Dieser Tage ist wieder der viel beachtete “The Internet Report” von  Mary Meeker veröffentlicht worden. Auch wenn viele Fakten eher US-lastig sind, sind doch eine Reihe von Trends global gültig und spiegeln wider, was uns am digitalen Arbeitsplatz oder beim Arbeiten 4.0 erwartet.

Nicht neu ist sicher die mobile Explosion und dabei geht es nicht nur um immer mehr Geräte. Viel bedeutsamer er ist meiner Ansicht nach, dass 50 % der Zeit, die man heutzutage im Internet verbringt, auf mobilen Endgeräten erfolgt. Das heißt dann auch, dass der digitale Arbeitsplatz mobil verfügbar sein sollte. Damit einher geht eine Erwartung gerade auch der jüngeren Generation nach flexiblen Arbeitszeiten. Sie wollen sich wann immer wo immer sie sind ihre Zeit einteilen und auch arbeiten können. 20 % stufen sich dabei als Nachteulen ein. Wie so etwas zu geregelten Arbeitszeiten, einem 9-to-5-Ansatz harmoniert, muss sicher herausgearbeitet werden.

Eine besondere Herausforderung ist weiterhin der Trend, eigene Devices (Smart Phones) für die Arbeit zu nutzen. 45 % der  Befragten gaben an, dies zu tun, und 41 % werden – so die Meeker-Studie – in den kommenden 12 Monaten Apps auf eigene Kosten herunterladen, um Arbeit zu erledigen. Was heisst das nun für Datensicherheit und Compliance? Welches Zeugnis wird hier für Unternehmens-IT und auch Anbieter von Unternehmenslösungen ausgestellt? Das Wort Schatten-IT kommt nicht von ungefähr.

Dazu passt, dass 10 der meist genutzten Apps, Nachrichten-Dienste (Messenger) sind: WhatsApp, Line, WeChat, Kaiko, Twitter and Messenger. Was bedeutet dies nun für die Unternehmens-IT? Kann man oder muss man sich diese Kanälen öffnen, auch wenn es nun so gar keine IT-sanktionierten Tools sind. Oder ist das ein weiteres Argument dafür, nur streng kontrollierte und gemanagte Devices zuzulassen. Sch… auf Bring-Your-Own-Device und Bring-Your-On-App und diese ganze lästige Diskussion. Compliance und Datensicherheit gehen vor …

Ich sehe den Millenial, den Datenschutzbeauftragten, die IT-Abteilung, Betriebsrat und Unternehmensführung am runden Tisch sitzen – und aneinander vorbei reden. Selbst bin ich der Überzeugung, dass der Trend zu mobilen Geräten und auch privaten Geräten, die für die Arbeit genutzt werden, nicht aufzuhalten sein wird. Verbieten funktioniert nicht. Kontrollieren im Sinne von Verbieten ebenso wenig. Der Weg kann nur sein, die „mobile Bewegung“ in geordnete Bahnen zu lenken und die Millenials über die Risiken aufzuklären. Und ich spreche hier nicht von den unsäglichen Compliance-Kursen, die Unternehmen ja durchaus als verpflichtend für die Mitarbeiter durchführen. Ich rede von Workshops, bei denen man an einem Tisch sitzt und die Thematik diskutiert. Klingt vielleicht altmodisch, jedoch erscheint mir dieses persönliche Gespräch und der Dialog extrem wichtig.

Die Unternehmens-IT auf der anderen Seite muss sich darüber im Klaren sein, dass es natürlich auch um Datensicherheit und das sichere Management von Geräten, Daten, Transaktionen und Inhalten geht. Aber genauso geht es darum, den Mitarbeitern, vernünftige, komfortabel zu bedienende, einfache Lösungen anzubieten, mit denen sie ihre Arbeit erledigen wollen und können. Hier scheint noch immer ein Riesennachholbedarf zu bestehen, sonst würden besagte 41 % nicht Apps auf eigene Kosten kaufen wollen. Dass sich hier auch die Anbieter von Unternehmenslösungen einiges ins Stammbuch schreiben müssen, ist nahezu selbstredend. Wer MobileFirst ernst meint und nicht nur als Marketingfloskeln absondert, wird sich der durchaus schwierigen Themengebiete annehmen müssen. Jetzt, und nicht erst in 2 Jahren.

Veröffentlicht von StefanP.

Stefan Pfeiffer ist seit 2007 bei der IBM in verschiedenen Marketingpositionen tätig. Als gelernter Journalist hat er natürlich eine Leidenschaft für das Schreiben, die er hier im CIO Kurator, aber auch in seinem persönlichen Blog DigitalNaiv auslebt. Seine inhaltliche Leidenschaft im IT-Umfeld gilt dem digitalen Arbeitsplatz, dem Digital Workplace. Auf Twitter ist er als @DigitalNaiv „erreichbar“.

2 Comments

  1. […] Folien 27-44. “Slackization of work”. Bestätigt die auf dem letzten E2.0 Summit geäußerten Eindrücke, dass die großen Social Business Suites zwar weiter dominieren, aber man auch beobachten kann, dass für viele Anwender diese Tools zu viele Funktionen haben – und sich daher Anwender einfach wieder selbst kleine smarte Lösungen suchen. Wie Slack. Das spannende dabei: Eigentlich war man mit den Social Business Suites ja angetreten, die Schattentools zu beseitigen und seitens der IT wieder Werkzeuge bereit zu stellen, die die Nutzer aus dem Privatleben als nutzenstiftend empfunden haben. Der Anwender ist aber offenbar schon wieder einen Schritt weiter. Und kauft sich einfach seine Arbeitswerkzeuge selbst. […]

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  2. […] [DE] Meeker-Studie: 39 % kaufen Apps, um Arbeit erledigt zu bekommen | Digital Naiv “Dieser Tage ist wieder der viel beachtete “The Internet Report” von Mary Meeker veröffentlicht worden. Auch wenn viele Fakten eher US-lastig sind, sind doch eine Reihe von Trends global gültig und spiegeln wider, was uns am digitalen Arbeitsplatz oder beim Arbeiten 4.0 erwartet.” […]

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