« Back to blog

[DE] Wie viele Profile denn noch? Vom Wahnsinn sozialer Netze

Xing ist mein bevorzugtes Netzwerk, über das ich geschäftliche Kontakte pflege, ganz einfach, weil es in Deutschland in der Geschäftswelt wohl am verbreitesten ist. Dann bin ich noch bei LinkedIn, gerade um auch um meine internationalen Kontakte nicht aus dem Auge zu verlieren. Dann wurde ich noch von Geschäftspartnern und Kollegen auf Plaxo und Naymz eingeladen. Und freundlich wie ich bin, habe ich diese Einladungen auch angenommen. Überall durfte ich ein Profil ausfüllen. Zu 90 % sind die Daten gleich. Und irgendwann in den vergangenen Monaten kam ich dann auch nicht umhin, ein Profil auf Facebook anzulegen, obwohl mir meine ganzen sozialen Netzwerke schon viel zu viel waren. Gegen Wer-kennt-wen und andere Netze wehre ich mich – noch.

Ich selbst bin noch verantwortlich dafür, dass einige Hundert Geschäftskontakte regelmässig einmal im Quartal per Cardscan.Net gefragt werden, ob ihre Kontaktdaten noch aktuell sind. Ja, es gibt sie noch, Visitenkarten. Und bevor der Stapel auf meinem Schreibtisch verrottet, habe ich mir vor 5-6 Jahren angewöhnt, alle Karten einzuscannen, per OCR zu lesen und in mein Adressbuch zu überspielen. Cardscan, der Anbieter der entsprechenden Scanner und OCR-Software, ging dann auch „Web 2.0“ und eröffnete eine WebPage. Dort kann ich nun all meine Kontakte aus Notes ins Web synchronisieren und auch festlegen, wie oft diese Kontakte per E-Mail angeschrieben und gefragt werden, ob die Kontaktdaten noch aktuell sind. Nach eher amerikanischer Manier ist aber leider der Zyklus nicht frei einzustellen: Jetzt bekommen meine Kontakte einmal im Quartal die lästige E-Mail statt einmal im Jahr (wie ich es gerne hätte). An dieser Stelle entschuldige ich mich dann auch für diese „Nerv-E-Mails“.

 

Tja, das sind alle meine „externen“ Netzwerke. Da es schon zu viele sind, muss ich sie prioisieren. Namyz und Plaxo fristen eher ein untergeordnetes Dasein. Zu den externen Netzen kommen aber unterdessen auch die sozialen Netzwerke der IBM hinzu. Mein Profil steht natürlich in den IBM Blue Pages, unser internes Profilverzeichnis, auf das ich bei der Grösse der IBM nicht verzichten kann, ein unentbehrliches Nachschlagewerk für Telefonnummern und auch Skills, die irgendwo im Unternehmen „sitzen“.

Daneben gibt es noch die Lotus Connections-Instanz auf TAP, dem Technology Adoption Program der IBM. Nicht genug damit: Als Tester bin ich natürlich auch auf Beehive und in Fringe4 vertreten, beides Systeme, in denen neue Funktionen für soziale Netzwerke ausgetestet werden. Und es kommt natürich noch besser: Wir als IBM bilden unterdessen weitere sozialen Netze. So habe ich mit Thorsten Zoerner vor einigen Monaten die deutschsprachige IBM ECM Community gegründet. Die Community läuft auf Lotus Connections – und dreimal dürfen Sie raten, auch dort habe ich wiederum ein Profil. Gottseidank basiert unser IBM Blue Blog auch auf dieser Connections-Plattform, so dass mein Profil hier nur einma existent ist. Aber zu früh gefreut, denn nun gibt es ja auch LotusLive, unsere Collaboration-Plattform als Software as a Service. Und da ich hier mit Partnern und Lieferanten Informationen und Dateien austausche ... Ja, Sie haben richtig geraten. Auch dort habe ich ein Profil.

