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Büro-Alltag: Wie E-Mails unsere Zeit fressen - SPIEGEL ONLINE

Mein Kollege Luis Suarez, der das Leben außerhalb des E-Mail Posteingangs postuliert (und zu leben versucht), wird große Teile dieses auf Spiegel Online erschienen Artikels lieben. Der Autor Rüdiger Klepsch zitiert divers Studien, die belegen, wie E-Mail frisst:

40 Minuten hochbezahlte Arbeitszeit werden tagein, tagaus durch E-Mails unproduktiv vernichtet, ...
Auch das verführerische Computersignal "Sie haben Post!" ist der reinste Zeitfresser. Karen Renaud untersuchte dieses Phänomen näher. Die Befragten sagten, sie schauten allenfalls jede Stunde nach. atsächlich aber gingen sie ihre Mails alle fünf Minuten durch. Dabei sind die ständigen Unterbrechungen schädlich für den geistigen "Flow". Glaubt man einer Studie der Universität Cardiff und einer Studie von Thomas Jackson, dann brauchen wir schon für eine fünfsekündige Unterbrechung, ausgelöst etwa durch E-Mails, jedes Mal durchschnittlich 64 Sekunden, um uns wieder auf die alte Aufgabe zu konzentrieren.

Erschreckende Zahlen, wenn man sie hochsummiert. Klepsch plädoyiert für den persönlichen Kontakt, der Teams produktiver arbeiten lässt und dabei hilft, Konflikte zu vermeiden:

Mitarbeiter in Teams müssen persönlich miteinander sprechen und nicht nur mailen, sonst arbeiten sie immer unproduktiver, und die Beziehungen verschlechtern sich. ...

In unserem schnelllebigen Alltag kommen viele auf die Idee, bei Konflikten nicht zum Zimmernachbarn zu gehen, sondern zu mailen. Ein absolutes NO-NO! Jedem Teammitglied sollte klar sein: Konflikte trägt man nicht per Mail aus. Zwar gibt es meines Wissens keine empirische Untersuchung, aber in meiner 20-jährigen Beraterlaufbahn hat der Versuch, über E-Mails Konflikte zu lösen, in aller Regel zu einer Eskalation geführt.

Der Grund: Bei Konflikten geht es neben den Sachfragen immer auch um emotionale Inhalte (ungeklärte Beziehungen, bereits angehäufte Missverständnisse). Deshalb ist das Medium E-Mail zur Konfliktlösung absolut ungeeignet. Schließlich ist es sehr umständlich bis unmöglich, den Sachinhalt und den emotionalen Inhalt der einzelnen Aussagen gleichgewichtig darzustellen.

Ein Gespräch und ein Gesprächstermin sind vielleicht aufwendiger, aber allemal effektiver. Und wenn man den Gesamtzeitbedarf betrachtet, der bei der Eskalation eines Konflikts anfällt, dann ist das Kommunikationsmittel E-Mail auch weniger effizient.

Ich bin auch für den persönlichen Kontakt und das Treffen, wo es möglich ist. Und da sind wir genau beim Punkt. In Unternehmen wie meinem Arbeitgeber IBM arbeiten Teams oft weltweit zusammen. Persönliche Meetings sind oft nicht möglich. Die Frage, die sich mir stellt, ist, wie alternative Techniken wie Social Software mit Communities bei der Teambildung und Konfliktvermeidung oder -lösung helfen. Ich würde aus eigener Erfahrung vermuten, daß sie auf jeden Fall Teambildung, Transparenz und Wissensaustausch fördern können und somit zu produktiverer Arbeit beitragen. In Communities wird auch durchaus kontrovers diskutiert, jedoch habe ich dort noch nicht die Art von Konflikten wahrgenommen, wie sie in E-Mail Schlagabtauschen üblich ist. Führt die Transparenz in Social Software dazu, dass sich Streithähne disziplinieren? Oder werden die Konflikte nur unterdrückt? Was meint Ihr dazu?

2011 - Das Jahr für "Social Business" - IBM's Alistair Rennie & Gartner zu Trends 2011

2011 scheint das Jahr zu werden, wo Social Software und Social Media den endgültigenbreiten Durchbruch schaffen. Darum ging es auch in einem Interview, das Technorati mit Alistair Rennie, dem General Manager für IBM Collaboration Solutions, führte. Alistair leitet seit Anfang 2010 den Bereich, zu dem u.a. die Lotus-Produkte, aber auch WebSphere Portal gehören (und für deren Vermarktung ich in Deutchland zuständig bin). Hier einige interessante Zitate:

But the shift to embracing social is no longer about just blogs, wikis and tweets. Now, social software is fundamental to real work getting done. Social is fundamental to business. In 2011, we'll see widespread adoption of social in the enterprise as organizations understand the ROI that can be achieved, accompanied by the advances in mobility.

