Cloud Computing sei in Deutschland noch nicht angekommen, so wird eine kürzlich durchgeführte Umfrage von IDC in der Computerwoche zitiert. Ein Grund dafür sei die Verwirrung der Anwenderunternehmen, was denn eigentlich in der Cloud geboten werde. „Cloud-Anbieter müssen informieren“, so lautet die Zwischenüberschrift in der gedruckten Ausgabe der Computerwoche. Sicherlich eine absolut korrekte Aussage, die gerade auch für IBM und viele IBM’er gilt, die das Thema viel zu kompliziert in den Markt tragen, statt die bereits jetzt oder in Kürze vorhandenen Software Services von LotusLive zu vermarkten.

Was bietet nun LotusLive? Mit LotusLive stellt IBM nun verschiedene Services zur Miete in der Cloud zur Verfügung. Im Bereich E-Mail – laut Umfragen oft als Nummer 1 für Software as a Service (SaaS) genannt – wird unter dem Namen LotusLive Notes angeboten, bei der die Domino-Serverinfrastruktur von IBM betrieben werden. Dieses beziehungsweise ein ähnliches Angebot gab es bereits von IBM Global Technology Services (GTS).

Komplett neu ist Webmail von IBM. Hinter LotusLive iNotes verbirgt sich ein rein webmail-basiertes Angebot, das IBM von Outblaze zugekauft hat. LotusLive iNotes hat dabei nichts mit Lotus Notes und Lotus iNotes zu tun. Leider sind hier die Produktnamen etwas verwirrend. Lotus Notes ist der normale, lokal auf dem Rechner installierte Client, der unter Linux, Mac oder Windows gegen Domino arbeitet, Lotus iNotes ist der Web Client von Lotus Notes, mit dem man aus dem Browser gegen Domino gearbeitet. Und um auch dies nochmas explizit zu sagen, da es doch an einer Stelle absolut falsch kolportiert wurde: Lotus Notes wird es als E-Mail-System weiter mit einer klaren Roadmap geben.

LotusLive iNotes ist ein alternatives Angebot, mit dem IBM vor allem drei Zielgruppen adressiert: Insbesondere mittelständische Unternehmen können ihr E-Mail-System von IBM zu sehr günstigen Konditionen betreiben lassen und so ihre E-Mail- und Kalenderfunktionen abdecken. Gartner sieht hier eine grosse Chance für IBM, auch weil man auf eine grosse installierte Basis von 40 Millionen Anwender zurückgreift. Der Client von LotusLive iNotes ist rein web-basiert, das Look-and-Feel an die Corporate Identity des Kunden anpassbar.
LotusLive iNotes ist auch eine Option für grössere Unternehmen, die Lotus Notes oder auch Wettbewerbsprodukte einsetzen, jedoch auch gelegentliche Anwender haben, die hier und da E-Mail brauchen: den Raumpfleger, der einmal am Tag E-Mail liest (ich traue mich nicht Putzmann oder Putzfrau zu schreiben) oder die räumlich entfernt sitzenden Mitarbeiter, die aber in die E-Mail-Kommunikation eingebunden werden sollen. Das könnten beispielsweise die Versicherungsagenten und Agenturen sein.

Als dritte Option können auch Provider an LotusLive iNotes denken, wenn sie selbst-gebrandetes E-Mail anbieten wollen. Eine Hotel-Kette kann also beispielsweise ihren Kunden E-Mail im eigenen Look-and-Feel anbieten, ein soziales Netzwerk könnte die Option nutzen und E-Mail integrieren.

Zusammengefasst: LotusLive iNotes ist technologisch ein Angebot à la Web.de oder Googlemail, jedoch adressiert an Unternehmen (und nicht an Privatpersonen), betrieben in der sicheren IBM-Wolke. Hierbei profitieren IBM-Kunden natürlich von jahrelanger Erfahrung im Betrieb sensibler, hochverfügbarer Lösungen.

Neben den E-Mail-Angeboten gibt es LotusLive Meetings, das bisher als Lotus Sametime Unyte Meeting bekannt war. Hierbei handelt es sich um einen voll funktionalen Online Meeting Service. Online Meetings sind sicher gerade in der jetzigen Zeit, in der Reisekosten gespart werden müssen, eine valide Option. LotusLive Meetings ermöglicht den Kunden ad hoc Online Meetings im Web Browser einzuberufen. Der Web Conferencing Service kann übrigens für 30 Tage kostenlos getestet werden.

