Bayern 3 Radionachrichten heute im Auto: Säbelrasseln, „verdammte“ Pflicht und Wahlkampfgetöse unserer lieben Minister in den Medien vor dem „Diesel-Gipfel“ am kommenden Mittwoch. Es muss sich was ändern. Nicht nur Software-, auch Hardware-Updates sind gefragt. Ein Schelm, der daran denkt, dass bald Bundestagswahlen sind.

Handelsblatt-Newsletter in meinem Posteingang: Die ersten 30 Tesla  Model 3 wurden ausgeliefert. Das Handelsblatt titelt Das iPhone der Straße ist da.  Das Handelsblatt zitiert Gene Munster, einen bekannter Technologie-Analysten, der Verkaufsstart mit der Einführung des iPhones im Jahre 2007 vergleicht. Im Beitrag werden auch unzufriedenen Tesla-Kunden erwähnt, mehr „Supercharger“ fordern.

Vor einigen Wochen waren wir mit einem befreundeten Paar – von uns nur noch Teslinchen und Teslator genannt – an der Mosel. Unser Teslator wurde sehr nervös, als nur noch 100 Kilometer im Model S geladen waren. Jetzt sind unsere Freunde auf Mallorca. Den Weg über Italien und die Cote d’Azur und Barcelona haben sie im Tesla zurückgelegt.

Seit rund 2 Wochen ist mein neuer Dienstwagen da: ein Audi Diesel. Wenn ich mich recht erinnere, wurden gar keine Benziner als Leasingoption angeboten. Und ich bin seit Jahrzehnten ein Verfechter deutscher Autos und habe immer gelästert, wenn Bekannte Japse gefahren sind. Die deutsche Autoindustrie ist Leitindustrie und wir sollten deshalb … Ich weiß, ich weiß.

Was hat das denn nun alles miteinander zu tun? Mittwoch – beim besagten „Diesel-Gipfel“ – wäre eigentlich der richtige Moment, auf den Tisch zu hauen und die Autowende einzuläuten: Start der deutschen E-Auto- und E-Mobilitäts-Initiative unter verpflichtender, finanzieller Einbindung der lieben Autohersteller, die es ja so leger mit Abgasmanipulation und widerrechtlichen Kartellabsprachen halten. Und ein Plan zum flächendeckenden Ausbaus der Charger-Infrastruktur gehört dazu. Tja, das wäre ein Signal, vom „Diesel-Zipfel“ zum „E-Auto-Gipfel“.

Mutti hat ja schon einmal nach Fukushima auf den Tisch gehauen. Aber vor den Bundestagswahlen werden die lieben Politiker nicht über ihren Parteischatten springen. Schade, denn das wäre jetzt das richtige Signal, ein Aufbruch und erfolgversprechender Versuch, das Gütesiegel „Made in Germany“ zu retten. Und es wäre die Chance, die Manipulatoren und Absprachler finanziell massiv in die Pflicht zu nehmen – und ihnen dabei noch eine Fortschrittsperspektive zu geben.

Ich würde gerne ein E-Auto fahren, wenn denn Reichweite und Infrastruktur stimmen.

Veröffentlicht von Stefan Pfeiffer

Stefan Pfeiffer ist seit 2007 bei der IBM in verschiedenen Marketingpositionen tätig. Als gelernter Journalist hat er natürlich eine Leidenschaft für das Schreiben, die er hier im CIO Kurator, aber auch in seinem persönlichen Blog DigitalNaiv auslebt. Seine inhaltliche Leidenschaft im IT-Umfeld gilt dem digitalen Arbeitsplatz, dem Digital Workplace. Auf Twitter ist er als @DigitalNaiv „erreichbar“.

5 Comments

  1. Hat dies auf Ich sag mal rebloggt und kommentierte:
    Oh ja.

    Antwort

  2. Statt den Kauf eines e-Autos hätte die Regierung lieber die Hürden für die Charger-Infrastruktur senken sollen und ihn selber massiv ausbauen müssen. Den Aufwand für Privatpersonen für die Bereitstellung inkl. der Abnahme durch Feuerwehr, Bauamt macht doch kein Hausbesitzer.

    Wobei, ein e-Auto auch keine Antwort auf die zukünftige Mobilitätsproblematik ist. Eher schon das selbstfahrende Auto. Doch Google hat sich klammheimlich von diesem Projekt verabschiedet. Ein Tesla ist schön, aber beim deutschen Energiemix kein Deut besser als ein Verbrennungsmotor. Leider.

    Antwort

    1. Da gebe ich dir völlig Recht. Ich hatte überlegt mir eine Photovoltaikanlage auf mein Dach zu setzen und musste lernen, dass ich nicht mal eben den Strom daraus für’s Autotanken speichern darf. Da gibt es Obergrenzen, Abgaben und ich muss ein Kleingewerbe anmelden… Willkommen in der Bürokratiehölle!

      Antwort

  3. Es ist so gekommen, wie es kommen musste. Kompromisse, Gelabere statt des großen Aufbruchsignals in Richtung E-Auto und neue, umfeldfreundliche Mobilitätskonzepte, die die deutsche Noch-Automobilindustrie in die Zukunft führen könnet. Die Kunden, die Diesel fahren, dürften sich weiter veräppelt fühlen.

    Wer wird profitieren?
    Die Automobilhersteller. Sie haben erfolgreich „eingedämmt“.
    Und (wahrscheinlich) die Grünen, wenn sie ihre traditionelle Karte Umwelt spielen.
    Und unser SPD-Kanzlerkandidat Herr Schulz hat eine Chance verpasst, sich zu positionieren und zum Aufbruch aus seinem Umfragetief zu blasen. Da sind die Sozis doch wohl zu sehr traditionell industrieverhaftet. Leider.

    Antwort

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