[DE] Digital Naiv oder Digital Native. Eher Digital Resident. Meine privaten Gedanken rund um Arbeitswelt, Technologie, Netz, Essen, Fußball und mehr ................................... [EN] Digital Naive or a Digital Native. More likely a Digital Resident. My privateThoughts around work, technology, the web, food, football ...
Nun ist es also vorbei. Günter Netzer und Gerhard Delling werden nicht mehr zusammen kommentieren. Ich werde sie - vor allem Netzer- vermissen. Klar, als Gladbach-Fan, der quasi mit Netzer und der Borussia augewachsen ist. Ich erinnere mich noch, daß ich mir von meinen Eltern damals in den 70er Jahren ein Netzer-Buch habe schenken lassen, in dem über seine Ferraris, seine Disco, seine Karriere und langen Haare berichtet wurde. Netzer ist nicht nur für Gladbach-Fans Kult. Er hat Karriere auf dem Platz gemacht, als Manager beim HSV und als Geschäftsmann. 70er Jahre gegen Mailand - die Frisur sitzt. Als Manager beim HSV mit Ernst Happel - die Frisur sitzt. Vor der Kamera mit Delling - die Frisur sitzt.
Manche konnten Netzer nicht mehr hören. Er sich wohl auch selbst nicht mehr und wird zitiert "Es ist alles gesagt.". Ich fand und finde seine Kommentar treffend, spitz auf den Punkt kommend. Ein scharf- und spitzzüngiger Kritiker und Beobachter, der mir fehlen wird. Keiner verzieht so schön nicht die Miene wie der Günter.
Nun ist es also vorbei. Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat bei der WM 2010 in Südafrika den 3. Platz belegt. Und sie hat alle Skeptiker positiv überrascht. Auch ich habe nicht mit einer solchen Leistung gerechnet. Wann hat ein deutsches Team schon einmal so schönen, technisch feinen Kombinationsfußball gezeigt? Dunkel erinnere ich mich an die Europameisterschaft 1972 mit Ramba-Zamba Beckenbauer-Netzer und ein wenig an die WM 1990. Aber dann hört es auf. Die Art, wie die Mannschaft besonders gegen Australien, England, Argentinien und teilweise auch Serbien gespielt hat, war beeindruckend und vor allem auch torreich. Ein Riesenkompliment an die Mannschaft und besonders den Trainerstab, an der Spitze Jogi Löw. Das hat einfach nur Spaß gemacht.
Trotzdem bleibt ein wenig Wehmut, denn nach dem Argeninien-Spiel haben doch alle - inklusive meiner Wenigkeit - von mehr geträumt. Doch Spanien hat Deutschland im wahrsten Sinne des Wortes einfach nicht an den Ball kommen lassen. Gegen Spanien sind wir vor allem gescheitert, weil ein großer Teil des kreativen Mittelfelds schlecht gespielt hat, teilweise gar nicht auf dem Platz zu sein schien. Die mehr als mangelhafte Leistung der Kreativabteilung Oezil, Podolski und Trochowski war für mich entscheidend dafür, daß Spanien dominierte und wir keine eigenen Kombinationen aufziehen konnten. Und so hat Spanien dann verdient gewonnen, auch wenn ich den jungen deutschen Himmelsstürmern den Titel sehr gewünscht hätte.
Zur Einzelkritik:
Manuel Neuer: Solide bis auf den einen Patzer. Sonst durchweg gute befriedigende Leistungen, aber kein Matchwinner. Hat man Oliver Kahn und Jens Lehmann in Erinnerung, so hat Neuer sicher ein gutes Stück Weg zu gehen. Gegenüber seiner Leistung bei der Junioren Europameisterschaft fiel er meiner Meinung nach sogar etwas ab. Es wird interessant werden, wie es in der Torwart-Frage nach der WM weitergeht.
