Analystenstudien unterscheiden in aller Regel immer zwischen besten Einzelprodukten einer Kategorie (‚Best of breed‘) und Produktsuites, (‚Best Platform Offerings‘), die alle Funktionen eines Themenbereichs abdecken. Dieses mal ist es anders. Experton, das europäische Analystenhaus, hat einen umfangreichen Benchmark im Bereich Social Business durchgeführt. Es ist – zumindest soweit ich weiß – die erste und umfangreichste Studie, die alle Bereiche von Social Business von Dienstleistungen bis zu den verschiedenen Software-Komponenten abdeckt. Gerade erst veröffentlicht, zeigt die Studie 9 verschiedene Quadranten  Und das Ergebnis erinnert mich an 7 of 9, einen der Charaktere aus Star Trek Voyager. Warum? IBM wurde von Experton sogar in 8 von 9 Quadranten als „Leader“ ausgezeichnet. Der einzige Quadrant, in dem IBM fehlt, ist der für Social CRM – und da hat IBM kein Angebot. Dies ist sicher ein außergewöhniches Ergebnis, das auch das Engagement von IBM im Social Business-Segment eindrucksvoll demonstriert.

Quadrant IBM in the Leader Quadrant
Social Enterprise Networking Suites

Social Collaboration Filesharing

Social Talent Management

Social Commerce

Social CRM

Social Media Marketing Management

Socialytics

Consulting Services

Integration Services

Wenn Leute über Social Business sprechen, dann behandeln sie meistens sogenannte ‚Social Enterprise Networking Suites‘, die oft als ‚Facebooks für Unternehmen‘ titulierten Produkte. Und ganz klar führt IBM IBM Connections, das Flaggschiff der IBM in diesem Bereich, den Mark in punkto Funktionsbreite von Bloggen über Profile bis Aktivitäten und in Funktionstiefe an. Hier zahlt sich die frühe Investition  – Connections wurde Anfang 2007 vorgestellt – und die kontinuierliche Weiterentwicklung von Connections mit den beeindruckenden mobilen Apps, die für alle wichtigen mobilen Betriebssysteme verfügbar sind, aus

Mit den angekündigten Produkterweiterungen, die IBM gerade auf der IBM Connect Konferenz in Orlando gemacht hat, legt IBM die Latte nochmals höher und belegt den Willen, den Social Business-Markt weiter nicht nur in diesem Produktbereich anführen zu wollen. Die Anküdingung von IBM (Connections) Mail Next trägt das ihre dazu bei und könnte dazu führen, dass die Grenzen zwischen klassischer E-Mail und Social Software neu definiert und nieder gerissen werden: Ein neuer Client, der Social Software und E-Mail vereint und dabei intelligente, analytische Funktionen nutzt, um Anwender von Routineaufgaben zu befreien und ihnen die wichtigen Informationen im richtigen Kontext zur Verfügung zu stellen.

Klar ist aber auch, dass nicht allein Software über den Erfolg von Social Business-Projekten entscheidet. Leistungsfähige Software ist absolut notwendig, aber die wichtigsten Erfolgsfaktoren sind gutes, erfahrenes Projektmanagement und der Wille, Veränderungen zuzulassen, Change Management. IBM hat das sehr früh verstanden. Ein Grund dafür ist IBM’s eigene Reise mit dem Ziel, das führende Social Business weltweit zu werden. IBM hatte sehr früh einen methodischen Beratungsansatz  – die sogenannte Social Business AGENDA -, Beratungs- und Change Management-Dienstleistungen wie auch technische Integrationsservices über die eigene Beratungssparte oder aber zertifizierte Geschäftspartner.

The Quadrant for Enterprise Social Networking Suites.

The Quadrant for Enterprise Social Networking Suites.

Wie erwähnt beschränkt Experton den Benchmark nicht auf Enterprise Social Network Suites (und Dienstleistungen). Sie haben auch andere Segmente, die immer mehr an Bedeutung gewinnen, beurteilt, zum Beispiel  Social Talent Management. Angesichts des Fachkräftemangels und der demografischen Entwicklung wird “War for Talent” immer bedeutender. Auch will gerade die “Generation Y” in der Art arbeiten, wie sie es privat gewohnt sind: mit modernen Kommunikationstechnologien von Microtexting bis Video und Chat hin zu sozialem Netzwerken. Diese Entwicklung ist ein Grund, warum „Big Blue“ 2012 Kenexa übernommen hat. Kenexa bringt nicht nur ein breites Portfolio an Personallösungen von der Rekrutierung über das sogenannte ‚Onbaording‘ bis hin zum Talent Management in die IBM. Auch besitzt das Unternehmen tiefe Expertise und umfangreiches Datenmaterial für den HR-Bereich. Dies sind sicherlich die Gründe, warum Experton IBM im „Leaders Quadrant for Social Talent Management“ positioniert hat. IBM hat kürzlich die nächste Iteration der Lösungen mit der ‚IBM Kenexa Talent Suite‘ vorgestellt, die die Kenexa-Module mit IBM Connections und anderen IBM Softwarekomponenten integriert.

Korrekterweise eingeschlossen in den Experton Benchmark sind auch die Themen digitales Marketing und Commerce. Beides gehört unbedingt zum Thema Social Business hinzu. Auch hier konnte IBM wieder in beeiden Quadranten. IBM hat erkannt, dass der individuelle Kunde mit seinen Vorlieben und Meinungen sehr eng im Zusammenhang mit dem Thema Social Media und dessen Einfluss und Potential steht.  Die Enterprise Marketing Management Lösungen sowie das umfangreiche Commerce-Angebot geben der IBM die Chance, die Aufgabenstellungen in diesem Marktsegment adäquant zu adressieren.

