Mal wieder ein interessanter Beitrag in Michael Kroker’s Look @ IT. Er zitiert die zentralen Ergebnisse der Deutschen Social Collaboration Studie 2017, die das Fachgebiet Wirtschaftsinformatik der Technischen Universität Darmstadt und die Unternehmensberatung Campana & Schott:

Auf dem zweiten Platz der wichtigsten Ziele rangiert für mehr als die Hälfte aller Unternehmen das Streben nach höherer Innovativität der Mitarbeiter. Social Collaboration, also die Nutzung moderner Collaboration-Tools für neue Formen der innerbetrieblichen Zusammenarbeit, ist für viele Unternehmen ein wichtiger Wegbereiter zur digitalen Transformation.

Source: 6 von 10 Firmen wollen mit Social Collaboration Unternehmenskultur verbessern

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Meine Meinung aus der Praxis: Ich verzweifele oft in der täglichen Arbeit daran, wie immer noch gearbeitet wird und die Möglichkeiten moderner Kommunikationswerkzeuge nicht genutzt werden. Einerseits liegt das an den lieben Gewohnheiten, die man nicht gerne ändert: Ich habe schon immer Dateien per E-Mail verschickt. Warum soll ich es jetzt anders machen?

Daneben kämpfen wir aber vor allem mit zwei großen Herausforderungen: Die Social Collaboration-Tools sind noch nicht einfach genug zu bedienen. Wir bieten oft zu viele Optionen in den Tools an, statt Anwendern nur einen Weg zu bieten. Warum gibt es nicht das Werkzeug oder das E-Mail-Programm, das Dateianhänge automatisch in der Dokumentenablage des Collaboration-Tools speichert (und Anhänge gar nicht mehr erlaubt)? Müssen wir die Anwender vielleicht manchmal gar zu ihrem Glück zwingen

Und auf der anderen Seite trainieren wir unsere Anwender bei weitem nicht gut genug, wie sie was am effizientesten in dem jeweiligen Werkzeug tun. Wann blogge ich, wann nutze ich den Wiki oder das Forum. Das muss gelernt und beigebracht werden. Und einfacher wird es nicht, denn die Anzahl der Tools nimmt zu: E-Mail, Chat-Progamm zur Echtzeitkommunikation, Enterprise Social Network wie IBM Connections, nun Whats App für Unternehmen, Conversational Tools wie Slack, Microsoft Teams oder Watson Workspace.

An den genannten Stellschrauben muss dringend weiter gearbeitet werden, sonst erreichen wir nicht die Adaption, die sich viele Unternehmen bei der Einführung erwartet haben. Und dann bleiben doch viele Mitarbeiter weiter in Ihrer E-Mail verhaftet, speichern dort Informationen und versenden weiter fröhlich Dateianhänge, statt Dateien zu teilen und zusammen zu arbeiten während andere Mitarbeiter – vielleicht abhängig von der Generation, zu der sie gehören – Ihre Heimat im sozialen Unternehmensnetzwerk oder im Konversationswerkzeug finden. Doch die E-Mail-Generation, die Facebook- und WhatsApp-Generation müssen am digitalen Arbeitsplatz miteinander reden und sich austauschen. Und hierbei geht es ganz sicher nicht nur um technische Schnittstellen, die den Austausch ermöglichen. Hier geht es um Kultur und Leading by example des Managements.

(Stefan Pfeiffer)

Veröffentlicht von Stefan Pfeiffer

Stefan Pfeiffer ist seit 2007 bei der IBM in verschiedenen Marketingpositionen tätig. Als gelernter Journalist hat er natürlich eine Leidenschaft für das Schreiben, die er hier im CIO Kurator, aber auch in seinem persönlichen Blog DigitalNaiv auslebt. Seine inhaltliche Leidenschaft im IT-Umfeld gilt dem digitalen Arbeitsplatz, dem Digital Workplace. Auf Twitter ist er als @DigitalNaiv „erreichbar“.

One Comment

  1. Freut mich, dass Sie die Social Collaboration Studie aufgegriffen haben. Die aktuelle Infografik zu den Ergebnissen 2017 finden Sie hier: http://www.collaboration-studie.de/index.php/ergebnisse-2017/

    Herzliche Grüße!

    Antwort

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