Mesut Oezil: Zeitweise geniale Pässe und kreative Ideen, dann aber immer wieder seltsam nicht präsent und phlegmatisch erscheinend. Es wird interessant sein, wie sein weiterer Weg sein wird. Führungsspieler oder Mitläufer mit genialen Momenten.
Arne Friedrich: Die Defensivüberraschung, mit der keiner gerechnet hat. Sehr gute Abwehrleistung von einem Tor gekrönt (auch wenn er nicht mehr ein guter Passspieler und Offensivkünstler werden wird). Großes Kompliment!
Per Mertesagger: So schlecht, wie er in manchen Kommentaren gemacht wurde, habe ich ihn nicht gesehen. Solide Abwehrleistung, auch wenn mancher Stolperer von ihm überraschend war und man es von ihm nicht kennt.
Jérome Boateng: Hat sich sicherlich gesteigert, aber als Außenverteidiger überzeugt er mich noch nicht. Wird interessant sein, ob er sich in England durchsetzt.
Philipp Lahm: Überragend auf der rechten Seite in der Defensive und Offensive, Für mich eine Weltklasse-Leistung bei dieser WM.
Bastian Schweinsteiger: Was ich über Lahm gesagt habe, muß ich auch über Schweinsteiger sagen: Weltklasse-Leistung auf der zentralen Positon (trotz des gestrgen Stolperers gegen Uruguay). Stark in Zweikämpfen und Pässen. Ich habe ihn bei den Bayern nie so stark wahrgenommen wie jetzt in der Nationalelf. Er hätte den WM-Titel verdient.
Miroslav Klose: Phänomenal. Eine Riesenüberraschung, wie Miro wie zu besten Zeiten auftrumpfte. Weltklasse, wie er sich beim ersten Tor gegen England durchsetzte. Und die rote Karte: Wer engagiert spielt, da kann so was passieren. Wird spannend, wie es für ihn in der kommenden Saison weitergeht.
Samir Khedira: Starke Weltmeisterschaft für den jungen Mann neben Schweinsteiger. Beeindruckend. Nur der letzte Biß im Abschluß hat gefehlt, sonst hätte er schon vor dem Uruguay-Spiel getroffen. Ein Spieler mit Zukunft für die deutsche Elf.
Thomas Müller: Was soll man zu ihm sagen. Weltklasse-Leistung vorne, aber auch in der Arbeit nach hinten. Jeder weitere Kommentar ist überflüssig.
Lukas Podolski: Zwei Tore und nach hinten arbeitend. Trotzdem bleibt ein schales Gefühl, denn ich habe den Eindruck, daß Podolski dann wieder zu großen Teilen eines Spieles abtaucht. Vergleicht man Poldi mit den Ex-Kumpel Schweini, so stagniert Podolski sicherlich. Einige lichte Momente genügen nicht.
Piotr Trochowski: Es hat mich eh gewundert, warum er dabei war. Ich finde, ihm fehlt die internationale Klasse.
Marcel Janssen: Stark gegen Spanien und Uruguay. Im Nachhinein hätte ich mir gewünscht, Löw hätte ihn früher gebracht. Er scheint einen großen Sprung nach vorne getan zu haben und es wird interessant zu beobachten sein, wie sein Weg weitergeht.
Holger Badstuber: Ein gutes Spiel gegen Australien, dann nach der Krasic-Erfahrung draußen, aber ein Spieler mit Perspektive, wohl eher auf der Innenverteidiger-Position.
Toni Kroos: Er hatte zu wenig Chancen, um sich wirklich zu zeigen. Das kommende Jahr bei den Bayern wird zeigen, ob er den Sprung aus der Bundesliga-Klasse auf internationales Niveau schafft. Sicher ein Hoffnungsträger und auch eine Alternative zu Oezil.
