund die Hälfte der Unternehmen hat noch gar keine Strategie entwickelt. Weitere 30 Prozent haben sich bisher erst in einem oder in zwei Unternehmensbereichen strategisch aufgestellt. Meist machen die Abteilungen  PR/Unternehmenskommunikation und Werbung/Marketing den Anfang. Die beiden Abteilungen sind auch am stärksten in das Thema eingebunden, während sich die Unternehmensleitung meist nur in die Budgetierung, den Aufbau der Plattformen und die Festlegung der Regeln für den Umgang mit sozialen Medien einbringt. Eine umfassende Strategie für mindestens drei Bereiche des Unternehmens hat bisher nur jedes fünfte befragte Unternehmen entwickelt.

Bisher haben nur 5 Prozent der Unternehmen eine eigene Social-Media-Abteilung eingerichtet, die in den meisten Organisationen kaum Befugnisse hat.

Fink & Fuchs haben wohl mit der Uni Leipzig und dem Magazin "Pressesprecher" eine Studie zur Social Media Governance erstellt. Netzökonom Holger Schmidt fasst oben einige Ergebnisse zusammen.

Ja, natürlich sind wir mit Social Media erst am Anfang in Deutschland. Viele Unternehmen stolpern noch darin herum, aber konstruktiv gesprochen experimentieren auch einige. Und das ist gut so. Ich denke, daß hier einfach auch noch Erfahrungen gesammelt werden müssen. Das latente Experimentieren ist aus meiner Sicht übrigens auch ein Kennzeichen von Social Media.

Bedenklich finde ich die Aussage, daß nur 5 % eine Social Media-Abteilung haben. Eine Social Media-Abteilung macht nur dann Sinn, wenn sie orchestriert und "coached". Social Media in "eine zuständige Abteilung" zu verbannen, macht dagegen gar keinen Sinn. Das wäre ein verhängnisvoller Trugschluss, denn Social Media betrifft nahezu jede Abteilung im Unternehmen und im Grunde jeden Mitarbeiter.

Viel wichtiger sind die anderen genannten Punkte. Das Top-Management muß mit einer dialogorientierten Unternehmenskultur dahinter stehen, seine Mitarbeiter über Social Media Guidelines und Trainings ausbilden und ihnen die Zeit für Social Media-Aktivitäten als anerkannten Teil der Arbeitszeit einräumen. Kurz gesagt: Ein Unternehmen mit Management und Mitarbeitern muß den Dialog - auch die kritische Auseinandersetzung - in Social Media leben.

Genau dieses Konzept versuche ich in meinem kleinen Zuständigkeitsbereich in der IBM umzusetzen. Wir haben Social Media mit einigen wenigen Ressourcen aus Marketing und Kommunikation gestartet, Sukzessive holen wir weitere Personen an Bord, die sich engagieren sollen (aber eben als anerkannter Teil ihrer beruflichen Zielvereinbarungen). Und wir bilden Mitarbeiter und auch Business Partner aus, beim nächsten Mal am Tag vor der DNUG Herbstkonferenz am 15. November in Frankfurt. Social Media is a journey. Möglich gemacht wird das alles durch eine Social Media-fördernde Kultur in der IBM. Seit Jahren haben wir bereits IBM Social Media Guidelines, die oft auch als Vorbild zitiert werden.

Die gesamte Studie kann über Fink & Fuchs heruntergeladen werden. Lesenswert

Lesepflicht für alle Social Media-Engagierten in Unternehmen: Dr. Carsten Ulbricht zu Social Media & Recht

Meine Faszination für das Thema ist ungebrochen. Auch die Entwicklung des modernen Internet zeigt, dass das Social Web für eine Vielzahl neuer Möglichkeiten sorgt, die aus meiner Sicht noch ein immenses Potential bieten. Trotz der zahlreichen rechtlichen Fragen, die bei der Beratung von Communities und anderen Plattformen, sowie Projekten und Aktionen im Internet zu berücksichtigen sind, habe ich den Anspruch an mich, die Ideen meiner Mandanten unter Abschätzung der rechtlichen Risiken möglich zu machen.

