Manche mögen es als Schönwetterthema und als gelöst ansehen. Ich nehme Office 365 und habe damit den Arbeitsplatz der Zukunft. Basta. Von wegen, der Arbeitsplatz der Zukunft oder der Digital Workplace wird uns noch lange begleiten und geht sicher über eine reine Tooldiskussion hinaus, wie auch die Analysten von Gartner kürzlich auf ihrem Gartner Digital Workplace Summit in London bestätigt haben. Gartner VP Matthew W. Cain sagt:

„The change will be massive and we need to understand what is happening in the workplace. It is hard to steer a technology strategy unless we know how work is changing,”

“We have to work out what the roles and responsibilities are and will be needed to deliver those outcomes, and what skills and tools we need to do it.”

via 7 Technology Trends Shaping the Digital Workplace

Sie haben sieben Trends benannt, die den digitalen Arbeitsplatz verändern werden: Künstliche Intelligenz, es gibt – so Gartner – kein Entkommen. Seit längerem reden die Analysten auch Robobossen. Aber keine Angst. Cain beruhigt dann doch die Manager, zumindest die höheren Chargen:

“They hire, fire, carry out job performance reviews and manage projects. If you deconstruct what managers do every day, there is a great opportunity to automate many of those elements. It’s not that AI replaces managers, but rather that they will complement managers,”

via 7 Technology Trends Shaping the Digital Workplace

Ein weiterer Trend, der durchaus unterschätzt wird, ist der Einfluss von Technologien auf den physikalischen Arbeitsplatz – und damit ist meiner Ansicht nach sicher nicht nur gemeint, dass Alexa im Büro läuft und Amazon mithört. Werden Managementtrends wie Agile bleiben? Und wenn ja, welchen Einfluss wird das auf die Bürogestaltung haben? Geht der nächste Trend weg vom Großraumbüro hin zu Projekträumen, in denen agile Methoden auch technologisch unterstützt werden?

Und ja, virtuelle persönliche Assistenten wird es sicher geben. Hoffentlich welche, die auch auf den Datenschutz Rücksicht nehmen. Und wir werden uns auf ständigen Änderungen im Job und in den Aufgaben einstellen müssen. Die Geschwindigkeit nimmt nicht vor allem aufgrund des technologischen Wandels zu und wir werden uns darauf einstellen müssen.

Und schließlich gehen die Analysten von Gartner davon aus, dass die Gigs, die, die bestimmte hochspezialisierte Fähigkeiten besitzen, sogar zunehmen wird. Und diese Gigs sind genau die, die ihre Tools und Technologien in die Unternehmen bringen (und die ach so homogene IT-Landschaft torpedieren). Der Erfolg von Slack, dem jetzt viele andere Anbieter nachhecheln, ist ein Beispiel, wie Technologie von unten ins Unternehmen gebracht wird.

However, traditional providers can’t force a grassroots movement like what happened with Slack, they will have to focus messaging on business apps and workflow integration to reach lines of business leaders who are focused on business outcomes and helping people get their jobs done in specific processes. It has to resonate with those folks. The tools will have to come down into the flow of how people actually work.

via Conversational workspaces are the new face of enterprise collaboration | CIO

Ob die neuen Konversationswerkzeuge, die , auf CIO.COM ausgiebig behandelt, der Weisheit oder technologischen Entwicklung letzter Schluss sind? Wahrscheinlich nicht. Da kommt noch mehr. Wir werden uns auf ständige Veränderung einstellen müssen. Die Gartner-Analysten prägten dazu auf der Konferenz auch den Begriff der digitalen Fingerfertigkeit, der Digital Dexterity. Mitarbeiter werden neue Technologieren schneller adaptieren müssen, und … die IT wird wesentlich agiler auf neue Tools reagieren müssen, so Gartner-Analyst Cain:

“IT needs to get better at scanning, piloting and adopting new technology as more and more technology is arriving on the scene,”

via 7 Technology Trends Shaping the Digital Workplace

In dieses Horn stösst auch Greg Moran unter der Überschrift CIOs: Step Away From the Email and Get On Board with Collaboration auf CMSwire, der sich der scheinbar nie endenden Diskussion um das Ende von E-Mail einen drauf setzt. Er hält in dem Beitrag ein flammendes Plädoyer dafür, dass die Menschen kommunizieren und zusammenarbeiten wollen. Der Erfolg von Facebook zeige dies ebenso wie der Erfolg von Kommunikations-Apps auf den Smartphones. Natürlich stimme ich Moran zu, dass E-Mail nur sehr beschränkt zur Collaboration geeignet ist. Zweifel habe ich jedoch, ob Anwender wirklich so schnell mal neue Werkzeuge adaptieren. Unterstreichen möchte ich jedoch sein Schlusswort an CIOs:

Human collaboration is the engine of progress — always has been, always will be.

Any technology that makes communication, information sharing and productivity better, safer, faster and cheaper should be on your radar.

My recommendation: look for ways to say „yes.“ Embrace and foster a culture of innovation through collaboration. Sponsor and drive it internally and work hard to ensure its widespread adoption.

via CIOs: Step Away From the Email and Get On Board with Collaboration

(Zuerst veröffentlicht auf ciokurator.com)

Veröffentlicht von Stefan Pfeiffer

Stefan Pfeiffer ist seit 2007 bei der IBM in verschiedenen Marketingpositionen tätig. Als gelernter Journalist hat er natürlich eine Leidenschaft für das Schreiben, die er hier im CIO Kurator, aber auch in seinem persönlichen Blog DigitalNaiv auslebt. Seine inhaltliche Leidenschaft im IT-Umfeld gilt dem digitalen Arbeitsplatz, dem Digital Workplace. Auf Twitter ist er als @DigitalNaiv „erreichbar“.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s