Alistair beschreibt in dem Interview auch, wie soziale Funktionen in immer mehr Lösungen eingebettet werden - Cognos 10 ist das aktuelle Beispiel von IBM - und wie soziale Funktionen fundamental das Geschäft verändern. Deshalb hat auch der Begriff Social Business durchaus seine Berechtigung:

We see social business as a desired end state by organizations who are applying emerging technologies to organizational, cultural and process changes that will ultimately improve business performance.

In an increasingly connected global environment, we see 'push' marketing via traditional channels, and control over brand image and brand communication as a thing of the past. A social business builds brand-equity through communities and dialogue, and drives advocacy and more sales through trusted relationships. It's really all about the people.

Diese Kommentare von Alistair gehen einher mit den Prognosen, die u.a. auch Gartner für 2011 trifft. Tom Eid, Research Vice President von Gartner, sagt:

"Social software improves the connectedness of workers, promotes collaboration and helps capture informal knowledge. Social software excels in business contexts that leave room for individuals to interact informally, brainstorm, explore ideas, and encourage or challenge peers. Specific business value can be derived through customer intimacy, product/service excellence, operational effectiveness and creating innovation.

Gartner sieht eine direkte Beziehung von Social Software-Angeboten als Software as a Service (SaaS) in der Cloud und Enterprise Social Software mit deutlichen Umsatzzuwächsen in 2011. Insbesondere für den Mittelstand seien solche Angebote eine sehr valide Alternative. Nicht umsonst hat Gartner Social Software auch unter die Top 10 Trends für 2011 aufgenommen:

Social Communications and Collaboration.  Social media can be divided into: (1) Social networking —social profile management products, such as MySpace, Facebook, LinkedIn and Friendster as well as social networking analysis (SNA) technologies that employ algorithms to understand and utilize human relationships for the discovery of people and expertise. (2) Social collaboration —technologies, such as wikis, blogs, instant messaging, collaborative office, and crowdsourcing. (3) Social publishing —technologies that assist communities in pooling individual content into a usable and community accessible content repository such as YouTube and flickr. (4) Social feedback - gaining feedback and opinion from the community on specific items as witnessed on YouTube, flickr, Digg, Del.icio.us, and Amazon.  Gartner predicts that by 2016, social technologies will be integrated with most business applications. Companies should bring together their social CRM, internal communications and collaboration, and public social site initiatives into a coordinated strategy.

Hier eine Gegenüberstellung der Gartner Trends 2010 und 2011:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

via checkpoint-elearning.de

Gartner Identifies the Top 10 Strategic Technologies for 2011: Social Collaboration & Social Analytics

Social Communications and Collaboration.  Social media can be divided into: (1) Social networking —social profile management products, such as MySpace, Facebook, LinkedIn and Friendster as well as social networking analysis (SNA) technologies that employ algorithms to understand and utilize human relationships for the discovery of people and expertise. (2) Social collaboration —technologies, such as wikis, blogs, instant messaging, collaborative office, and crowdsourcing. (3) Social publishing —technologies that assist communities in pooling individual content into a usable and community accessible content repository such as YouTube and flickr. (4) Social feedback - gaining feedback and opinion from the community on specific items as witnessed on YouTube, flickr, Digg, Del.icio.us, and Amazon.  Gartner predicts that by 2016, social technologies will be integrated with most business applications. Companies should bring together their social CRM, internal communications and collaboration, and public social site initiatives into a coordinated strategy.

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Social Analytics. Social analytics describes the process of measuring, analyzing and nterpreting the results of interactions and associations among people, topics and ideas. These interactions may occur on social software applications used in the workplace, in internally or externally facing communities or on the social web. Social analytics is an umbrella term that includes a number of specialized analysis techniques such as social filtering, social-network analysis, sentiment analysis and social-media analytics. Social network analysis tools are useful for examining social structure and interdependencies as well as the work patterns of individuals, groups or organizations. Social network analysis involves collecting data from multiple sources, identifying relationships, and evaluating the impact, quality or effectiveness of a relationship.

