In der vergangenen Woche hatten wir einen (hoffentlich besonders für die Teilnehmer) interessanten Workshop unter dem Titel Zwitschern, bloggen, „YouTuben“, Poken – Mit Web 2.0 Marketing in die Presse und zum Kunden zum Thema Social Media auf der DNUG Herbstkonferenz in Fulda. In zwei Teilen haben wir (Lars Basche & ich) einerseits vorgestellt, welche Bedeutung Social Media für PR und Marketing unterdessen hat und wie wir als Lotus-Brand der IBM unterdessen Social Media aktiv nutzen. Der zweite Teil war dann ein Workshop, moderiert durch Thorsten Zoerner und Martin Koser, bei dem wir mit den Teilnehmern diskutieren und ihnen eine kleine Starthilfe geben wollten (so sie denn nötig ist).

Im ersten Teil haben wir schon sehr stolz vorgestellt, wie wir unterdessen als Marketing-Team die verschiedenen Kanäle effizient nutzen und miteinander vernetzt haben. Per CoTweet werden beispielsweise Tweets auf Termin gelegt, die eine Webcast promoten. Oder aber die Lotus.de-Fan Page auf Facebook wird über Yahoo-Pipes automatisch aus den anderen Informationsquellen gespeist. Stolz habe ich die Hit- und Follower-Zahlen präsentiert. In der Pause kam es dann zu einer angeregten Diskussion, angestoßen von Jörg Allmann. Er bemerkte – wie es Lars Basche bereits ausgiebig in seinem Posting beschrieben hat -, dass wir durch die hochautomatisierte Methode, wie wir Social Media nutzen, das Web 2.0 kommerzialisieren und instrumentalisieren und so den anarchischen Spasscharakter des Web 2.0 unterlaufen.
Denkpause (also ich brauchte eine längere, Lars war schneller mit seinem Posting).
Ja, in der Lotus-Brand instrumentalisieren wir Social Media und nutzen bewusst Web 2.0-Mechanismen. Unsere Marketingmaschinerei bläst in definierten Intervallen Promotions und Veranstaltungshinweise hinaus. Oh Gott, hört sich das professionell an. So maschinell industrialisiert ist es dann doch nicht.
Und es kommt noch schlimmer: Die ReTweets Lotus-relevanten Zwitscherer, das Zwitschern interessanter Links und Artikel, das Beantworten von Fragen, das Stellung nehmen zu Anwürfen, meine nicht Lotus Software-relevanten Lotus-Tweets (meist Wortschöpfungen rund um das neue F1 Team Lotus-Team, was auch auf uns passt), das Verfassen von Postings, das Kommentieren von Artikeln – all diese Dinge geschehen eher unorganisiert, sind kreativ, oft spontan und hochgradig spannend und machen Spass. Sie entsprechen in vollem Umfang dem Marktplatzprinzip des Web 2.0 frei nach dem Cluetrain Manifesto. Übrigens: Auch Werbung und Marktschreierei – also die Marketingmaschinerie – gehörten schon immer auf einen Marktplatz.
Wir machen also als einerseits methodische Lotus-Promotion und diskutieren andererseits mit im Web 2,0, und das offiziell unter der Lotus-Flagge. Daneben gibt es aus meiner Sicht eine dritte wichtige Säule des Engagements im Web 2.0. Das sind die Kollegen und auch Business Partner von Lotus, die sich im Web 2.0 aktiv bewegen. Auch sie schreiben und kommentieren – neben vielen anderen Themen – auch über Lotus-Lösungen und Produkte. Und ihre Aktivitäten im Web 2.0 werden überhaupt nicht gesteuert.
Fass ich das einmal zusammen, so gibt es wohl 3 Säulen, wie die Lotus-Brand (und generell Unternehmen im B2B-Umfeld) im Web 2.0 aktiv sind und sein können:
  1. Methodische Promotion und Bewerbung von Angeboten (z.B. über terminierte Tweets, Veranstaltungshinweise auf Xing etc,)
  2. Teilnahme als Unternehmen oder Brand an der Diskussion und Interaktion im Web 2.0 (z.B. durch Posten interessanter Links, Kommentieren etc.)
  3. Teilnahme von Mitarbeitern und Partner in der Web 2.0 Welt
Säule 1 ist reines Marketing. Die Säulen 2 und 3 dagegen repräsentieren das Web 2.0 und sind durch Diskurs und mehr als Einweg-Kommunikation gekennzeichnet. Die Säule 1 ist Handwerk, die Säule 2 Standard. Die Säule 3 ist die Kür, denn dann hat man  geschafft, dass eine Community hoffentlich nicht nur über einen, sondern mit einem spricht. Und die Mitglieder der Community sind dann auch die Punktrichter mit den Täfelchen, die über eine Marke oder ein Unternehmen abstimmen.

Veröffentlicht von Stefan Pfeiffer

Stefan Pfeiffer ist seit 2007 bei der IBM in verschiedenen Marketingpositionen tätig. Als gelernter Journalist hat er natürlich eine Leidenschaft für das Schreiben, die er hier im CIO Kurator, aber auch in seinem persönlichen Blog DigitalNaiv auslebt. Seine inhaltliche Leidenschaft im IT-Umfeld gilt dem digitalen Arbeitsplatz, dem Digital Workplace. Auf Twitter ist er als @DigitalNaiv „erreichbar“.

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