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Die Ereignisse in Frankreich schockieren. Sie schockieren wegen der Brutalität und der unschuldigen Toten. Sie schockieren mich, weil ich als jemand, der aus dem Journalismus kommt, natürlich besonders sensibel ist, wenn die freie Presse angegriffen wird. Und das jenseits der Frage, ob besagte Presse immer alles richtig macht oder wie weit Karikaturen und „Humor“ gehen können und dürfen.

Doch was sollten wir aus den Ereignissen lernen? Europa beziehungsweise die demokratischen europäischen Länder bilden jenseits von Euro und Wirtschaftskrise eine Gemeinschaft, die auf die gleichen Werte aufbauen: Gleichheit, Freiheit, Brüderlichkeit, die Themen der französischen Revolution sind ebenso die Basis aller europäischen Demokratien wie demokratische Traditionen, die aus Großbritannien und anderen europäischen Nationen kommen. Auch wir Deutschen haben dazu beigetragen und das nicht nur als negatives Beispiel. Und man möge mir verzeihen, wenn ich Niederländer, Belgier, Italiener und viele andere Nationen hier nicht explizit erwähne.

Wir sollten uns jetzt genau auf diese Traditionen besinnen. Sie zeigen, warum wir eine politische (und daraus resultierend eine wirtschaftliche) europäische Gemeinschaft brauchen. Dies geht weit über irgendwelche pseudo-religiösen Diskussionen hinaus. Wir teilen humanitäre Werte und diese müssen wir verteidigen. Wehrhaft verteidigen, aber auch nach den Regeln, die wir uns als freiheitliche Demokraten auferlegen müssen. Guantanomo beziehungsweise die Mechanismen dahinter sind und dürfen gerade auch deshalb beispielsweise keine Alternative sein.

Und wenn wir uns mit der Religion – mit jeder Religion – auseinandersetzen, müssen wir unsere freiheitlichen, demokratischen Prinzipien immer im Kopf haben. Jeder, der dauerhaft bei uns leben will, in Frankreich, Deutschland oder anderen europäischen Ländern, muss sich zu unseren Grundwerten bekennen – und muss auch unsere Sprache(n) lernen. Das ist jenseits aller akzeptablen und durchaus auch bereichernden kulturellen Unterschiede die Basis, auf der wir uns alle verständigen müssen. Fanatismus, Gewalt, Intoleranz dürfen nicht toleriert werden.

Das müssen wir immer im Kopf behalten, wenn wir die aktuellen Ereignisse in Frankreich diskutieren Das müssen wir im Kopf haben, wenn wir wider Pegida streiten. Das müssen wir im Kopf haben, wenn Demagogen wie Madame Le Pen Meinung machen. Das müssen wir im Kopf haben, wenn wir die Machtpolitik und intolerablen Praktiken von Herrn Putin bekämpfen. Und das müssen wir unbedingt auch im Hinterkopf haben, wenn wir die leidigen Diskussionen um Euro, Schuldenkrise, Griechenland und so weiter führen.

Bei allen Herausforderungen und Problemen, die wir als europäische Gemeinschaft haben, teilen wir gemeinsame Werte, die es wert sind, verteidigt zu werden. Wir sind nicht nur Charlie. Wir sind gemeinsam Europa.

Veröffentlicht von Stefan Pfeiffer

Stefan Pfeiffer ist seit 2007 bei der IBM in verschiedenen Marketingpositionen tätig. Als gelernter Journalist hat er natürlich eine Leidenschaft für das Schreiben, die er hier im CIO Kurator, aber auch in seinem persönlichen Blog DigitalNaiv auslebt. Seine inhaltliche Leidenschaft im IT-Umfeld gilt dem digitalen Arbeitsplatz, dem Digital Workplace. Auf Twitter ist er als @DigitalNaiv „erreichbar“.

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