Das sind meine beiden Favoriten unter den Top 10 strategischen Technologien für 2011. Ich denke, wir müssen unterdessen das größere Bild zeichnen, in dem wir Social Software hinter dem Firewall, Social Collaboration zwischen Unternehmen und den offenen Austausch im Netz via Social Media mit Kunden, Partner und Interessenten im Blick haben.

Dabei sollte es nicht - wie es Jeffrey Mann dieser Tage auf einem Seminar auch sagte - um Diskussionen um Begriffsdefinitionen von Social Media bis Enterprise 2.0 gehen sondern um das Gesamtbild und eine Gesamtstrategie. Die folgende Visualisierung aus einem Vortrag von Susan Scrupski finde ich schon sehr hilfreich, um das Gesamtbild im Blick zu haben:

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Zum Thema Social Analytics: ich glaube, hier sind wir (und auch ich persönlich) noch ganz am Anfang des Verstehens, was damit möglich ist und ich freue ich darauf, mehr zu lernen.

Apply Enterprise 2.0 to Business Processes to Reveal Its Value | Enterprise 2.0 Blogs

Six areas mentioned at that conference as areas ripe for Enterprise 2.0 improvement were:

  1. Sales acceleration
  2. Better inventory replenishment
  3. Time savings
  4. Faster ramp up of new employees, faster to productivity
  5. More diversity in collaboration groups that can lead to better innovation
  6. Reduced training costs

All six of those areas are attached to numbers in your balance sheet. If you improve your management of them by applying Enterprise 2.0 tools to make them more efficient, you should be able to see the results in your balance sheet as better financial performance numbers.

...

And if your goal is to reveal the value of Enterprise 2.0 – whether you’re using SharePoint or Cisco, or SAP, or IBM, something else -- figuring out what pain exists in the processes your employees are engaged in and then eliminating that pain is the best thing you can do. Adoption will take care of itself if what you give them makes their business processes more effective.

To the point. Obviously I do not like people using these other tools mentioned, but theoverall message of Ethan Yarbrough is absolutely right. We need to apply Enterprise 2.0 implementations and tools to relevant business processes to be more successful on the road to an Enterprise 2.0. Otherwise we will forever have the ROI discussions and Enterprise 2.0 tools seen as nice-to-have and not a must!

The Enterprise Value of Social Software - Harvard Business Review

In our use of the term, social software encompasses the software tools and platforms that allow dynamic, informal, and shared communication across an expanding group of individuals. In our personal lives, most of us are familiar (or becoming familiar) with social software tools, but most of us have not experienced them extensively in the enterprise.
Unfortunately, social software advocates haven't done a very good job of communicating the value these tools bring to the enterprise. While social software may well improve relationships, build trust and community, and tap into a greater diversity of ideas, these vague promises do little to convince skeptical executives concerned primarily with business performance.

This is a shame because social software can be tightly linked to business performance improvement.

Interessante Artikelserie von John Hagel III and John Seely Brown von Deloitte zum Thema Enterprise 2.0 und Cloud. Neben diesem Posting zum Unternehmenswert von Social Software im Unternehmen ist auch das Posting zur sich potenzierenden Wirkung von Social Software und Cloud lesenswert. Passt auch sehr gut zu meinen Thesen Die Mauern werden fallen. Nur habe ich neben Cloud Computing und Social Software auch noch Mobility und neue Arbeitsformen als weitere Faktoren genannt, die den Weg zum Unternehmen 2.0 ebnen.

How Analytics Can Improve Collaboration Behavior | Smart Data Collective

Enterprises deploy collaboration and social software to allow employees to more effectively address business problems and identify business opportunities.  This software helps users find content from which they can learn and locate other people with whom they can collaborate. Success will depend on how well the application enables users to find what they are seeking, so application designers and administrators must understand which user experiences create successful outcomes–and which lead to failure. 

...

 Examination of collaboration activity sequences reveals specific patterns of actions that lead to successful collaboration outcomes; application designers can build those patterns into the application to maximize successful knowledge transfer and collaboration.  ....

 This model of analytics-driven change can take on added power through the use of real-time analytics to dynamically alter the user experience. By observing and analyzing an individual’s current actions and work role, and comparing that to historical data, systems can automatically suggest not only valuable content and people that have knowledge, but also tools that will help the user actively collaborate with others to accomplish a task.

 Social analytics is still relatively young, compared to business intelligence activities that focus on structured data residing in enterprise systems. However, the basics of data analysis apply just as well to collaboration as to other types of business activity. In collaboration, as in financial transactions, post-usage analysis provides insight, but dynamic analysis–when executed and applied correctly—can add even more value.

