Eine dringende Nachfrage um 20 Uhr, ein Arbeitsauftrag kurz vor Mitternacht – geht es nach dem neuen Chef der Gewerkschaft IG Metall, soll damit bald Schluss sein: Detlef Wetzel will den beruflichen E-Mail- und SMS-Verkehr nach Feierabend unterbinden. Und zwar per Gesetz.

via Detlef Wetzel: Chef der IG Metall will E-Mails nach Feierabend verbieten – SPIEGEL ONLINE.

Ich denke, alle stimmen überein, dass wir Disziplin brauchen und die insbesondere durch mobile Endgeräte kreiierte ständige Verfügbarkeit, besser die Erwartungshaltung, dass Mitarbeiter immer verfügbar sind, eindämmen müssen. Aber ein Gesetz? Wieder mal  typisch deutsch und aus meiner Sicht ‚over the top‘, ohne die Ernsthaftigkeit der Herausforderung klein reden zu wollen.

Ich bin da eher beim Arbeitsministerium. Ein Kodex, der auch eingehalten wird, muss genügen:

Auch die bisherige Arbeitsministerin Ursula von der Leyen hatte sich prinzipiell gegen E-Mails nach Dienstschluss ausgesprochen, eine gesetzliche Regelung aber gescheut. Dafür gilt in ihrem Ministerium seit 2012 ein Kodex, wonach Führungskräfte ihre Mitarbeiter nur noch „in begründeten Ausnahmefällen“ in ihrer Freizeit durch E-Mails oder Anrufe stören dürfen.Zugleich soll keiner benachteiligt werden, der außerhalb seiner Arbeitszeit etwa sein Handy „abschaltet oder Nachrichten nicht abruft“.

via Detlef Wetzel: Chef der IG Metall will E-Mails nach Feierabend verbieten – SPIEGEL ONLINE.

Veröffentlicht von Stefan Pfeiffer

Stefan Pfeiffer ist seit 2007 bei der IBM in verschiedenen Marketingpositionen tätig. Als gelernter Journalist hat er natürlich eine Leidenschaft für das Schreiben, die er hier im CIO Kurator, aber auch in seinem persönlichen Blog DigitalNaiv auslebt. Seine inhaltliche Leidenschaft im IT-Umfeld gilt dem digitalen Arbeitsplatz, dem Digital Workplace. Auf Twitter ist er als @DigitalNaiv „erreichbar“.

2 Comments

  1. Die Forderung ist IMNSHO völlig unpraktikabel in Organisationen, in denen man sich bewusst für flexible Arbeitszeiten entschieden hat. Wenn ich z.B. von 11:00 bis 19:00 Uhr arbeite, mein Frühaufsteher-Kollege dagegen von 8:00 bis 16:00 Uhr, darf er mir dann vor 11:00 Uhr E-Mails schicken, ich ihm aber nach 16:00 Uhr nicht mehr? Warum? Was ist, wenn ich doch einmal um 18:00 Uhr gehe, am kommenden Montag schon um 10:00 Uhr anfange?

    Vielleicht sollte man sich und anderen auch einfach mal wieder klar machen, dass E-Mail ein asynchrones Medium ist, und dass die Anspruchshaltung, dass E-Mails zeitnah beantwortet werden müssten, an sich nicht gerechtfertigt ist.

    Antwort

  2. Ein Kodex mit individuellen Vereinbarungen ist doch ein geeignetes Mittel. Da sind dann Arbeitgeber/ Führungskräfte und Mitarbeiter wieder gezwungen miteinander zu sprechen anstatt nur noch Emails hin und her zu senden. Der Email Einsatz ist in vielen Punkten ein fragwürdiges Mittel und direkte Kommunition kann in vielen Fällen den Austausch von zig Emails überflüssig machen. Nach dem Gesetzgeber zu rufen wird das Problem, wie in den meisten Fällen sowieso nicht lösen. Der Arbeitnehmer, der seinen AG auf einen Gesetzesverstoß hinweist, wird dies wenn überhaupt vermutlich nur einmal machen…

    Antwort

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