Marko Marin: Hatte kaum Chancen, etwas zu zeigen. Dazu spielte die Mannschaft zu stark und ein starker Dribbler wurde nur gegen Serbien oder Spanien gebraucht. Es hatte auch dein Eindruck, daß er es sich nach dem Serbien-Einsatz mit Löw verscherzt hatte. Muß in der Bundesliga nachlegen.
Mario Gomez: Ich breche nicht den Stab über ihn und hoffe, daß er zurückkommt. Seine Saison in Stuttgart vor 2 Jahren war bärenstark. So wollen wir ihn wieder sehen.
Cacau: In den Vorbereitungsspielen vor der WM bärenstark, ein Tor in Südafrika. Trotzdem sehe ich persönlich ihn nicht so stark. Aus meiner Sicht keine internationale Klasse.
Stefan Kießling: Er hatte Chancen gegen Uruguay, sonst nicht die Möglichkeit sich zu profilieren. Schaun mer mal.
Aogo, Butt, Wiese, Tasci: Zu den Vieren gibt es kaum etwas zu sagen, da sie kaum spielten. Butt stark gegen Uruguay.
Schauen wir uns diesen Kader an und denken wir an einige weitere junge Spieler, die ihren Sprung noch schaffen werden, so besteht Hoffung für den deutschen Fußball. Da ist eine Basis da. Und wenn es gelingt jenseits der WM 2010 diesen Kombinationsfußball weiter zu kutlivieren, können wir stolz auf eine starke Mannschaft sein, die dann durchaus gereift auch einmal einen Titel holen könnte.
Zurück aus dem Urlaub einige frische Impressionen:
Gestern (3. Juli) besonders ärgerlich: Kurz vor der 40. Minute Argentinien - Deutschland mußten wir das Hotel verlassen. Ein Bus voller nervöser Deutscher, die gebannt auf Nachricht warteten. Aber Nachrichtenservice per SMS war arrangiert: Wolfgang versprach und schickte regelmäßige SMS. Am Flughafen am CheckIn-Schalter kam dann die gute Nachricht: 0:2, dann 0:3. Tja, so wird man zum Helden der Warteschlange Riesenjubel und einmal das ganz andere Urlaubs-Fußballerlebnis.
Trotzdem natürlich intensive Diskussionen mit GöGa bezüglich Terminierung des Fluges geführt. Wie kann man nur ... :-)
Vorher schon 2 Spiele in der Türkei gesehen, eines unter sternen-blinkenden türkischen Himmel. Eins abgedunkelt. Unfassbarer Jubel. Wann hat eine deutsche Mannschaft jemals so schön gespielt? Das 72er Europameisterschafts-Team? Die Stärke der Mannschaft ist ihre absolute Ausgeglichenheit gerade auch beim Tore schießen. Wiederauferstehung von Klose, Arne Friedrich und - sorry - auch Podolski. Bärenstarke Bayern-Spieler: Lahm, Schweinsteiger und Senkrechtstarter Thomas Müller. Dieses Kompliment fällt als Gladbach-Fan schon schwer. Starker Khedira. Spanien wird enorm schwer, aber ich war auch schon vor dem England- und Argentinien-Spiel skeptisch pessimistisch. Jetzt nur nicht abheben und Männer, voll konzentriert bleiben.
Sonstige Urlaubserlebnisse:
Erschreckend: Es knallen sich Leute - vor allem "mittelalterliche" Frauen - noch immer in die pralle Sonne. "Schöne" Rothäute oder dunkelbraune Lederhaut. Sehr ansehlich und erotisierend. Von Hautkrebs wohl nix gehört.
Gerüchte sagen, daß künftig güldene Namensplaketten ausgegeben werden, die neben dem obligatorischen Handtuch an Liegen, Essenstische und Barhocker getackert werden können. Erna aus Bottrop und Paul aus Leinfelden-Echterdingen. Per Anhalter durch die Galaxis bekommt im Urlaub eine ganz neue Bedeutung. Das ist immer Towel-Day.