 

Nun einmal ein kleiner Zähllauf: Ich komme auf 12 Profile, die mehr oder weniger selbständig existieren. Übrigens habe ich bestimmt noch einige vergessen, z.B. bei der AIIM. Für mich stellen sich deshalb einige für die Web 2.0-, Enterprise 2.0- und vor allem eigene produktive Nutzung einige Fragen:

  1. Es gibt von mir ein berufliches Profil. Das ist durch meinen Job als Marketing Manager per se öffentlich. Daneben habe ich auch ein privates Profil, das ich teilweise nicht öffentlich machen will. Zum Thema soziale Netze und Datensicherheit sei diese Seite auf Zeit.de empfohlen . Aus diesem Grund habe ich beispielsweise zwei Twitter-Profile, aber bei Anwendungen wie Facebook verschwimmen die Grenzen. Dort findet man – da Facebook beispielsweise mit Twitter gekoppelt werden kann – mein berufliches Gezwitschere und – wenn man Zugriff hat – meine Urlaubsphotos. Ja, ich könnte auch meinen privaten Twitter mit Facebook koppeln ...
  2. Und hier habe ich auch bereits das zweite Stichwort geliefert: Integration zwischen sozialen Netzen und Web 2.0 Diensten. Facebook und Twitter können beispielsweise wie oben beschrieben kombiniert werden. Übrigens ein sehr schönes Feature, das ich beispielsweise gerne in Xing sehen würde. Stattdessen „darf“ man in Xing seine eigene Statusmeldungen eingeben. Aber eigentlich sprechen wir hier schon fortgeschrittener Integration auf Dienstebene, ...
  3. ... denn es gibt auch die vergleichsweise banale Anforderung der Informations- und vor allem Adresssynchronisation zwischen sozialen Netzen und Adressverzeichnissen. Xing erlaubt mir immerhin, die Daten meines persönlichen Notes-Adressbuchs mit Xing abzugleichen. Cardscan.Net bietet – wie oben beschrieben - eine Synchronisation von und ins Cardscan.Net an. Also synchronierie ich mein Notes-Adressbuch mit Cardscan.Net, dann mit Xing, dann wieder mit allem, um schließlich alle Informationen auf meinen iPhone zu haben, wenn ich unterwegs bin. Kein wirklich praktikabler Weg ...Die Synchronisationslösungen sind alle punktuell entwickelte Anwendungen, die jeweils 1:1 synchronisieren. Die zentrale Stelle, die sich mehr oder weniger automatisch mit all meinen Adressverzeichnissen abgleicht, gibt es nicht oder der Aufwand, diese auf Basus vieler Synchronisationstools zu konfigurieren, ist bei weitem zu hoch.

Einen Standard für soziale Netze scheint es nicht zu geben, obwohl Google mit OpenSocial einen solchen Vorstoss unternommen hat, der aber aus meiner Wahrnehmung weit davon entfernt ist, von allen relevanten Anbietern unterstützt zu werden. Zum Thema OpenSocial wäre ich übrigens für „Belehrung“ sehr dankbar.

 

Tja, I have a dream. I have more than a dream. Ich habe Träume. Ich bin ein Träumer:

  • Ich träume von meinen Metaprofil, wo ich einmal meine Daten pflege, und einfach anklicke, welche Informationen ich in welches meiner IBM-internen und externen sozialen Netze publizieren will.
  • Ich träume davon, dass sich all meine Adressverzeichnisse synchronisieren und ich (nicht nur) auf meinem iPhone immer das aktuellste und vollständige Adressbuch habe.
  • Ich träume von dem Profil, wo ich meine relevanten Aktivitäten, meine Artikel, Blog-Einträge, Podcasts, YouTube-Videos zentral erfassen, sammeln und publizieren kann. Intern kann ich dies in Lotus Connections tun, aber extern ... Hmm, vielleicht komme ich doch nicht um die eigene Home Page herum?