Denn im Gegensatz zu den Parteien übt unser Staat dieses Recht nicht aus. Er sieht zu, wie sich in großen und auch schon in kleineren Städten eine Bevölkerungsgruppe breitmacht, die mehr nimmt als gibt.

Sehr viele Bürger sehen in den abstrakten Befunden des „Zahlenmenschen“ Sarrazin bestätigt, was sie in ihrem Alltag beobachten: Einwanderer, die ihre Kinder in der Verachtung für Deutsche erziehen, nach ihren eigenen Gesetzen leben, überproportional gewalttätig werden und sich sofort diskriminiert fühlen, wenn ihre Selbstdiskriminierung zur Sprache gebracht wird.

Unser Sozialstaat und unsere Demokratie sind eine der größten Errungenschaften der deutschen Geschichte. Leider wird der Sozialstaat an vielen Stellen pervertiert und das fördert das Unbehagen bei denjenigen, die „leisten“. Diese nur als Spießbürger abzutun, wäre zu billig. Es gilt ein wachsames Auge darauf zu haben, daß hier kein Sprengstoff für unsere Demokratie entsteht, weder durch die potentiellen „Schmarotzer“, noch durch eine derzeit entpolitisierte Menge, die für radikale Nachrichten anfällig werden könnte. Wir müssen an der besseren Integration und „Entpervertierung“ des Sozialstaats arbeiten. Daran führt kein Weg vorbei.

Sarrazin’s Formulierungen sind an vielen Stellen mehr als nur unglücklich, gerade in unserem Land mit unserer durch Rassismus belasteten Geschichte. Auch seine Schlußfolgerungen sind oft sehr fragwürdig. Doch er hat auch ein existierendes, unterschwelliges Unbehagen in der Bevölkerung angesprochen. Und der FAZ Kommentator setzt in seinem zweiten Absatz noch einen drauf, in dem er vermeindlich aus Volkes Seele spricht.

Es ist schwieriges, vermintes Gelände und eine sachliche Diskussion ist extrem kompliziert. Ich befürchte aber, daß wir sie führen müssen und kann nur hoffen, daß die Vernunft die Oberhand behält.

Posted from Digital naiv – Stefan63’s Blog

Veröffentlicht von Stefan Pfeiffer

Stefan Pfeiffer ist seit 2007 bei der IBM in verschiedenen Marketingpositionen tätig. Als gelernter Journalist hat er natürlich eine Leidenschaft für das Schreiben, die er hier im CIO Kurator, aber auch in seinem persönlichen Blog DigitalNaiv auslebt. Seine inhaltliche Leidenschaft im IT-Umfeld gilt dem digitalen Arbeitsplatz, dem Digital Workplace. Auf Twitter ist er als @DigitalNaiv „erreichbar“.

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