Haupternährungsmittel dieses Urlaubs: Türkische Kirschen und Ayran. Auch sonst leckere geniale Küche.
Nur einen iPad im Urlaub gesehen.
In der Türkei kann es auch Ende Juni einmal regnen: Abendliches Gewitter mit Kübelguss ...
Mein Topspin ist immer noch nicht besser geworden, trotz Training mit Jan. Bin von 75jähriger guter Tennisspielerin beeindruckt.
Schwaben können wirklich alles außer Deutsch. Sorry, Tenniskumpel Jens. Überlege in eine Übersetzungsmasche zu investieren.
"Mittelalterliches" Gebalze - besonders von Troubadix- und Obelix-Doubles - ist noch lustiger als das Balzverhalten von Jungs um junge Möchtegern-Paris-Hiltons.
Animateure heißen nimmer Animatöre sondern Entertainer oder Robbies.
Jörn Andersen, Friedhelm Funkel und Jörg Dahlmann als Fußball-Kommentatoren und Experten.
Erholung pur mit netten Freunden in Sarigerme ohne einen Blick in die Dienst-E-Mail und nur einem Blog-Posting (und das zu Fußball). Montag geht der Alltag wieder los. Nein, nicht ganz. Die WM geht ja weiter.
Nun kann ich doch nicht widerstehen und muß den Bundes-Berti machen. Ach ne, der heißt ja Bundes-Yogi, äh, Jogi. Mittwoch ist Stichtag, Da geht es um die Wurst und nur ein Sieg gegen Ghana zählt. An der Stelle will ich einfach ein Lob für die Mannschaft los werden. Nach dem Aussie-Spiel und der Vorbereitung hatte ich ja schon auf die Euphoriebremse getreten und gerade vor dem Spiel gegen Serbien gewarnt. Serbien ist ein anderes Kaliber als Australien. Dort konnte man nicht das geniale Kombinationsspiel wie gegen Australien wiederholen. Einerseits fehlte die Präzision. In der ersten Halbzeit gab es einige Fehlpässe in die Spitze, auch von Schweinsteiger, der zaubern wollte und dabei hier und da Fehlpässe produzierte. Und natürlich standen die Serben auch wesentlich besser in der Defensive. Zudem hatten die Kreativen Oezil und Müller nicht den starken Tag wie gegen den eher schwächeren Gegner Australien.
Trotzdem spielte die Mannschaft vor und nach dem Platzverweis nicht schlecht und ein Unentschieden wäre durchaus - trotz späterer serbischer Großchancen - verdient gewesen. Natürlich hätten die Foul Klose nicht passieren dürfen. Aber er war motiviert, zu heiß. Shit happens. Dann Khediras Pfostenschuss. Danach Poldis verschossener Elfmeter. Das darf in einem solchen Spiel nicht passieren. Aber nochmals: Die Mannschaft als junges Team durchaus gut gespielt. Die Niederlage war unglücklich - wie auch die Gelb-Orgie des Schiedsrichters, der aber nicht für die Niederlage verantwortlich ist. Das hat sich die junge Mannschaft selbst eingebrockt. Und das kann passieren bei einer solch jungen Mannschaft. Meine schärfste Kritik übe ich nicht an der Mannschaft sondern an Bundes-Jogi Löw. Er hat meiner Ansicht nach nicht früh genug auf der linken Seite reagiert und es leider laufen lassen. Es war schnell abzusehen, daß Badstuber (kein Vorwurf an den jungen Mann) gegen Krasic überfordert war. Hier hätte Löw schneller etwas tun müssen und er hatte ja auch die Optionen. Lahm nach links nehmen um einen schnellen Mann gegen Krasic zu stellen. Aogo oder Janssen reinnehmen. Diese Kritik muß sich Löw, der sicher die vergangenen Monate sehr gute Arbeit geleistet hat, gefallen lassen. Nun bleibt die Hoffnung gegen Ghana und das wird ein ganz schweres Spiel. Gegen flinke panther-artige Spieler habe ich bei unserer Defensive Bedenken. Auf der anderen Seite ist das System und der Kombinationsfußball der jungen Mannschaft sehr gut. Hoffentlich reicht das. Ich werde hier im Urlaub mein 54'er Retrotrikot anziehen, fest die Daumen drücken und anfeuern. Mein Tipp: 2:1 für Deutschland.
