Vorgestern saß ich mit Björn Negelmann zusammen und wir diskutierten, ob die Enterprise 2.0-Welle bereits abebbt. Momentan scheinen viele, die das Wort und Konzept vertreten haben, abzutauchen oder sie verlieren sich in akademischen Diskussionen. Der Glaube daran, dass es das Enterprise 2.0 in der Krise geben kann oder dass damit Geld zu verdienen ist, scheint zu schwinden. Sicherlich eng damit verwoben ist, wie man Enterprise-Projekte und den Return on Investment rechnen kann. Breitet sich da (fälschlicherweise) ein Hauch von Resignation aus?

Für mich ist das Enterprise 2.0 dadurch gekennzeichnet, dass es Kommunikation, Zusammenarbeit und Beteiligung fördert. Dafür wird einerseits das organisatorische und auch kulturelle Umfeld im Unternehmen geschaffen, andererseits werden die Technologien und Werkzeuge zur Verfügung gestellt, die smartere Participation, Collaboration und Communication ermöglichen, von Unified Communication bis zu Social Software mit Web 2.0-Funktionen und Dokumenten Management.

Ich glaube, dass gerade auch in Deutschland ein wesentlicher Aspekt und eine Riesenchance des Enterprise 2.0 oft noch übersehen wird. Das smarte Unternehmen von heute nutzt die oben genannten Dinge nicht nur intern. Es öffnet sich vor allem auch zu seinen Kunden und Lieferanten und nutzt Mechanismen des Mitmach-Webs, um mit ihnen besser, schneller, kostengünstiger zusammenzuarbeiten.

Wir Deutschen sind die Exportweltmeister. Wir arbeiten national, international, standort- und zeitzonenübergreifend mit Organisationen und Unternehmen überall in der Welt zusammen. Wir tauschen mit diesen Unternehmen nicht nur Waren, wir tauschen auch Informationen und Wissen aus. Wir arbeiten in Projekten zusammen. Kommunikation geschieht oft nur per E-Mail (mit Dateianhängen) oder Telefon, Zusammenarbeit wird noch weniger durch entsprechende Werkzeuge unterstützt. All das schreit nach modernen Collaboration- und Kommunikationswerkzeugen.

Nur all zu oft ist der Einsatz dieser Werkzeuge aber daran gescheitert, dass man für Projekte keine eigene Infrastruktur aufbauen, die eigene Infrastruktur aus Sicherheitsgründen nicht dem Kunden oder Lieferanten öffnen wollte oder einfach auch die heutigen technischen Möglichkeiten nicht kennt. Die Zeiten haben sich geändert und es gibt valide Optionen, Wikis, Blogs, Dateien, Chat, Profile, Lesezeichen, Webkonferenzen und vieles mehr in Projekten mit allen Projektbeteiligten zu nutzen und so die Zusammenarbeit und Kommunikation signifikant und messbar zu verbessern.

Ich spreche von entsprechenden Funktionen, die modular in der sicheren Cloud als Software as a Service verfügbar sind. Ich spreche von LotusLive, seinen Services und Modulen, die kostengünstig auch in zeitlich begrenzten Projekten für eine bestimmte Zeit gemeinsam genutzt werden können. Hier liegt gerade für deutsche Unternehmen ein ungeheueres Potential, ihre Qualität, Innovationskraft, Kundenservice zu verbessern und dabei auch noch die Kosten unter Kontrolle zu behalten, vielleicht sogar zu senken.

LotusLive ist das ideale Werkzeug für die unternehmensübergreifende Zusammenarbeit. Die Kollaboration und Kommunikation geschieht in einer sicheren Wolke und die Beteiligten werden dort – frei nach O’Reilly – nahtlos miteinander vernetzt. Im Gegensatz zu Systemen wie Xing oder LinkedIn, die für das Web 2.0 entwickelt wurden, spielen hier die Sicherheitsaspekte eine wesentliche Rolle. In dieser Wolke stehen wesentliche Web 2.0-Funktionen zur Verfügung, die die Projektarbeit unterstützen. Dies reicht von Webkonferenzen über File Sharing – das Teilen wichtiger Dateien und Dokumente – hin zu gemeinsamen Aktivitätenmanagement und Chatten.

Social Software oder Web 2.0 in der Cloud ist dabei für zeitlich begrenzte Projekte ebenso geeignet wie für grössere Unterfangen. Kleinere Projekte können pragmatisch und einfach unterstützt werden. Da genügt vielleicht sogar der Web Konferenz-Service, der hier und da genutzt wird, oder aber der gemeinsame Projektraum in der Cloud, der für die Projektdauer von 1-2 Jahren gemeinsam betrieben wird, um schneller, besser und kostengünstiger zusammenzuarbeiten.

Und warum solte es – grösser gedacht – nicht eine geschlossene Cloud für eine bestimmte Branche oder einen bestimmten Tätigkeitsbereich geben, in der alle wichtigen Beteiligten sicher Informationen austauschen, kommunizieren und diskutieren? Warum soll es nicht die Automobil-Cloud geben können, in der alle relevanten Stakeholder mitmachen, wo ich die wichtigsten Experten und Knowhow-Träger über deren Profile finden und relevante Fragen in Blogs diskutieren kann?

Die Enterprise 2.0-Diskussionen waren bis heute sehr auf den Einsatz von Web 2.0-Tools und Veränderung der Mentalität im Unternehmen fokussiert. Mechanismen des Mitmach-Webs sollten in das Mitmach-Unternehmen übertragen werden. Das macht auch absolut Sinn, gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Die Krux – und oft auch die leichte Entschuldigung, es nicht zu tun – ist, dass ein Return on Investment oft schwer zu rechnen ist und deshalb ein Projekt erst gar nicht begonnen wird.

Für mich kennzeichnet sich das Enterprise 2.0 aber auch dadurch, dass es Mechanismen und Tools des Web 2.0 einsetzt, um mit seinen Kunden und Lieferanten besser zu kommunizieren und zusammenzuarbeiten. Ich glaube, dass der Return on Investment (ROI) hier einfacher zu rechnen ist. Und ich glaube, dass der Einsatz von Web 2.0-Mechanismen für die Zusammenarbeit mit Lieferanten und Kunden quasi als Sogwirkung auch den Einsatz intern nach sich ziehen muss. Die Möglichkeiten sind heute da, kostengünstig, pragmatisch und schnell als Software as a Service in der Cloud einsetzbar. LotusLive ist genau für solche Dinge gemacht. Also: Frei nach Reinhard Mey (oder in der neuen Version) Dieter Thomas Kuhn: Über den Wolken, wird die Freiheit wohl grenzenlos sein ….

Veröffentlicht von StefanP.

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