Hier eine Musslektüre für alle, die sich in Unternehmen (und darüber hinaus) mit dem Thema Social Media befassen. Dr. Carsten Ulbricht, den ich desöfterenen bereits gehört und auch als Sprecher verpflichtet habe, ist ein engagierter Jurist, der sich mit dem Thema auseinandersetzt. Und sein Engagement und Herzblut merkt man auch. Hinter dem Link verbergen sich viele nützliche Artikel.

[DE] Ja, sie werden benötigt: Internet-Knigge & Social Media Guidelines

Es wird in der Szene kräftig abgelästert:

Die Springer-Zeitung die Welt arbeitet gerade an besseren Umgangsformen im Netz. Das ist ja der neue Renner unter konservativen Spitzenpolitiker_innen.

Ich halte das für zu kurz gegriffen. Egal, wer es fordert, ob konservativ, liberal oder sozial, ich glaube, daß wir ausbilden und aufklären müssen. Ausbilden und aufklären, wie man sich im Netz bewegt, was beim Chatten und E-Mail zu beachten ist oder was man in sozialen Netzen tut oder besser nicht tut. Jede seriöse Aufklärung ist hier zu 100 % begrüßenswert, egal ob sie von der Telekom oder vom Chaos Computer Club kommt. Und da ist es mir einerlei, ob Ilse Aigner aus Profilierungssucht oder Überzeugung argumentiert:

Wir bräuchten einen Ehrenkodex, eine Art Knigge für das Internet, zehn goldene Regeln – kurz, knapp und klar.

Ich finde die Diskussion um Knigge und um Datenschutz sogar im Grunde begrüßenswert, denn es entsteht eine öffentliche Diskussion, die für die Themen sensibilisiert, denn wie Uwe Hauck korrekterweise schreibt, sehen wir derzeit demagogische und teilweise einfach dumme Propaganda-Tiraden im Netz:

Mit dem Durchdringen des Web durch alle Schichten und Charaktere des täglichen Lebens tauchen nun aber im Netz auch die gleichen Probleme wie im Alltag auf. Laute Proleten dominieren Chats, unwissende Gegner polemisieren gegen Technik und User.

Und so finde ich es durchaus begrüßenswert, wenn von der Telekom über Welt Online 101 Benimmregeln publiziert werden. Ich bin der festen Überzeugung, daß wir eine N-etiquette, ein Knigge für das Internet frei nach Aigner brauchen, die dann auch gelehrt und gelebt wird. Das ist dann aber (hoffentlich) kein feststehendes Werk, sondern ein Knigge, an dem laufend im Wiki-Stil gemeinsam gearbeitet wird. Und wir brauchen so etwas auch für den Umgang mit und Einsatz von Social Media in Unternehmen.

Verbote aussprechen, wird nicht funktionieren, auch wenn gerade im Moment Anbieter von Security-Lösungen uneigennützig vor den Gefahren des Netzes warnen und den Einsatz Firewalls der nächsten Generation fordern. Ja, ich lästere gerade, denn in den entsprechenden Artikeln - meist sogenannte Studien, die von genannten Herstellern gesponsort oder gar publiziert werden - werden auch durchaus sinnvolle Tipps gegeben.

Klar sollte gerade auch Unternehmen sein, daß die Welle nicht mehr aufzuhalten ist: Social Media ist überall. Wer das Netz und soziale Medien auf Unternehmensrechnern sperrt, wird dadurch nicht das Problem lösen. Dann zwitschern, netzwerken und bloggen die Mitarbeiter halt über ihr Smart Phone oder ihr Tablet, die direkt neben dem Unternehmens-PC liegen. Dank Flatrates und UMTS alles kein Thema mehr. Oder spätestens zuhause vom privaten Rechner.

Lieber konstruktiv mit dem Thema umgehen. Jeder ist in gewisser Weise Botschafter seines Unternehmens ist: Social Media ist JEDER im Unternehmen - Und Controlettis: Ihr habt schon längst verloren - Social Media Guidelines sind gefragt. Egal, ob wir es Guidelines oder Knigge betiteln, Hilfe und Ausbildung sind notwendig und sinnvoll. Je mehr wir darüber darüber diskutieren, möglichst sachlich, um so besser. Früher hat man das mal Medienkompetenz oder Ausbildung in neuen Medien genannt. Es ist eine kontinuierliche, konstante Aufgabe von Eltern. Schulen, Volkshochschulen, Medien oder Blogosphere.

