Stephen Baker hat vergangenen Samstag im Feuilleton der FAZ besagten oben im Titel genannten Artikel publiziert. Natürlich in der FAZ. Und natürlich im Feuilleton, das sich meiner Wahrnehmung nach gerade sehr stark an Kulturkritik am Netz ergötzt, mal korrekterweise, oft aber aus meiner Sicht übertrieben. Kritik am Netz üben ist angebracht, Vorsicht ist angebracht. Datenschutz ist angebracht. Statt aber nur zu warnen und den Teufel plakativ an die Wand zu malen und zur Netzabstinenz zu mahnen – siehe an anderer Stelle auch die europäische Behörde ENISA und ihre Empfehlungen -, ist vor allem aber Aufklärung und Ausbildung angebracht, wie man sich im Netz bewegt. Wie gehe ich mit der Flut der Informationen um? Was muß ich beachten, damit meine Daten sicher sind? Wie ziehe ich positiven Nutzen aus dem Netz? Darauf sollten sich viele Kritiker konzentrieren, statt nur zu maulen.

Das Netz ist Fakt. Wir werden damit umgehen (lernen) müssen. Verweigerung ist nicht die Antwort. Nochmals bewusster Umgang, Aufklärung und Ausbildung sind – meiner Ansicht nach – der Weg. Genau wie die Menschheit mit den Medien Buch, Zeitung, Radio oder Fernsehen umgehen lernen musste, muß sie mit dem Medium Netz umgehen lernen. Manche werden es kapieren, andere werden Fehler machen. Manche haben und werden Medien pervertiert und mißbraucht, andere sie zum Nutzen der Menschen eingesetzt. Das war so mit Zeitungen, Radio und Fernsehen. Und das wird so mit dem Netz sein.

Einige Stellen des Artikels finde ich durchaus zitierungswürdig.

Angesichts des Überflusses in den heutigen reichen Gesellschaften führen unsere allesfresserischen Instinkte jedoch zur Fettleibigkeit. Auch Informationen waren lange Zeit ein rares Gut. Sie sind es aber nicht mehr. Wir können uns mit ihnen überfrachten. Wir können uns am Ramsch ins Koma saufen. Damit nähren wir das elektronische Gehirn und riskieren es, unser eigenes verhungern zu lassen. Mehr als je zuvor müssen wir steuern, was wir in unsere Köpfe lassen.

Und ein weiteres Zitat: Ich will fair sein, denn Baker meint die Aussage im gesamtzusammenhang des Artikels kritisch. Ich interpretiere diesen Satz aber positiv und nach vorne gerichtet.

Ohne menschlichen Input wäre unser elektronisches Gehirn nicht viel mehr als eine große Rechenmaschine am Himmel.

Veröffentlicht von Stefan Pfeiffer

Stefan Pfeiffer ist seit 2007 bei der IBM in verschiedenen Marketingpositionen tätig. Als gelernter Journalist hat er natürlich eine Leidenschaft für das Schreiben, die er hier im CIO Kurator, aber auch in seinem persönlichen Blog DigitalNaiv auslebt. Seine inhaltliche Leidenschaft im IT-Umfeld gilt dem digitalen Arbeitsplatz, dem Digital Workplace. Auf Twitter ist er als @DigitalNaiv „erreichbar“.

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