Ein lesenswerter Artikel auf brand eins online – nur mit Mühe verkneife ich mir #MustRead verkneifen. Und bei dem Einstieg habe ich Bilder vor meinen Augen:

Mein Smartphone hat Spuren auf der Rückseite, die dem Gebiss meines Unterkiefers entsprechen. Ich ertaste die winzigen Vertiefungen jedes Mal, wenn ich das Ding in der Hand habe – also durchschnittlich 88-mal am Tag, wie eine Studie der Universität Bonn aus dem Jahr 2014 ergab.

Den Drang zum ständigen Checken von Smartphone – und bald auch anderen Devices wie Apple Watch – kann ich nachvollziehen. Immer (kurzzeitig) neugierig, immer allzeit bereit. Immer allzeit bereit, von einer flüchtigen Information zur nächsten nach Aufmerksamkeit heischenden Nachricht zu springen, wobei das Wort Nachricht schon falsch sein dürfte: Neuigkeit, mehr, aber meist weniger relevant.

Das Internet beschleunigt nicht nur Prozesse und Kommunikation, es beschleunigt auch meine Bedürfnisse. …

Allein das Wissen, das Gerät griffbereit zu haben, verändert Denken und Kommunikation.

Und auf eine Sache konzentriert bleiben, fällt einem immer schwerer. Zu groß sind die Versuchungen, das Gefühl, etwas zu verpassen:

Es reicht nicht, einzelne Gedanken nebeneinanderzustellen, ich will sie miteinander verbinden. Also muss ich mich konzentrieren. Leider vibriert, zirpt, klingelt oder pfeift mein Smartphone ständig. Und wenn es mal nichts tut, greife ich trotzdem danach, weil ich es nicht glauben kann.

Am Tag schaue ich im Schnitt alle 10 Minuten auf mein Telefon, alle 18 Minuten mache ich etwas mit ihm. …

Wir beschäftigen uns immer mehr mit dem Wechsel zwischen parallel laufenden Aufgaben als mit den Aufgaben selbst.

Ich fühle mich ertappt, wen ich das hier lese :

Kein Wunder, dass es immer mehr Entspannungs-Apps gibt, die mir dabei helfen sollen, abzuschalten. … Netterweise erinnern sie mich auch daran, wann es mal wieder Zeit ist für eine Pause.

Der Autor geht auch auf das oft von mir behandelte Thema der E-Mail-Überflutung und des mühseligen Filterns von Mails ein:

Bei einer Microsoft-Umfrage unter 400 Informatikern und Marketingleuten gaben 60 Prozent an, wertvolle Zeit beim Filtern unwichtiger Mails zu verlieren. Zeit, die man anderswo wieder einsparen will. Am besten, indem man mehrere Dinge gleichzeitig tut.

Welchen Einfluss werden in einer solchen Information Overload- und Multitasking-Welt Systeme der künstlichen Intelligenz haben, die im Idealfall bei der Bewältigung von Routinetätigkeiten helfen und bei der Priorisierung von Aufgaben und Informationen assistieren sollen? Eine wirkliche Hilfe oder machen sie uns nur noch multi-wuschiger?

Veröffentlicht von StefanP.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s