Vermehrt stoße ich über Artikel, die sich mit Bezahldiensten im Internet beschäftigen. Über Werkzeige wie Flattr und Kachingle kann ich mich für einen gelungenen Beitrag „bedanken“, und das nicht nur ideell, sondern auch monetär. Ich spende dem Autor einen kleinen Betrag für seine Mühe und den Informationswert. In der Regel wird hier nicht von großen Summen gesprochen, sondern von einem überschaubaren monatlichen Betrag (10€ oder 20€), den man über die beiden Tools verteilt. Ich halte das für einen äußerst interessanten Ansatz. Die feuilletonistisch-philiosophische Begründung liefert Michael Seemann auf FAZ.NET. Und ich finde nicht nur den letzten Satz bemerkenswert:

Flattr berücksichtigt sowohl die Asynchronität der Gabe und die Unmöglichkeit ihrer Rückerstattung, als auch die Freiwilligkeit und Freizügigkeit des Schenkens. Flattrn ist anonym, der Geflattrte weiß nicht, von wem er beschenkt wird, was das Flattern widerum zum echten Geschenk macht. Es versucht eben keinen „Preis“ für den Artikel zu „bestimmen“ oder irgendwie ausfindig zu machen. Flattrn ist kein Zurückgeben, aber auch keine Spende. Es ist wie Bloggen ein freies Schenken. Es bietet eine Gabeninfrastruktur die einer Spiegelung der Gabeninfrastruktur von Blogs nahe kommt.

Flattr gibt den Lesern von Blogs ein einfach zu bedienendes, schnell einsetzbares Tool in die Hand, mit der sie das Geschenk eines Blogartikels erwidern können, ohne das Geschenk als Geschenk zu neutralisieren. Damit erkennt es die Emanzipation des Lesers, wie den Kontrollverlust des Senders vollkommen an. Flattr ist das vielleicht erste Beispiel eines Startups, das die neuen Bedingungen des Publizierens verstanden und sie mit der monetären Sphäre so verbunden hat.

Ich werde die Tage mal prüfen, ob und wie ich die Dienste in mein Posterous einbauen kann. Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert und ich bin auch gerne bereit, für für mich wertvolle und nützliche Beiträge einen Obulus zu entrichten.

 

Hier noch einige Links und Infos zu den beiden Tools: Eine gute Zusammenfassung findet man auf Wissen belastet unter dem Titel “Social Micropayment”, ein Zukunftsmodell?. Auf CARTA findet man ein Interview mit mit Kachingle-Gründerin Cynthia Typaldos unter der Überschrift “Eine neue soziale Bewegung”. Natürlich dabei ist auch Cyber-Junkie Thorsten Zoerner voll dabei und hat beide Tools wohl im Einsatz.
Hier einige erklärende Videos, die ich ganz hilfreich finde. Zu Flattr:

Zu Kachingle:

Verfasst von StefanP.

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