Auch wenn der Gedanke manchmal wirklich verlockend erscheint, komme ich zu dem Schluss: Eine Aufsichtsbehörde wäre zu gefährlich für die freie Presse in Deutschland, das Missbrauchspotential zu hoch. Doch mit jedem Artikel, der die Persönlichkeitsrechte von Menschen mit Füßen tritt, sägt ein Journalist am Ast der Pressefreiheit, gefährdet freien Journalismus von innen heraus und arbeitet daran, nicht nur mich davon zu überzeugen, dass wir doch in gravierenden Fällen eine staatliche Notbremse brauchen. Nicht um kritische Presse zu unterdrücken, sondern um Einzelne vor dem Missbrauch von Pressefreiheit zu schützen.

Eine Aufsichtsbehörde für Presse sollte es im Sinne der Pressefreiheit nicht geben. Anprangern sollte man Mißbräuche auf jeden Fall. Mir stellt sich die Frage, wie generell Shitstorms “gestoppt” werden können. Wir haben die Verletzung von Persönlichkeitsrechten durch Sensationsjournalismus. Wir haben auch Shitstorms per Twitter und anderen Social Media-Kanälen. Und sie nehmen zu und können nicht gestoppt werden, ohne die Freiheit des Netzes (oder eben der Presse) zu gefährden. Zumindest sehe ich keine wirksamen Mittel.

Posted from Digital naiv – Stefan63’s Blog

Veröffentlicht von Stefan Pfeiffer

Stefan Pfeiffer ist seit 2007 bei der IBM in verschiedenen Marketingpositionen tätig. Als gelernter Journalist hat er natürlich eine Leidenschaft für das Schreiben, die er hier im CIO Kurator, aber auch in seinem persönlichen Blog DigitalNaiv auslebt. Seine inhaltliche Leidenschaft im IT-Umfeld gilt dem digitalen Arbeitsplatz, dem Digital Workplace. Auf Twitter ist er als @DigitalNaiv „erreichbar“.

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