Nun bin ich also wieder in Berlin, diesmal zur DNUG Frühjahrskonferenz 2010 zwischen dem 7. und 9. Juni. Und als ich heute nach Tegel hineinschwebte, kamen Erinnerungen auf. Heute vor ziemlich genau 4 Jahren fand die FileNet EMEA UserNet, das EMEA-weite Treffen der FileNet-Anwender, in Berlin kurz vor der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 im eigenen Lande statt. Über 1.600 Personen kamen damals als Europa, dem Nahen Osten und Amerika im gerade eröffneten Maritim in Berlin zusammen. Es war meine größte internationale Konferenz, die ich organisiert habe. Im Jahr zuvor hatte ich die EMEA UserNet mit Fred Janssen in Prag aus der Taufe gehoben, Berlin und Prag wurden mit Hilfe lieber Kollegen und Freunde wie Jeroen Krah, Dana Weise, Mark Jones und vielen anderen organisiert hatte, Angesichts der bevorstehenden WM im eigenen Lande und genialen Wetters war die Stimmung vor und auf der Konferenz super und ich denke sehr gerne an das Event zurück. Wenn ich das Eröffnungsvideo mit Fußball- und FileNet-Szenen auf die Musik Vertigo von U2 höre, läuft es mir noch heute eiskalt den Rücken hinunter. Leider kann und darf ich das Video nicht hochladen.
Jetzt - ziemlich genau 4 Jahre später - bin ich wieder hier, in diesem Revier, war nie wirklich weg ... Diesmal findet die DNUG, die deutsche Lotus Anwenderkonferenz, im Seminaris-Hotel statt. Unterdessen durch die Übernahme von FileNet bei der IBM gelandet, verantworte ich jetzt das Marketing für die Lotus-Produkte der IBM in Deutschland. Morgen werde ich die Lotus weiß-Kampagne vorstellen, die Marketinginitiative, mit der IBM die Lotus-Produkte wieder stärker in das Bewußtsein der Endanwender und Meinungsführer bringen will. Am Mittwoch werde ich mit Manfred Koser, Thorsten Zoerner (auch ein Ex-FileNet'ler) und Lars Basche einen Workshop zum Thema Social Media halten. Und da fallen schon Unterschiede ins Auge. Vor 4 Jahren war (zumindest für mich) von Social Media nicht viel zu sehen. Klar, es gab schon XING und LinkedIn, aber daneben war der Markt (und auch ich) nicht so weit.
Es bleibt also spannend. Neue Themen kommen hinzu. Und wer weiß, ob ich in 4 Jahren wieder hier bin.
Der damalige FileNet CEO Lee Roberts eröffnet die Konferenz, die unter dem Motto Team to win stand.
Mark Jones,der Producer, hinter den Szenen, der das Programm auf Main Stage koordinierte.
Chas Kunkelmann - unser Steve B. Double bei FileNet - und EMEA Chef Stephan Van Herck.
Fred Janssen, EMEA-Marketingleiter, im berühmten Oranje-Anzug.
Jeroen Krah, Mitglied des Organisationsteams, immer mit Kamera unterwegs.
