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Nun neigt sie sich zu Ende, die IBM ConnectED 2015 aka Connect aka Lotusphere. Und es war im Vergleich zu den Vorjahren eine kleinere, familiärere, auch fokusiertere Veranstaltung für all diejenigen, die sich mit dem Thema Collaboration in Unternehmen auseinandersetzen. Die Resonanz der Besucher, mit denen ich gesprochen habe, war positiv, nicht euphorisch, aber der Größe und dem Format durchaus zugetan. Schauen wir, in welcher Weise die Veranstaltung weiterlebt, ob Teil einer großen Megakonferenz oder aber als kleines, feines Einzelevent.

Inhaltlich überstrahlt ein Thema die Konferenz: natürlich IBM Verse. Das, was wir in den vergangenen Monaten in Demos und auf Slides gesehen haben, ist nun real. Andrew Davis und andere Kollegen haben in ihren Vorträgen live im System gearbeitet, die Funktionen gezeigt, die schon da sind und auch einen Ausblick auf die kommenden Features gegeben.

Design Thinking: Wichtige Funktionen einen Klick weg

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IBM Verse erinnert nun gegenüber den ersten Designentwürfen wieder mehr an E-Mail, jedoch deutlich funktional erweitert. Über allem steht das Thema Benutzerfreundlichkeit – und das ist gut so. Im Vergleich zur Software der vergangenen Jahrzehnte ist in Verse weniger mehr. Der Fokus liegt ganz klar darauf, die tägliche Arbeit mit E-Mail leichter zu machen, nicht darin, tief verästelete Menüstrukturen mit dem Detailfeature XY zu bieten. Es tut dem Produkt sichtlich gut, dass die IBM Design Studios maßgeblich mitarbeiten und dass Kunden von Beginn an in den Designprozess eingebunden waren (und auch weiter sind).

Das Paradigma, dass die wichtigsten Funktionen ein, maximal zwei Klicks weg sind, überzeugt. Mein Lieblingsbeispiel ist die Funktion „Share to Blog“. Ich kann eine E-Mail nehmen und in einem Blog veröffentlichen. So können Informationen aus dem Datengrab E-Mail-Postfach in den unternehmensinternen Wissensspeicher überführt und transparent gemacht werden. Der entsprechende Blog kann öffentlich für alle im Unternehmen lesbar sein oder nur bestimmten Personen zur Verfügung stehen.

Weg vom Ich, hin zum Wir.

Ähnlich praktisch und funktional ist der Umgang mit Dateianhängen. Sie können von der Festplatte oder aber auch aus der Dateiverwaltung von IBM Connections kommen. Wenn ich sie an eine Gruppe von Leuten schicke, werden diesen Personen automatisch die richtigen Zugriffsrechte gegeben. Auch hier gilt wieder, dass Informationen – in diesem Fall Dokumente – in den Wissensspeicher überführt werden: Weg vom Ich, hin zum Wir. Dieses Motto hat man immer wieder auf der Konferenz gehört.

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Die Oberfläche von IBM Verse kommt elegant, aufgeräumt, Tablet-alike daher. In einer Liste über dem Posteingang ordnet man die Leute an, mit denen man am meisten zu tun hat, sieht wieviele Nachrichten man von ihnen hat und kann mit einem Klick mit ihnen in Kontakt treten. Derzeit ist dieses Feature personenorientiert, doch Andrew Davis zeigte beispielsweise, wie man dort Gruppen und Projekte ablegen und so ständig im Blick haben kann. Eine nützliche, coole Funktion.

Wer schuldet mir was? Wem schulde ich was?

Ebenso cool ist die Möglichkeit, Nachrichten sofort mit einem Klick nach dem Motto zu kategorisieren, dass man einer Person etwas schuldet oder eine Person einem etwas schuldet. Man kann sofort sehen, welche Aufgaben man selbst zu erledigen hat und auf welche Zuarbeit man wartet. E-Mail wird so aufgaben- und arbeitsorientiert. Sehr nützlich und sehr einfach zu bedienen implementiert.

Am unteren Bildschirmrand von IBM Verse ist eine Leiste, die den eigenen Tageskalender minimalistisch, aber sehr aussagekräftig darstellt. Man hat so ständig im Blick, was anliegt und wieviel Zeit man zum nächsten Termin. Für mich als jemanden, dessen Tagesablauf stark durch Telefonate geprägt ist, ist dies ein Killerfeature, denn dadurch verpasst man nicht mehr so einfach den Beginn einer Telefonkonferenz.