Eun außerordentlich interessantes Thema nennt Experton “Socialytics”. Darunter versteht Experton die Analyse von ‚Big Data‘, die beispielsweise über die diversen sozialen Kanäle oder Webseiten erzeugt werden.  Dieser Bereich entwickelt sich rasant und es wird interessant sein zu beobachten, wie die IBM Watson Technologie dieses Feld in den kommenden Jahren verändern wird. Experton verschweigt auch nicht die dunkle Seite der Macht und von „Socialytics“ … Aufgrund der aktuellen Diskussion rund um Datensicherheit und Datenschutz und die entsprechenden Skandale (NSA/PRISM),steht das Thema Sicherheit nicht nur privat sondern gerade auch in Unternehmen und bei Betriebsräten ganz oben auf der Agenda. Hier macht Experton eine klare Ansage: „Der Schutz personenbezogener Daten gehört deshalb aus Compliance-Sicht zu den Kernforderungen an eine Social Business-Lösung. Unternehmen als Anwender von Social Business- Lösungen stehen in der Verantwortung, alle personenbezogenen Daten, die mit der jeweiligen Social Business-Lösung erhoben, verarbeitet oder genutzt werden, den gesetzlichen Vorschriften entsprechend zu schützen. Das gilt auch dann, wenn die Social Business-Lösung gar nicht selbst betrieben, sondern als Cloud-Dienst genutzt wird.“

German_market

Experton behandelt nicht nur die unterschiedlichen Aspekte und Elemente von Social Business. Sie geben auch einen Marktausblick, der eine jährliche Wachstumsrate (Compound Annual Growth Rate – CAGR) in Deutschland von  50% bis 2016 vorhersagt, eine Wachstumsrate, die Cloud als IT- und Geschäftstreiber sogar übertrifft. Und ganz sicher gehen deutsche Unternehmen nicht den manchmal durchaus steinigen Weg zum Social Business, nur weil sie mal microbloggen oder chatten wollen. Sie wollen eine deutliche Effizienzsteigerung erreichen. Laut Experton sind die Motive der deutschen Entscheider höhere Produktivität und schnellere Zusammenarbeit. Und dies ist nicht nur reines Wunschdenken, immerhin erzielen über 70 Prozent nach eigener Angabe eine verbesserte Produktivitüt durch die Nutzung von Social Business für Communication & Collaboration.

Experton gibt einen wirklich umfassenden Überblick des Themas Social Business mit speziellem Fokus auf die Adaption und das Wachstum im deutschen Markt. Das Ergebnis der Evaluierung der Services und vor allem der Produkte gilt aber ganz sicher nicht für Deutschland.  Zwar mag der ein oder andere lokale Anbieter vertreten sein, jedoch werden auch immer die international spielenden ‚Player‘ mit bewertet. So gibt das Benchmark einen hervorragenden Überblick über die Fähigkeiten der wichtigsten Anbieter mit IBM klar in der ‚Pole Position‘ bzw. einige Runden voraus. Dabei vergisst Experton nicht die kulturelle Seite: Viele Unternehmen fangen an, Lösungen zu installieren oder zu migrieren, ohne den geschäfts und IT-Rahmenbedingungen, vor allem aber den Menschen gebührend Gewicht ein zu räumen. Es geht um Unternehmenskultur und Change Management. Und die meisten ändern nicht gerne ihre Verhaltensweisen bzw. man muss sie überzeugen, ob geschäftsführer, mittleres Management oder einfacher Mitarbeiter. Man braucht alle Bausteine, um als Social Business erfolgreich zu sein: ein klares geschäftsziele, Unterstützung der Geschäftsführung,  Einigung mit dem Betriebsrat, den Willen zur Veränderung, das Bewusstsein, Transparenz zuzulassen und alte Silos nieder zu reissen, einen sicheren Rahmen, der Datenschutz und Datensicherheit sehr ernst nimmt, exzellente Software und … vor allem zu motivierende und motivierte Mitarbeiter.

Die komplette Studie kann über Experton erworben werden. IBM wird zusammen mit Experton die Ergebnisse in einem  Strategic White Paper zusammen fassen und kostenfrei zur Verfügung stellen. Bei Interesse hinterlassen Sie bitte Ihre Kontaktdaten und ich schicke Ihnen das Paper sobald verfügbar zu:

Veröffentlicht von Stefan Pfeiffer

Stefan Pfeiffer ist seit 2007 bei der IBM in verschiedenen Marketingpositionen tätig. Als gelernter Journalist hat er natürlich eine Leidenschaft für das Schreiben, die er hier im CIO Kurator, aber auch in seinem persönlichen Blog DigitalNaiv auslebt. Seine inhaltliche Leidenschaft im IT-Umfeld gilt dem digitalen Arbeitsplatz, dem Digital Workplace. Auf Twitter ist er als @DigitalNaiv „erreichbar“.

2 Comments

  1. […] statt, auf dem wir die Ergebnisse des neuesten Experton Social Business Benchmarks und insbesondere das Abschneiden der IBM […]

    Antwort

  2. […] dieser Infografik sind die Ergebnisse der Experton-Studie schön visualisiert […]

    Antwort

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