Schließlich offeriert IBM in der Cloud noch LotusLive Engage. Auf der englischen Web Site schreiben die Kollegen, LotusLive sei nicht nur ein neuer Meeting Service – sondern ein smarterer. Ich halte diese Definition für zu kurz gegriffen, auch wenn alle notwendigen Werkzeuge im Service enthalten sind, die vor, während oder nach einem Meeting benötigt werden: Online Meeting Services mit Protokollfunktionen, File Sharing (also Teilen von Dateien und auch Lesezeichen). Aktivitätenverwaltung mit Fristen und Zuordnung an Personen und Gruppen, Vernetzen von Anwendern über Profile, Bilden von Arbeitsgruppen, differenzierte Zugriffs- und Rechtevergabe, Instant Messaging und einiges mehr.

Sicher können all diese miteinander integrierten Services rund um Meetings eingesetzt werden. Sie bieten jedoch weitere Möglichkeiten, sich über Meetings hinaus in der Wolke zu „engagieren“. LotusLive Engage kann natürlich unternehmensintern eingesetzt werden und bringt dort unmittelbar Nutzen. Die noch größere Chance ist jedoch aus meiner Sicht, die Services zur Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, mit Kunden. Lieferanten und Partnern einzusetzen. LotusLive Engage ist die Plattform, um als Enterprise 2.0 Zusammenarbeit in seinem Geschäftsnetzwerk zu optimieren.

Das deutsche Unternehmen, das nach Asien verkaufen will, kann mit seinen Kunden Angebote und Zeichnungen austauschen sowie Online Meetings halten, um so den Vertriebsprozess zu unterstützen. Der Kraftwerksbauer kann all seine Zulieferer zusammenschalten und online eine Community für das Projekt bilden. Utopie sagen Sie? Nein, in der IBM Cloud ist das in einer sicheren Umgebung möglich.

Und vor allem kann ein voll lizensierter LotusLive Engage-Anwender beliebig viele Gäste zu LotusLive einladen. Diese Gäste können die wichtigsten Engage-Funktionen kostenlos nutzen: Dateien teilen und einsehen, an Meetings teilnehmen und vieles mehr. Dies bietet also Unternehmen die Chance, LotusLive Engage als wirkliche Plattform zur Vernetzung und Zusammenarbeit mit allen Geschäftspartnern nutzen – und das extrem günstig. Deshalb ist LotusLive Engage eine herausragende Plattform für das Enterprise 2.0, das sich über Web 2.0-Mechanismen für sein externes Netzwerk, seine Kunden und Lieferanten „engagiert“.

Und die Möglichkeiten gehen noch weiter: Prominente Anbieter wie Salesforce.com, Skype oder LinkedIn unterstützen LotusLive. Die Services der verschiedenen Anbieter können so kombiniert werden: Aus Salesforce.com kann ein Anwender direkt Meetings mit dem Vertriebsteam einberufen, Dateien mit Kunden teilen und vieles mehr. Solche Services können direkt in LinkedIn genutzt werden. LotusLive Engage stellt also Services zur Zusammenarbeit in diesen Produkten zur Verfügung und macht diese Enterprise2.0 ready.
Die verschiedenen Services von LotusLive sind günstig, leistungsfähig, sofort nutzbar und innovativ. Sie bieten gerade in diesen Zeiten hervorragende Möglichkeiten, Kosten zu sparen, die Kommunikation mit Kunden, Partnern, und Lieferanten zu optimieren, auf neue Beine zu stellen und – man verzeihe mir die schwarz-rot-goldene Brille – als deutsches Unternehmen wettbewerbsfähiger zu sein. Allerdings muss man dann die Chance auch ergreifen, gerade jetzt.

Dion Hinchcliffe beschreibt in einem kürzlich auf ZDNet erschienenen Posting die achte Wege, wie Cloud Computing das Geschäftsleben ändern wird. Einen Trend, den er sieht, ist, dass Cloud Computing die Aufmerksamkeit für Internet und insbesondere Web 2.0 erneut steigern wird. LotusLive Engage ist eine solche Plattform, die in sich als Collaboration-Service bereits riesige Chancen für die Zusammenarbeit bietet, deren Möglichkkeiten durch die Vernetzung mit anderen Services in einem Cloud-basierten Ökosystem jedoch noch überhaupt nicht abzusehen ist.

Veröffentlicht von StefanP.

Stefan Pfeiffer ist seit 2007 bei der IBM in verschiedenen Marketingpositionen tätig. Als gelernter Journalist hat er natürlich eine Leidenschaft für das Schreiben, die er hier im CIO Kurator, aber auch in seinem persönlichen Blog DigitalNaiv auslebt. Seine inhaltliche Leidenschaft im IT-Umfeld gilt dem digitalen Arbeitsplatz, dem Digital Workplace. Auf Twitter ist er als @DigitalNaiv „erreichbar“.

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