Kennt Ihr den Frust? Man schreibt einen Beitrag im sozialen Netzwerk des Unternehmens, präsentiert dort wichtige Informationen, die für viele Kollegen relevant sein sollten – und kein Schwein liest den Kram. Leider nur zu oft Realität. Schickt man dann jedoch eine Benachrichtigung per E-Mail, gehen die Zugriffszahlen signifikant nach oben.

Was lernen wir daraus? Das oft zitierte Pull-Prinzip funktioniert zumindest mal in Unternehmen oft nur eingeschränkt. Hinter dem Pull-Prinzip steht der Gedanke dahinter, dass Empfänger in der Hol-Schuld sind und  selbst aktiv nach Neuigkeiten schauen. Beim einem Push-Verfahren hingegen werden Empfänger über Neuerungen informiert. Klassisches Beispiel ist die E-Mail. Und die Erfahrung zeigt, dass die meisten Anwender gerade in Unternehmen noch immer im Posteingang „leben“. Parallel dazu sind sie von der Vielzahl der Kommunikationskanäle und der schieren Informationsflut überfordert.

Im Privatleben ist das unterdessen oft schon anders. Neulich habe ich mit Gunnar Sohn über Live Video Streaming über Google Hangouts oder Facebook Live diskutiert. Zitat von Gunnar: „Wenn ich etwas auf Facebook live streame geht dort sofort die Post ab, wird kommentiert und kommuniziert.“ Das gilt sicher nicht nur für Videostreaming. Wer die Aktivitäten auf Facebook oder auf anderen beliebten sozialen Kanälen verfolgt, sieht dort Action. Das passiert in sozialen Netzwerken in Unternehmen nur zu selten bei wirklich hochinteressanten und -brisanten Themen.

Ja, der Vergleich zwischen privatem Engagement in sozialen Netzen und in Unternehmen mag hinken. Die Zahlen zu Mitarbeiterengagement und -motivation sind dagegen ja seit Jahren nicht gerade berauschend. Und dies ein sicherlich so wichtiger Aspekt, der schon lange ernsthaft adressiert gehört.

Doch kommen wir zurück zu unserem Push- und Pull-Prinzip. Ja, wir können versuchen, Prinzipien wie „Push wann immer nötig und Pull wann immer möglich“ einzuhalten. Jedoch müssen wir darüber hinaus grundlegend darüber nachdenken, wie wir die Brennpunkte Vielzahl der Kommunikationskanäle und Flut der Informationen besser in den Griff bekommen. Dabei dürfen wir die Mitarbeiter nicht wieder verlieren. Wie sagte ein Besucher der dmexco erst neulich zu mir: “ Die Benutzeroberfächen von … und … sind beide eine Frechheit. Ich möchte so arbeiten wie beispielsweise in Trello.“ Die mit Smart Phones und Apps aufgewachsene Generation, ja, alle die heute intensiver Tablets und Handy nutzen, erwarten wirklich einfache und komfortable Bedienung.

Es ist an der Zeit, auf der einen Seite die verschiedenen Kommunikationskanäle miteinander zu vernetzen –  über die verschiedenen Endgeräte und Benutzeroberflächen hinweg. Aber es gilt vor allem auch Orientierung zu geben, Kanäle und Informationen so zu vernetzen, dass der Anwender endlich genau im richtigen Moment in einfacher Weise die notwendigen Informationen im richtigen Kontext zur Verfügung hat, um einfach schneller und schlauer arbeiten zu können.

Um so etwas Realität werden zu lassen, braucht es ein Werkzeug mit offenen, leistungsfähigen Schnittstelle (APIs), das in der Lage ist, die Brücke zwischen verschiedenen Kommunikations-Apps und Geschäftsanwendungen zu schlagen. Und es bedarf eines Systems leistungsfähiger, künstlicher Intelligenz, das unter anderem in der Lage ist, Informationen textuell zu analysieren, Schlüsselworten und Konzepte heraus zu filtern, Bilder und Grafiken zu prüfen oder Kausalitäten herstellen kann. Vor allem bedarf es eines Systems, das trainiert wird und lernt, was für einen Anwender wichtig ist und wie er arbeitet. Nur so kann besagte Arbeitserleichterung erreicht werden. Die Aufgaben sind anspruchsvoll, jedoch gibt es angesichts der immer mehr zerfasernden Kommunikation und der immer größeren Informationsflut und Vernetzung keine Alternative.

IBM wird auf der World of Watson, die zwischen dem 24. und 27. Oktober in Las Vegas stattfindet, auch über den Einsatz der IBM Watson-Fähigkeiten im Bereich Kommunikation und Kollaboration sprechen und dort neue Produkte und Pläne vorstellen.

Veröffentlicht von Stefan Pfeiffer

Stefan Pfeiffer ist seit 2007 bei der IBM in verschiedenen Marketingpositionen tätig. Als gelernter Journalist hat er natürlich eine Leidenschaft für das Schreiben, die er hier im CIO Kurator, aber auch in seinem persönlichen Blog DigitalNaiv auslebt. Seine inhaltliche Leidenschaft im IT-Umfeld gilt dem digitalen Arbeitsplatz, dem Digital Workplace. Auf Twitter ist er als @DigitalNaiv „erreichbar“.

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