Great posting on the combination and integration of Analytics into Collaboration and Enterprise 2.0 platforms. The next generation of Social Software needs to incorporate these features to make knowledge workers even more productive! Look out for the next version of Lotus Connections!

Will Facebook Groups Kill Enterprise Social Networking?

Sameer Patel of The Sovos Group notes that one of the primary benefits of social networking is helping employees within an enterprise find each other based on skills and areas of expertise. "Conversely, Facebook's identify profile today doesn't offer this and HR wouldn't want us sharing this competitive data openly anyway," says Patel.

Patel also notes the lack of context specific functionality in Facebook Groups. "As I've written about before, collaborative functionality needs to show up at the source of the event or problem - inside CRM, BI, and ERP applications where process output needs to be either corrected or enriched by people coming together," he says.

I see the lack of enterprise features such as LDAP integration and sub-groups/granular access control as a bigger inhibitor.

Eine sehr provokative Frage. Ich denke, daß hier viele gute Gründe dagegen sprechen, vor allem Sicherheits- und Data Privacy-Bedenken. Auch scheint es mir, als ob Facebook doch noch mehr im privaten Umfeld gefragt ist und die Leute sich noch beruflich eher auf Netzwerken wie XING oder LinkedIn herumtreiben.

Wobei ich zugebe, daß hier meine Meinung sich unterdessen wandelt und ich in meiner Rolle als Market Segment Manager für die Lotus-Marke der IBM sehr ernsthaft überlege und kommende Woche auch mit Kollegen diskutieren werde, ob wir unsere Aktivitäten und unsere Fan Page auf Facebook nicht ausbauen sollten. Aber das ist ein anderes Thema.

Ich denke, in Facebook fehlen auch viele Funktionen, Integrationen und Sicherheitsmechanismen, die eine Social Software für den Unternehmenseinsatz braucht: Blogs, Wikis, Lesezeichen, Aktivitäten, übergreifende Suche und vieles andere mehr. Nichtsdestotrotz kann man als Anbieter von Enterprise Social Software von Facebook lernen und sollten deren Funktionalität und Erweiterungen als Anregung rege beobachten.

Das Posting hat mich auch dazu angeregt, darüber nachzudenken, welche Rolle Social Software "on premise" hinter dem Firewall (im IBM Fall Lotus Connections) und in der Cloud (im IBM Fall LotusLive) spielen kann und wird. In LotusLive kann ich geschlossene Gruppen und Communities bilden. Ich kann auch Communities unternehmensübergreifend definieren, beispielsweise um gemeinsam an Projekte zu arbeiten. John Hagel III und John Seely Brown schreiben über The Power of the Social Cloud: Die Konvergenz von Cloud Computing und Social Software sei ein Katalyst, um Probleme zu diskutieren und zu lösen.

Wieviele soziale Netzwerke wird es künftig geben? Beruflich und privat, öffentlich und geschäftlich, in der Cloud und "on premise"? Welche Rollen spielen künftig Business-Netzwerke wie und eher private Netzwerke? Ich glaube, eine Matrix, welches Netzwerk nutze ich für was und welches unterstützt welche Tätigkeit, welche unterschiedlichen Funktionenbieten die verschiedenen Netzwerke würde durchaus einmal Sinn machen, um den Wahnsinn sozialer Netzwerke zu bezwingen.

P.S. Und "Wahnsinn" nicht mißverstehen. Ich bin ein absoluter Fan von Social Software und Netzwerken, sowohl im Unternehmen, zwischen Unternehmen, im Web 2.0 wie auch im privaten Umfeld. Ist Euch bestimmt noch gar nicht aufgefallen ;-)

5 Reasons to Do Social Media Inside the Enterprise | Enterprise 2.0 Blogs

Social Is a Business Tool --

  • 60% --> the amount of time the average worker spends being social (collaborating) in pursuit of goals (Dion Hinchcliffe)
  • 40% --> Amount of a creative team's productivity MIT researchers found to be directly attributable to social interaction (MIT)
  • 7% --> Average productivity increase among employees with extensive digital networks (MIT)
  • 30% --> Average productivity increase among employees with extensive face-to-face networks (MIT)
  • 20% --> Average increase in employee satisfaction among companies that implemented social media tools (McKinsey)

Ein hervorragendes Posting von Ethan Yarbrough zum Einsatz von Social Media und Social Software im Unternehmen. Ethan nennt 5 Punkte, warum Social Media im Unternehmen kein Spielzeug sondern ein Produktivitätswerkzeug sind. Es schließt sich an mein Posting an, daß Soziale Netzwerke das Mitarbeiterverzeichnis der Zukunft sind.