Ron Ercanbrack, ehemaliger FileNet-Präsident, und Chief Moral Officer Fred Dillon am Checkpoint Charlie
Vor der UserNet gab es ein Fußballspiel mit den Teilnehmern
Der ein oder andere hat es ja schon mitbekommen. Ich bin Fußball-Fan und habe selbst lange Jahre (eher schlecht als recht) beim TSV 1920 Bissenberg gespielt. Und auch heute verfolge ich noch das Fußballgeschehen, insbesondere meinen Lieblingsverein Borussia Mönchengladbach. Gladbach-Fan bin ich, seitdem ich denken kann. Jetzt bitte keine blöden Bemerkungen über mein Denkvermögen oder meinen Fußballsachverstand. Auch in den eher mäßigen Zeiten der vergangenen Jahren habe ich der einzig wahren Borussia die Treue gehalten. Fußball ist natürlich auch immer ein guter Anknüpfungspunkt, um neue Bekanntschaften und Freundschaften zu schließen, so mit Werder-Fan Lars Basche oder Jörg Allmann vom IBM Business Partner holistic-net.
Und Jörg ist schuld, daß ich dieses Posting schreibe. Er organisiert schon seit Jahren einen Bundesliga-Tipp, an dem ich in der kommenden Saison regelmäßig teilnehmen werde. Diese Runde habe ich zu spät davon erfahren und so nicht richtig eingestiegen. Natürlich hat er diesen Tipp auch zur Weltmeisterschaft aufleben lassen. Unter http://derultimativewmtipp.de/ könnt Ihr mitmachen. Also anmelden und schön tippen. (Und wenn sich viele über mich anmelden, kann ich ein Länderspiel-Ticket gewinnen. Ich werde also bestochen ...).
Noch toller finde ich seine zweite Initiative http://www.soccerpictures.de/. Ich zitiere hier einmal seine Vision:
Zur Fußballweltmeisterschaft im Sommer in Südafrika treffen sich die besten Mannschaften aus aller Welt in tollen Stadien. Davon gibt es Millionen von Bildern und es werden in diesem Jahr weitere Millionen hinzukommen. Fußball ist aber nicht nur Bundesliga, Premier League, Primera División oder J-League. Der Ball ist nicht immer von Adidas, Puma oder Nike. Der Platz entspricht nicht immer den von der FIFA vorgeschriebenen Maßen, hat nicht immer tollen Rasen und hat manchmal sogar Gefälle. Wir sammeln schöne, witzige, skurrile Bilder aus aller Welt, die nicht den Spitzenfußball zeigen. Zieht los mit eurer Digicam, eurem Handy oder eurer professionellen Fotoausrüstung. Macht Bilder von weniger perfekten Fußballern und Fußballplätzen in eurer Stadt, in eurem Dorf und schickt sie an shot@soccerpictures.de. Wir werden sie auf der Website www.soccerpictures.de veröffentlichen und vielleicht wird auch ein Buch daraus.
Eigentlich hatte ich Jörg ja so verstanden, daß er Bilder von jugendlichen Fußballern und Fußballerinnen und vom Straßenfußball sammeln will, aber er hat es unterdessen noch weiter gefasst. Also ich schicke ihm mal einige historische Bilder, die ich noch einscannen werde. Diese Aktion will Jörg weltweit promoten, also Bilder nicht nur aus Deutschland sondern um den Globus sammeln. Ich bin gespannt und auch hier die Aufforderung zum Mitmachen und zum Weiterleiten an Bekannte rund um die Welt. Um was es geht, ist in weiser Voraussicht (Vollweise) mehrsprachig auf der Seite hinterlegt. Einfach auf die Fähnchen klicken.
Heute lohnt sich die FAZ für mich mal wieder. Nach dem Kruse-Verriss motiviert mich der Artikel von Michael Horeni (noch nicht online) zu einer weiteren Stellungnahme. Diesmal geht es um Fußball und meine Lieblingsposition: den Torhüter. Logisch, habe ja selber über 20 Jahre im Tor gestanden (mehr schlecht als recht). Die FAZ stellt heraus, um wieviel umfassender heute ein Tormann agieren muß: vom Strafraum-Gefangenen zum Spielbeschleuniger. Na ja, ich habe da eine partiell andere Sicht. Ich vermisse erst einmal den Strafraumbeherrscher, den Torhüter, der im 16 Meter-Raum insbesondere die Flanken abfängt. Den gibt es aus meiner Sicht schon lange nicht mehr. Sind denn wirklich heute die Bälle so anders? Hüstel, also sorry, da hab ich so meine Zweifel alles auf die Flatterkugeln zu schieben.
