Vorab zur Verortung: Ich habe lange Jahr das Marketing für die Collaboration-Produkte der IBM in Deutschland und zeitweise auch Europa verantwortet, bin also sicher parteiisch. Ob das der Autor dieses Beitrags ist, mag jeder selbst entscheiden. Man lese dazu nur die Informationen, was der Schreiber verantwortet und tut.

Was für ein Artikel, warum Unternehmen Microsoft Office 365 als allseligmachende Kollaborationslösung nehmen sollten. Und das wegen der Globalisierung. Mich schüttelt und schaudert es.

  1. Kosteneinsparungen durch Office 365: Microsoft hat es immer hervorragend geschafft, Kunden mit neuen Tools erst mal anzufüttern. Sind die allerdings auf den Zug gesprungen, werden die Zügel, Verträge und Lizenzgebühren schnell angezogen. Ob mit „einer“ Lösung von Microsoft hier wirklich Kosten, Deployment-Zeiten etc. optimiert werden, wird einfach mal so in Raum gestellt und sei dahingestellt. Hinsichtlich Kosten verweise ich nur mal so auf die Aussagen zu Microsoft 365 und den wahren Kosten (laut Microsoft): „So gibt Microsoft an, dass pro Euro Umsatz von Microsoft die Partner 9 Euro Umsatz durch eigene Leistungen realisieren.
  2. Das vermeintlich so homogene Office 365 ist in Wirklichkeit nicht homogen, sondern hat diverse funktionale Überschneidungen (Yammer und Microsoft Teams) und unterschiedlichste Ablageorte für Dateien und Dokumente (OneDrive, Sharepoint etc.). Nur mal so von wegen keine Datensilos und Homogenität.
  3. Die neuen analytischen Funktionen von Office 365 sind in Deutschland mit größter Vorsicht zu geniessen bzw. so wegen Überwachung der Mitarbeiter so nicht einsetzbar. Office 365 ist laut DGB mitbestimmungspflichtig.
  4. Im Zeitalter der Apps, von immer mehr Micro Services und der Generation Y, die mit Apps arbeiten will, ist die Zeit monolithischer Lösungen wie Office 365 vorbei. Wer diese Lösung den Anwendern aufzwingen will, fördert nur die Ausbreitung der Schatten IT. Hier sind andere Ansätze und ein anderes Rollenverständnis für die IT Abteilung und den CIO gefragt, wie wir es ja auf dem CIOKurator schon öfters zitiert haben (von unwesentlichen Beratern wie McKinsey, KPMG / Harvey Nash, Deloitte etc.)
  5. Lösungen verschiedener Anbieter einsetzen, heisst nicht automatisch Daten Silos generieren – wie es auf abgebildeten Werbefolien einfach mal so suggeriert wird. Fortschrittliche Kollaboration- und Kommunikationslösungen haben diverse Schnittstellen und tauschen Daten transparent aus.
  6. Und dann noch die Globalisierung heranzuziehen, vielfältige Kulturen und Kommunikationspräferenzen zu zitieren, um für monopolistische Systemwelten zu werben. Nun ja … Was daran – wie in der Überschrift postuliert – logisch ist, geht über mein bescheidenes Hirn.

Schade, dass die geschätzten Denkhandwerker so was einfach mal publizieren.

Veröffentlicht von Stefan Pfeiffer

Stefan Pfeiffer ist seit 2007 bei der IBM in verschiedenen Marketingpositionen tätig. Als gelernter Journalist hat er natürlich eine Leidenschaft für das Schreiben, die er hier im CIO Kurator, aber auch in seinem persönlichen Blog DigitalNaiv auslebt. Seine inhaltliche Leidenschaft im IT-Umfeld gilt dem digitalen Arbeitsplatz, dem Digital Workplace. Auf Twitter ist er als @DigitalNaiv „erreichbar“.

2 Comments

  1. Hat dies auf Ich sag mal rebloggt und kommentierte:
    Einsichten in das Lizenz-Gefängnis

    Antwort

  2. Stefan, ich habe immer gesagt: AI + HI zusammengedacht ist Riesen Chance für IBM. Daher mehr Fokus auch auf Connection!

    Antwort

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