[DE] Das Mitarbeiterverzeichnis der Zukunft ist das Soziale Netzwerk

Manches Mal ist es schwierig, den Wert von sozialen Netzwerken für den Einsatz im Unternehmen an diejenigen zu vermitteln, die sich nicht laufend auf Xing, Facebook und im Web 2.0 tummeln. Dabei sind viele Einsatzszenarien gar nicht so kompliziert und nur eine logische Weiterentwicklung existierender Werkzeuge, die man kennt. Jedes größere Unternehmen hat ein Mitarbeiterverzeichnis oder eine Telefonliste. Das persönliche Profil in Social Software wie Lotus Connections ist eine Weiterentwicklung dieses Mitarbeiterverzeichnisses. Es ist ein sicheres Facebook oder XING für Unternehmen, in der Regel hinter dem Firewall.

Und natürlich erweitert ein solches soziales Netzwerk die Funktionalität eines herkömmlichen Mitarbeiterverzeichnisse. Natürlich habe ich die „normalen“ Kontaktinformationen zur Verfügung: Telefonnummern, Adresse, Lokation, Vorgesetzter, Jobrolle und so weiter. Diese gewohnten Basisinformationen werden aber durch diverse Zusatzinformationen ergänzt.

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Ich kann Kollegen taggen, d.h. Ihnen bestimmte Attribute zuordnen. Jemand ist ein Experte für Social Software. Also bekommt er den entsprechenden Tag. Über solche Tags finde ich dann später Kollegen wieder, die eben potentiell Experte und Ansprechpartner zu einem Tag, zu einem Thema sind. Da nicht nur Personen sondern generell alle möglichen Informationen wie Blog- und Wikieinträge, Dateien oder Lesezeichen „getaggt“, also verschlagwortet werden, kann ich über die Liste der Tags oder die beliebte Tagwolke mit einem Klick vielfältige Informationen zu einem Schlagwort einsehen.

Twitter ist in aller Munde, aber Microblogging hat unterdessen auch Einzug in Social Software für den Unternehmenseinsatz gehalten. Ich kann per Microblogging eingeben, woran ich arbeite oder wo ich heute bin. Hört sich erst einmal trivial an, aber einige Geschäftspartner setzen das unterdessen bewußt und konsequent ein, um sich im Team gegenseitig zu informieren, woran wer gerade arbeitet. Und persönlich habe ich darüber auch schon erfahren, wer gerade wo ist und mich dann zum Kaffee verabredet.

Ich habe über das Profil weitere Informationen zur Verfügung, die der jeweilige Mitarbeiter erstellt oder bearbeitet hat. Ich kann direkt seine Blogbeiträge einsehen. Ich sehe, in welchen Wikis er mitarbeitet. Seine Dateien befinden sich im Zugriff (so er sie freigegeben hat). Auf diese Weise finde ich beispielsweise die neuesten Präsentationen von Kollegen, die ich dann selbst wieder verwenden kann. Ich bekomme als quasi ein soziales Profil, das viel mehr ist als nur die Visitenkarte des Kollegen.

In Kombination mit Software für Unified Communication und Instant Messaging sehe ich die „Präsenz“ des jeweiligen Kollegen. Was heißt das? Mir wird angezeigt, ob er für einen Chat verfügbar ist, ob er in einem Meeting weilt oder nicht gestört werden kann. Direkt aus dem Profil kann ich ihn anchatten oder auch mit integrierter Telefonie vom Computer aus anrufen. Umgekehrt kann ich über Unified Telephony steuern, wie und wo ich erreicht werden will. Wenn ich im Büro bin, kommt der Anruf auf meiner Büronummer an. Unterwegs wird mein Telefon angewählt, zuhause meine Home Office-Nummer.

