Die Strafmaßnahme Netzsperre wirkt geradezu mittelalterlich: Da die Bedrohung mit zivil- und strafrechtlichen Folgen offenbar nicht dazu führt, dass die Kopiererei aufhört (was sicherlich auch mit dem mangelnden Angebot legaler Inhalte zu tun hat, aber das nur am Rande), wird das Kopiergerät eben eingezogen. Dass selbiges die Lebenslinie vieler Menschen ist, wird dabei in Kauf genommen. Wer, so fragt man sich, kommt außerhalb einer Lobby, die sich in ihrem ureigensten Geschäftsmodell bedroht sieht, zu einer derart verqueren Rechtsgüterabwägung?
Der Spuk dürfte jedoch schnell vorbei sein, wenn erst einmal ein paar Tausend Nutzer tatsächlich der Zugang entzogen wurde. Dann wirkt, darauf darf man jetzt schon wetten, eine andere Lobby: Die der entnervten Bürger, die irgendwann genug haben von der Aushöhlung ihrer Rechte.

Dem Artikel ist nichts hinzuzufügen. Sehr lesenswert.

Veröffentlicht von Stefan Pfeiffer

Stefan Pfeiffer ist seit 2007 bei der IBM in verschiedenen Marketingpositionen tätig. Als gelernter Journalist hat er natürlich eine Leidenschaft für das Schreiben, die er hier im CIO Kurator, aber auch in seinem persönlichen Blog DigitalNaiv auslebt. Seine inhaltliche Leidenschaft im IT-Umfeld gilt dem digitalen Arbeitsplatz, dem Digital Workplace. Auf Twitter ist er als @DigitalNaiv „erreichbar“.

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