Chatten ist out, persistente Konversationswerkzeuge sind in. Welche ein Wort. Wie bitte? Machen wir es einfacher. Es geht quasi um ein WhatsApp für Unternehmen, in dem Konversationen aufgehoben und nachvollziehbar sind, 1:1-Kommunikation oder ein Dialog in einer Gruppe. Im konventionellen Chat-Programm verschwindet ja die Historie, wenn man das Programm schließt. Um es noch kürzer zu machen: Es geht um den Hype rund Slack (und andere Werkzeuge, die teilweise als Reaktion auf Slack in den Markt gebracht werden).

Der unten zitierte Beitrag bringt einige wichtige Fakten auf den Tisch:

  • Die neuen Kollaborationswerkzeuge werden nur von Wenigen angenommen. Slack ist nur ein Beispiel.
  • E-Mail – und die Pest der E-Mail-Anhänge – regiert weiterhin. Trotz aller Bemühungen der vergangenen Jahre sind wir beschränkt erfolgreich, die E-Mail- und Anhangsflut einzudämmen. Im Gegenteil?
  • IT-Abteilungen nehmen nicht gerne Risiken in Kauf. Mit einer Mixtur von Microsoft, IBM und SAP ist man noch immer gut gefahren. Gerade im Office-Bereich hat das zu einer eigentlich unakzeptablen quasi Monopolposition geführt, die jetzt auch gerade wieder angeprangert wird.
  • Aber auf der anderen Seite scheinen die Geschäftsbereiche und insbesondere die jüngeren Mitarbeiter sich nur noch beschränkt darum zu kümmern, was die IT will. Sie nutzen mehr und mehr die Apps, die sie wollen – Bring Your Own Application (BYOA) – und fordern die konventionelle Welt  der IT heraus. Angesichts der Smart Phones, Tablets und immer mehr Wearables wird die IT-Welt nicht mehr so sein können, wie sie war.
  • Doch zurück zum immer noch größten Problem: Die Anwender wollen keine Änderungen. Sie wehren sich dagegen. Notwendige Aufwände für Einführung, Training und Überzeugungsarbeit werden konsequent unterschätzt. Gerade Werkzeuge zur Kollaboration werden oft den Anwendern über den Zaun geworfen nach dem Motto „macht mal“.

Wie kommen wir endlich aus dem E-Mail-Gefängnis heraus und finden eine effizientere Art der Zusammenarbeit. Ich bin auf Kommentare und Meinungen gespannt.

It’s easy to conclude that a system with a familiar, conversation-stream UI and social network cues like hashtags and at-mentions is the future of enterprise collaboration since it matches the prevailing style of personal online interactions. However, a recent survey finds that just 4% of employees use tools like Slack to communicate with co-workers. …

To the chagrin of many, email with or without attachments remains the communication method of choice for most workers.

The difficulty of introducing new collaboration tools into the mainstream workplace and its reliance on decades-old tools and communication habits illustrates the problem supposedly disruptive software like Slack has in displacing established products in the workplace. …

… Unfortunately for Slack, the time-honored IT axiom “Standard is better than better” works to Microsoft’s advantage. …

The primary reason collaboration remains an unsolved problem isn’t a lack of tools, but human nature. People resist change that involves ingrained work habits and process flows. It’s much harder to crack the sociological component of behavior modification than it is to develop a clever new user interface. Such inertia provides established software vendors with their own competitive moat that Slack will struggle to cross.

Source: Is Slack a product or a feature? The pros, cons and competition

P.S. Im Titel habe ich geschrieben Anwender wollen keine Änderungen. Vielleicht sind unsere Tools nur nicht einfach genug und die Anwender erkennen die Vorteile nicht – oder brauchen eben intensives Training, um diese Vorteile zu erkennen. Auch ein valider Punkt?

Veröffentlicht von Stefan Pfeiffer

Stefan Pfeiffer ist seit 2007 bei der IBM in verschiedenen Marketingpositionen tätig. Als gelernter Journalist hat er natürlich eine Leidenschaft für das Schreiben, die er hier im CIO Kurator, aber auch in seinem persönlichen Blog DigitalNaiv auslebt. Seine inhaltliche Leidenschaft im IT-Umfeld gilt dem digitalen Arbeitsplatz, dem Digital Workplace. Auf Twitter ist er als @DigitalNaiv „erreichbar“.

3 Comments

  1. Mark Osborn 24/04/2017 um 18:04

    Einer unsere Kollegen schrieb mal, in ferner verganagneheit, noch zur Zeiten der „Social Business“, dass Menschen schlicht einfach „faul und selbstsüchtig“ sind. Das heißt so viel wie jegliche Änderungen müssen intuitive einfach sein oder zumindest einfacher zu bedienen als die gängige Vorgehensweise; und gleichzeitig den Benutzer selber persönlich irgendwie (be)fördern.
    Das gilt nachwievor, auch im diesem chattigen Zeitalter der collaboration. Was ist einfacher – was zu emailen, oder Slack und co zu lernen? Krieg ich mehr Geld, Ruhm oder bessere Beförderungschancen? Wen die Antworten zu beiden Fragen nicht überwiegend ‚ja‘ sind, bleiben die meisten beim altbekannten.

    Antwort

  2. […] den anhaltenden E-Mail-Trend haben es Slack & Co. leider sehr schwer anzukommen. Wogegen eigentlich? Nun, es ist der Anwender, der nicht will. Änderungen sind ihm ein […]

    Antwort

  3. EMail ist die Wunderwaffe der Kommunikation. Ich kann eine 1:1-Unterhaltung führen oder die ganze Welt teilhaben lassen (ob sie will oder nicht). Ich kann zudem Megabyte-weise mehr oder weniger dummes Zeug mitschicken. Da mach ich mir doch nicht die Mühe und steige auf ein Werkzeug um, das viel zielgruppenorientierter ist und allgemeine Kommunikation fördert.
    Es ist eine gewisse Arroganz gepaart mit der Faulheit des Anwenders und die Tendenz des Marktes, lieber diese Aspekte zu bedienen, als endlich mit überkommenen Kommunikationswerkzeugen zu brechen.

    Antwort

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