Und wir können leider nicht nur auf den gesundern Menschenverstand vertrauen, auch wenn ich es mir wünschen würde:

Aber eigentlich sollten wir so etwas nicht brauchen. Sofern die Regeln für das Miteinander im Alltag eingehalten werden, sollten sich die meisten dieser Netiquette Definitionen schon aus dem gesunden Menschenverstand herleiten.

Mitarbeiter müssen Social Etiquette kennen, um sich im Netz zu bewegen - computerwoche.de

Wir brauchen nach der Netiquette auch eine Social Etiquette. Die wichtigste Handlungsempfehlung für Mitarbeiter sollte lauten: "Macht Euch klar, was Ihr schreibt. Man kann nicht wissen, wer es liest." Firmeninterna oder Betriebsgeheimnisse per Twitter in die Welt zu posten ist absolut tabu. Generell darf man nichts über andere Mitarbeiter seines Unternehmens schreiben. Wer sich über seinen Chef aufregt oder sich über die Beförderung des Kollegen freut, verletzt deren Persönlichkeitsrechte. Eine weitere Empfehlung ist es, möglichst wenig Privates von sich preiszugeben, insbesondere nicht wenn es der Karriere schaden könnte.

Die Überschrift ist mir ein wenig reißerisch, von wegen durchsichtiger Mitarbeiter und so. Aber die Computerwoche will ja Leser gewinnen. Das Interview ist leseswert und bringt einige wichtige Dinge auf den Punkt.

10 Gründe, warum Social Media-Interessierte und Marketiers zum Lotus JamCamp #LJC kommen sollten

Noch weniger als eine Woche. Dann geht es los, das Lotus JamCamp und wir haben ja schon verschiedene Postings publiziert, wo wir Gründe für 

zum Camp kommen sollten. Hier füge ich noch einen Artikel hinzu, in dem ich Marketiers und Social Media-Interessierte ermutigen möchte, im Jam mitzuwirken und nach Ehningen zu kommen.

Zuerst: Der Online Jam läuft schon und einer der Idea Spaces ist dem Thema Social Media - Zukunft oder Hype gewidmet und dort wird auch schon rege diskutiert.

Dann: Dr. Alexander Rossmann von der Hochschule St. Gallen stellt die Ergebnisse der Social Media-Studie der HSG vor.

Enterprise 2.0 und Recht - das ist auf jeden Fall auch ein Thema für jeden Social Media-Verantwortlichen. Was ist unter rechtlichen Aspekten zu beachten und Dr. Carsten Ulbricht ist der anerkannte Experte.

Social Media Guidelines sollen Mitarbeitern dabei helfen und sie ausbilden, wie sie sich im Web 2.0 bewegen. Die Social Media Guidelines der IBM werden oft als Vorbild herangezogen und Petra Bäuerle stellt sie vor.

Und auch der IBM Blue Blog könnte von Interesse für Marketing sein. Wie organisiert und setzt man einen Corporate Blog auf? Was ist zu beachten? Wo liegen Chancen, Grenzen, Risiken? Und auch Thomas Bahn von Assono hat Corporate Blogging als Thema vorgeschlagen.

Professor Petra Schubert spricht über Kommunikation in der Arbeitswelt von morgen. Und welcher Marketier sollte nicht an Kommunikation interessiert sein?

Hochinteressant sicher auch das Thema von Martin Meyer-Gossner: Karriere 3.0 - Spagat zwischen Produktivität und Personal Branding

Social Media Monitoring ist ein wichtiges Thema, gerade wenn man in Social Media einsteigen will. Reputationsanalyse, wie steht mein Unternehmen im Netz dar, ist ein Aspekt davon, den Thorsten Zoerner beleuchten will.

Nicole Simon, Autorin des bekannten Twitter-Buches, hält den Abschlußvortrag am Samstag des Camps.

Und nun könnte ich noch all die Namen der Social Media-Geeks, -Freaks und -Experten aufzählen, aber da muß man ja einfach dieses Posting und die Beiträge in der Community und im Jam lesen. Also: Anmelden und vorbeikommen, wir freuen uns auf Sie/Euch.