Breitere Betaphase startet – Freemium-Version angekündigt

Diese wenigen Beispiele machen hoffentlich deutlich, mit wieviel Liebe zum Detail und wieviel Orientierung am täglichen Nutzen für die Anwender IBM Verse entwickelt wurde. Auf der ConnectED wurde dann auch die breitere Betaphase des Produktes angekündigt und allen Teilnehmern der Konferenz wird ebenso wie den weit über 50.000 Interessenten, die sich seit November registriert haben, ab Februar Zugriff auf die Betaversion gegeben. Das Produkt wird dann Ende des  1. Quartals ausgeliefert werden.

On Premise-Version Ende 2015

Ausgeliefert werden? Falsche Begrifflichkeit. Wir reden hier in der ersten Version von einer Lösung aus der Cloud. Es wird also nicht mehr im klassischen Sinne eine Version ausgeliefert. Stattdessen ist zu erwarten, dass latent Verbesserungen und Erweiterungen in der Cloud zur Verfügung gestellt werden. Das kennen wir schon von IBM Connections in der Cloud, wo im vergangenen Jahr ständig Verbesserungen und Erweiterungen hinzu kamen. Auf der ConnectED wurde von Monats Releases von Connections gesprochen. Eigentlich ist die Taktung sogar kürzer. „Continous Delivery“ nennt man das neudeutsch.

Und keine Angst haben: Es ist eben nicht mehr so wie früher, dass sich das Produkt oder die Oberfläche komplett in einer neuen Version ändert. Stattdessen kommen gerade in der Cloud evolutionär neue Funktionen hinzu, die den Anwender nicht überfordern, sondern hoffentlich zusätzlichen Nutzen stiften. Natürlich möchte ich hier noch unbedingt erwähnen, dass es IBM Verse auch als On Premise-Version wahrscheinlich Ende 2015 geben wird.

Eigener mobiler Client für IBM Verse

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Beeindruckend zu sehen war auch, wie IBM Verse auf mobilen Geräten läuft. Die fortschrittliche Funktionalität, die ich oben beschrieben habe, ist auch dort verfügbar. Für iOS wird es einen speziellen Klienten geben, der eben Funktionen wie Aufgabe zuweisen und ähnliche Funktionen bietet. Mobile Version und Browser-Version arbeiten nahtlos zusammen. IBM Verse Mobile wird es nicht nur für iOS, sondern auch für alle anderen relevanten mobilen Betriebssysteme zur Verfügung geben.

Hier kann man sich für diese Version anmelden. Desöfteren wird IBM Verse mit GMail verglichen. Dieser Vergleich hinkt. Ja, beides ist E-Mail, Verse ist aber klar für den Einsatz im geschäftlichen Umfeld, den Unternehmenseinsatz entwickelt worden. Sicher hat Verse sehr viele Features und Funktionen, die auch beim persönlichen Umgang mit E-Mail helfen. Die wahre Power von Verse erschließt sich aber dann, wenn es beispielsweise mit IBM Connections, der Enterprise Social Software der IBM, kombiniert wird. Dann kommen E-Mail und Social Software zusammen. Dann kommen – ich wiederhole es nochmals – das ICH und das WIR zusammen.

Die Liste der coolen Features von IBM Verse könnte man hier ständig weiterführen. Man soll nur an die Integration von IBM Watson denken, die auf der IBM ConnectED gezeigt wurde. Watson war im Verse-Klienten integriert und man konnte direkt Fragen stellen oder Aufgaben delegieren. Stattdessen empfehle ich, die Freemium-Version von IBM Verse selbst auszuprobieren. Es wird sehr, sehr spannend zu verfolgen sein, wie dann immer mehr Funktionalität hinzukommt. Wir werden IBM Verse natürlich auch auf der CeBIT zeigen, doch schon vorher kann man sich besagte Beta-Version anschauen. Die Bedeutung von IBM Verse ist nicht zu unterschätzen. Es ist nicht nur ein neuer E-Mail-Klient. Es ist E-Mail, die nicht belastet, sondern einem hilft, seine Arbeit erledigt zu bekommen. Ein persönlicher Assistent für a New Way To Work.

Weitere Infos zur IBM ConnectED hat mein Kollege Peter Schütt hier zusammengefasst. Ich werde voraussichtlich auch noch einen Beitrag verfassen, der die anderen Themen der IBM ConnectED behandelt.

Veröffentlicht von Stefan Pfeiffer

Stefan Pfeiffer ist seit 2007 bei der IBM in verschiedenen Marketingpositionen tätig. Als gelernter Journalist hat er natürlich eine Leidenschaft für das Schreiben, die er hier im CIO Kurator, aber auch in seinem persönlichen Blog DigitalNaiv auslebt. Seine inhaltliche Leidenschaft im IT-Umfeld gilt dem digitalen Arbeitsplatz, dem Digital Workplace. Auf Twitter ist er als @DigitalNaiv „erreichbar“.

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