Jens Lehmann war vielleicht noch derjenige, der am ehesten an dieses Ideal des Strafraum beherrschenden Torwarts herankam. Dann aber lange keiner, der mir einfällt. Da muß ich dann ganz weit zurückgehen, zu Sepp Maier und zu Toni Schumacher. Das waren für mich 2 Weltklasse-Torhüter, nicht nur wegen der Refexe, sondern vor allem wegen der Strafraumbeherrschung - und zwar der 16 Meter, nicht nur der 5 Meter. Heute scheitern die meisten Goalis doch schon daran, die Bälle im besagten 5-Meter-Raum runter zu pflücken, Schaut Euch doch nur die Szenen der letzten Bundesliga-Spieltage an. Gerade die berühmte Ehrmann-Schule fällt mir da auf. Auf der Linie hui, halbhohe Bälle showman-haftig für die Kulisse abwehrend und im Strafraum nur pfui. Dazu massenhaft Gel im Haar, sonnebank-gebräunt, Fitnessstudio-gestählt und papagei-farbigste Torwart-Shirts tragend. Sorry, mich schaudert. Gerry Ehrmann, der ja nun wirkliche einige Bundesliga-Torleute rausgebracht hat, mag mir verzeihen, aber das sind einfach nicht meine Torwart-Tpyen und -Charaktere.Und nun wird so darauf abgehoben, daß Torhüter gute Fußballer sein müssen und das Spiel eröffnen. Kann sein, daß ich senil bin, aber wiederum kommen mir Bilder von Toni Schumacher in den Sinn, der mit weiten Abwürfen schnelle Angriffe einzuleiten versuchte. Also ist das wirklich so neu? Ich glaube nicht, aber ein mitdenkender und mitspielender Torhüter ist sicherlich ein Riesengewinn. Gut, Torhüter müssen heute vielleicht schneller und häufiger raus, weil es den klassischen Libero alter Prägung, der hinter der Abwehr spielte, nicht mehr gibt. Sie müssen also noch mehr mitspielen, doch bei Mannschaften, die auf abseits spielen, mußten sie das auch schon länger. Was macht also den Weltklasse-Torhüter aus? Gute Reflexe, Strafraumbeherrschung, schnelle Spieleröffnung und die Aura. Und letztere ist nicht unwichtig. Ich erinnere mich an meinen Vorgänger in den unteren Regionen des hessischen Fußballs. Der war bekannt und gefürchtet von den anderen Mannschaften. An den traute sich kein Gegner ran. Ein Oliver Kahn der damaligen Zeit in der A-Klasse. Solchen Respekt muß man sich verdienen (und er sollte sicher nicht in Attentate à la Schumacher gegen Battiston enden). Diese Ausstrahlung ist aber auch extrem wichtig und macht vielleicht den entscheidenden Unterschied aus.Wer ist also meine Nummer 1 für die WM in Südafrika: Ich würde Manuel Neuer eine Chance geben, gerade auch wegen seiner Leistungen bei den U21 im vergangenen Jahr. Da hat er aus meiner Sicht hervorragend gespielt. Das überragend verkneife ich mir noch. Butt macht mir zu oft unerklärliche, vor allem leichtsinnige Schnitzer und zu Wiese (Zitat FAZ: Tim Wiese ist der letzte Nachfahre der Kahn-Linie) habe ich ja indirekt schon was gesagt. Und daneben halte ich es mit Theo Lingen (leider in dem YouTube-Video nur tonmässig):