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Deutlich gesteigert werde kann der Wert noch, wenn das Profil mit den genannten Informationen nicht nur auf der Intranet-Seite Mitarbeiterverzeichnis verfügbar ist. Dort muß die Information natürlich zur Verfügung stehen. Was aber, wenn die persönliche Visitenkarte, das Profil, mit den wichtigsten Infos auch direkt in anderen Unternehmensanwendungen eingeblendet wird. Ich bin in meinem E-Mail-Programm – egal ob Outlook oder Exchange -, bewege die Maus über einen Namen und bekomme dessen Visitenkarte eingeblendet. Ich kann direkt sehen, wo sich die Person befindet, kann sie oder ihn sofort anrufen oder anchatten oder eben seine Blogbeiträge und Dateien öffnen. Und das ohne explizit ins Intranet wechseln zu müssen. Dies bedeutet volle Integration des Mitarbeiterverzeichnisses mit den neuen sozialen Funktionen als integraler Bestandteil des gewohnten, täglichen Arbeitsplatzes und steigert nochmals Akzeptanz und Nutzung..

Soziale Netzwerk beziehungsweise Social Software für den Einsatz im Unternehmen sind eine große Chance, bewährte Mitarbeiterverzeichnisse aufzubohren und deutlich funktional zu erweitern. Das Thema Knowledge Management oder Wissensmanagement geistert schon seit vielen Jahren durch Unternehmen und Presse: Wissen bewahren, Wissen einfacher zur Verfügung stellen können. Die Funktionen, die wir aus dem Web 2.0 kennen, können dabei neuen Schub verleihen. Viele – gerade die Millenials und Digital Residents – kennen die Funktionalität aus dem privaten Gebrauch. Sie wissen, was Blogs, Wikis und Bookmarks sind und haben kein Problem, dies dann auch unternehmensintern zu verwenden. Und gerade die jungen Leute erwarten auch, daß sie solche Funktionalität im Unternehmen zur Verfügung haben.

Warum also die Digital Residents nicht abholen und die anderen Mitarbeiter nicht sukzessive an solche Themen heranführen, um Personalentwicklung und Wissensmanagement zum Nutzen des Unternehmens zu betreiben? Und das mit einem integrierten Ansatz auf Basis einer Social Software-Plattform und nicht einzelner verstreuter, nicht miteinander verbundener Wikis und Blogs. Ich bin der festen Überzeugung, daß das Mitarbeiterverzeichnis der Zukunft ein soziales Unternehmensnetzwerk sein wird. Und wer sich am Sozialismus im Begriff soziales Netzwerk stört ersetze das Wort mit Unternehmensnetzwerk oder eben Mitarbeiterverzeichnis.

 

Statusmeldungen in sozialen Netzwerken: Chef liest mit - SPIEGEL ONLINE - Keine Panik, das kann auch nützlich sein

Statusmeldungen sind Stimmungsbarometer, virtuelle Klowand und Bühne zur Selbstdarstellung zugleich - mit anderen Worten: der Spiegel des Online-Ichs. Praktisch alle großen sozialen Netzwerke bieten ihren Nutzern die Möglichkeit, ihre Kontakte mit diesen kurzen Nachrichten auf dem Laufenden zu halten. Doch was sich oft nur an Freunde oder Verwandte richtet, gerät schnell an eine größere Öffentlichkeit. Die richtigen Einstellungen und Verhaltensregeln helfen, peinliche Pannen zu vermeiden.

Leider wird in dem Artikel erst einmal vor potentiellen negativen Auswirkungen von Status-Meldungen gewarnt. Die möglichen Nutzeneffekte gerade auch im beruflichen Umfeld werden leider nicht dargestellt. Einige unser Geschäftspartner und auch Bekannte nutzen das unterdessen in ihren Unternehmen, um Transparenz im eigentlichen Sinne des Wortes zu schaffen und haben die Mitarbeiter aufgefordert, jede Stunde kurz zu schreiben, an was sie gerade arbeiten. Dafür kann man natürlich öffentliche Netze wie Twitter oder Facebook oder aber auch Microblogging-Services in internen sozialen Netzen wie beispielsweise Lotus Connections nutzen.

Ich habe hier durchaus auch persönlich positive Erfahrungen gemacht: Ein Kollege bekommt mit, daß ich im Büro in Ehningen bin und wir treffen uns auf einen Kaffee, um Dinge zu besprechen. Kolleginnen und Kollegen erfahren über Projekte, an denen ich arbeite und geben dazu Input. Habt Ihr noch Beispiele, wie Ihr Microblogging nutzt, gerade auch im beruflichen Umfeld? Würde mich über Kommentare freuen.

Und natürlich ist es auch in diesem Fall wieder eine Frage der Aufklärung und Ausbildung, wofür solche Dienste gut sind und was man vermeiden sollte. Aber bitte keine Panikmache: Microblogging und Zwitschern sind nicht per se schlecht und gefährlich.