Mir geht es um die sogenannte »Netzelite«, um digitale Multiplikatoren, um politisch und gesellschaftlich interessierte Bloggerinnen und Blogger, die sich doch bewusst von der Berichterstattung klassischer Medien abgrenzen wollen. … Sie haben es in der Hand, eine Art Vorbildfunktion einzunehmen. Sie können entscheidend dazu beitragen, dass der digitale Wandel nicht nur Chancen bietet (und diese verspielt), sondern wirkliche Veränderungen (idealerweise zum Besseren) bewirkt.

Aus meiner Sicht ist es für die digitalen Multiplikatoren an der Zeit, ihre eigene Relevanz kritisch zu reflektieren. Haben Sie wirklich einen Einfluss? Führen Sie einen relevanten Diskurs? Cui bonum? Ich denke, bei vielen fällt eine solche Bilanz eher negativ aus. Entsprechend der Masse der Netzgespräche sind auch ihre geäußerten Ansichten oft wenig differenziert und stark plakativ. Beiträge wie »10 Gründe, warum …«, »3 Thesen, weshalb …« sind ein schönes Beispiel dafür.

… Die Multiplikatoren im Netz müssen endlich wenigstens damit anfangen, sich deutlich differenzierter und ausführlicher mit dem Phänomen des digitalen Wandels zu befassen.

via Socialweb 2014: Einflussnahme stärken durch mehr Relevanz! » result gmbh.

Einige sehr lesenswerte Gedanken zum Thema Blogger/innen und Digitaler Wandel. Bloggen steht für mich in vielerlei Tradition: Ja, auch in Tradition der liberalen (vor FDP) freien Meinungsäußerung und des Kampfes um die freie Presse des 19. Jahrhunderts. Aber genauso steht Bloggen in der Folge des oft auch trivial erscheinenden Tagebuch schreibens. Es kann also um politischen Diskurs und den Wunsch nach Wandel gehen oder aber auch um unterhaltsame Katzeninhalte und Beiträge zu Spezialinteressen. Beides hat Berechtigung. Und ja, auch Unternehmen nutzen heute Bloggen, um ihre Inhalte (und Produkte) zu verkaufen, Einfluss zu nehmen. Also: Differenziert betrachten, Toleranz üben, Veränderung anstreben und auch mal schmunzeln … All das tut gerade uns Deutschen gut.

Veröffentlicht von Stefan Pfeiffer

Stefan Pfeiffer ist seit 2007 bei der IBM in verschiedenen Marketingpositionen tätig. Als gelernter Journalist hat er natürlich eine Leidenschaft für das Schreiben, die er hier im CIO Kurator, aber auch in seinem persönlichen Blog DigitalNaiv auslebt. Seine inhaltliche Leidenschaft im IT-Umfeld gilt dem digitalen Arbeitsplatz, dem Digital Workplace. Auf Twitter ist er als @DigitalNaiv „erreichbar“.

One Comment

  1. Da muss ich natürlich den Kommentar von martin Meyer-Gossner: ‚Netzgemeinde: Relevanz ist ein weites, trockenes Feld‘ anhängen: http://digitalstrategie.com/2013/12/16/netzgemeinde-relevanz-ist-ein-weites-trockenes-feld/

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