„Gib den besten Rennpferden die Peitsche!“ Diese Phrase habe ich immer wieder von Managern gehört, die bei General Electric (GE) in der Jack Welch-Ära Karriere gemacht haben. … Das Unternehmen realisierte, dass es lohnender war, die besten Leute zu Top-Leistungen anzuspornen, als die Scharen der leicht überdurchschnittlichen Manager dazu zu bringen, produktiver zu arbeiten. …

Die Studie wies mit den üblichen statistischen Methoden nach, dass der wichtigste Beitrag der Führungskräfte nicht von ihrer Fähigkeit abhing, andere zu motivieren. Vielmehr war ihre Fähigkeit entscheidend, Mitarbeiter zu mehr Produktivität zu befähigen und deren Fähigkeiten auszubauen. Das ist der entscheidende Aspekt.

Was einen Kommentator der Studie am meisten erstaunte, war das Ergebnis, dass es sich auszahlte, die besten Mitarbeiter den besten Führungskräften zuzuteilen. Dies verspreche die größten Produktivitätszuwächse, lautet das Fazit der Studie. …

Mit anderen Worten: Durchschnittlich gute Beschäftigte – egal ob Führungskraft oder Mitarbeiter – verlieren mit der Zeit immer stärker an Wert für das Unternehmen. Um es noch deutlicher zu formulieren: Mittelmäßige Mitarbeiter sind mittelmäßige Investments. Der Durchschnitt ist der Feind. …

… Eine zehnprozentige Leistungsverbesserung der besten Arbeitskräfte bedeutet also eine Steigerung der Wertschöpfung des Unternehmens um 7,5 Prozent. Gar nicht schlecht. Die restlichen 75 Prozent müssten für so ein Wachstum ihre Produktivität um 30 Prozent steigern – also dreimal so viel wie die Gruppe ihrer produktivsten Mitarbeiter – um dieses Wachstum von 7,5 Prozent zu erreichen.

Was ist also die bessere und rationalere Prognose? Dass das Top-Management die besten Leute zu einer zehnprozentigen Leistungssteigerung bringen kann? Oder dass sie die nachweislich weniger talentierten, weniger leistungsfähigen und produktiven drei Viertel ihrer Mitarbeiter dazu bringen können, ihre Leistung um fast ein Drittel zu steigern? In welche der beiden Gruppen würden Sie investieren?

via Produktivität: Das Ende des Mittelmaßes – Harvard Business Manager.

Irgendwie muss ich bei diesem Beitrag schlucken, der sich mit einer Studie „The Value of Bosses“ auseinandersetzt. Die Besten müssen gefördert und gefordert werden, damit Unternehmen erfolgreicher werden. Bei den Besten denke ich urplötzlich an BurnOut und Leistungsstress. Immer mehr Arbeit auf immer weniger Schultern. Und was ist mit dem „mittelmässigen“ Rest? Ich bin kein Freund des Mittelmaßes. Im Gegenteil. Aber trotzdem muß ich bei diesem Beitrag schlucken. Was meint Ihr dazu?

Veröffentlicht von Stefan Pfeiffer

Stefan Pfeiffer ist seit 2007 bei der IBM in verschiedenen Marketingpositionen tätig. Als gelernter Journalist hat er natürlich eine Leidenschaft für das Schreiben, die er hier im CIO Kurator, aber auch in seinem persönlichen Blog DigitalNaiv auslebt. Seine inhaltliche Leidenschaft im IT-Umfeld gilt dem digitalen Arbeitsplatz, dem Digital Workplace. Auf Twitter ist er als @DigitalNaiv „erreichbar“.

One Comment

  1. Kurz und schmerzlos gesagt: Lieber einen mittelmäßigen Mitarbeiter, der motiviert ist als einen guten, der es nicht ist. Ich muss bei dem Artikel auch schlucken und habe die selben Assoziationen, wie Du dabei, Stefan.

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